Sternbilder, Planeten

Die Sternbilder und Planeten der Silvesternacht

31.12.2023 - 14:54:41 | dpa.de

In der Silvesternacht gibt es am Himmel nicht nur Feuerwerk zu bestaunen: Auch Wintersechseck, Jupiter und abnehmender Mond lohnen einen Blick.

Ein kleiner Teil der Milchstraße ist am nĂ€chtlichen Sternenhimmel ĂŒber dem Schwarzen See im Landkreis MĂ€rkisch-Oderland zu sehen. - Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Nur selten blicken so viele Menschen gleichzeitig in den Himmel wie zum Jahreswechsel um Mitternacht. Dort gibt es – einen wolkenlosen Himmel vorausgesetzt – nicht nur das farbenfrohe Spektakel vom Silvesterfeuerwerk zu bestaunen: Auch der Sternenhimmel bietet ein prĂ€chtiges Schauspiel.

Allerdings bietet die Silvesternacht in diesem Jahr nur zum Teil gute Bedingungen zum Sternegucken. So gibt es in der Nacht zu Montag laut Deutschem Wetterdienst (DWD) in der OsthĂ€lfte Deutschlands anfangs noch etwas Regen, spĂ€ter kommt es teils zu grĂ¶ĂŸeren Auflockerungen. Sonst ist es demnach wechselnd bis stark bewölkt und es gibt gebietsweise Schauer - vor allem im Westen und Nordwesten.

Schon wĂ€hrend des Feuerwerks fĂ€llt bei gutem Wetter hoch im Westen ein besonders helles Gestirn mit ruhigem Schein auf. Was man zunĂ€chst vielleicht fĂŒr eine Leuchtkugel halten könnte, ist Jupiter, der grĂ¶ĂŸte Planet des Sonnensystems.

Sternbilder des Wintersechsecks

Hat sich der Rauch des Feuerwerks verzogen, prĂ€sentiert sich der Winterhimmel in voller Pracht. Der sĂŒdliche Teil des Firmaments bis hinauf zum Zenit wird von den Sternbildern des Wintersechsecks eingenommen. Es besteht aus den hellen Sternen Kapella im Fuhrmann, Aldebaran im Stier, Rigel im Orion, Sirius im Großen Hund, Prokyon im Kleinen Hund und Pollux in den Zwillingen.

Westlich von Aldebaran ist eine kleine Ansammlung von Sternen zu erkennen, die Plejaden. Es handelt sich um einen 444 Lichtjahre entfernten jungen Sternhaufen, der viele Hundert Sterne enthĂ€lt. Je nach Sichtbedingungen sind davon allerdings nur sechs bis neun hell genug, um mit bloßen Augen erkennbar zu sein. Es lohnt sich deshalb, mit einem möglichst lichtstarken Fernglas zu den Plejaden zu blicken.

Band der Milchstraße

Ist der Himmel dunkel genug, kann man von SĂŒdosten her aufsteigend das schimmernde Band der Milchstraße erkennen, das sich durch Zwillinge und Fuhrmann hindurchzieht und dann weiter durch Perseus, Kassiopeia und Kepheus nach Nordwesten fĂŒhrt. Westlich vom Stier ist der Widder zu finden, gegenwĂ€rtig durch den Planeten Jupiter bereichert, sowie Andromeda, Fische, Pegasus und tief im SĂŒdwesten den Walfisch.

Östlich der Zwillinge folgt im Tierkreis der Krebs sowie als Bote des FrĂŒhlings der Löwe. Dort, im Löwen, steht in der Silvesternacht der abnehmende Mond. Im Krebs befindet sich einer der schönsten Sternhaufen des Nordhimmels: die 610 Lichtjahre entfernte Krippe, lateinisch Praesepe. Der Sternhaufen enthĂ€lt etwa tausend Sterne, sieht mit bloßen Augen jedoch nur wie ein schwacher, nebliger Fleck am Himmel aus. Doch im Fernglas bietet er einen prĂ€chtigen Anblick.

Eindrucksvoll: JĂ€ger Orion

Das eindrucksvollste Sternbild des Winters ist der JĂ€ger Orion mit seinem GĂŒrtel und dem SchwertgehĂ€nge. In der griechischen Mythologie ist Orion ein riesenhafter JĂ€ger, der nach seinem Tod gemeinsam mit seinen beiden Hunden Sirius und Prokyon an den Himmel versetzt wurde.

In der Mitte des SchwertgehĂ€nges lĂ€sst sich schon im Fernglas ein verschwommenes Fleckchen erkennen. Das ist der Große Orionnebel, eine etwa 25 Lichtjahre große Gaswolke in 1300 Lichtjahren Entfernung. Junge, heiße Sterne regen dort das Gas zum Leuchten an. Im Zentrum der Wolke ist mit einem Fernrohr das Trapez aus vier hell strahlenden Sternen zu erkennen.

Wer den Jahreswechsel bis in die frĂŒhen Morgenstunden hinein feiert, sollte auf dem Heimweg nach SĂŒdosten blicken. Dort leuchtet in der MorgendĂ€mmerung die Venus als heller, strahlender Morgenstern. An Neujahr geht der Planet gegen 5.15 Uhr auf, eine Stunde vor Sonnenaufgang steht der Morgenstern etwa 15 Grad ĂŒber dem Horizont.

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