Los, Elefantenbullen

«Los geht's!»: Elefantenbullen rufen ihre Kumpel

22.07.2024 - 13:03:33 | dpa.de

In Familiengruppen haben bei Elefanten die Weibchen das Sagen. Sind die Bullen aber unter sich, mĂŒssen sie sich selbst koordinieren. Dann grummeln sie miteinander.

  • Drei ElefantenmĂ€nnchen begrĂŒĂŸen sich am Mushara-Wasserloch in Namibia. - Foto: Caitlin O’Connell-Rodwell/Tim Rodwell/dpa
  • Elefantenbullen finden sich manchmal zu Gruppen zusammen. - Foto: picture alliance / Klaus Blume/dpa
Drei ElefantenmĂ€nnchen begrĂŒĂŸen sich am Mushara-Wasserloch in Namibia. - Foto: Caitlin O’Connell-Rodwell/Tim Rodwell/dpa Elefantenbullen finden sich manchmal zu Gruppen zusammen.  - Foto: picture alliance / Klaus Blume/dpa

«Grrrrrrrrrrrrrr Grrrrrrrr»: Menschen hören einfach ein tiefes langgezogenes Grollen, mÀnnliche Elefanten aber verstehen in etwa Folgendes: «Hey Jungs, lasst uns weiterziehen!» Diese Losgeh-Rufe konnte ein Forschungsteam in den USA nun zum ersten Mal bei Elefantenbullen dokumentieren.

Bisher dachten Biologen, dass nur weibliche Elefanten in Familiengruppen diese Rufe ausstoßen. Doch in den vergangenen Jahren gelangen im Etosha Nationalpark in Namibia an einem Wasserloch zahlreiche Aufnahmen, auf denen Elefantenbullen in eng verbundenen mĂ€nnlichen Gruppen ein ganz Ă€hnliches Grollen verlauten lassen.

Jeder Bulle wartet, bis der VorgÀnger fast fertig ist

Wie die Forschenden im Fachblatt «PeerJ» weiter schreiben, bleibt es in den Gruppen nicht bei einem Ruf. Mehrere andere Bullen der Gruppe antworten mit Ă€hnlichem, extrem niederfrequentem Grollen. Dabei warten sie jeweils, bis der VorgĂ€nger fast fertig ist mit seiner Sequenz. Das Ganze lĂ€uft der Studie zufolge sehr ritualisiert ab. Schließlich ziehen sie zusammen los und verlassen das Wasserloch.

«Wir waren erstaunt, dass mĂ€nnliche Elefanten, die in der Regel nur lose soziale Bindungen eingehen, ihre Stimmen so ausgeklĂŒgelt koordinieren, um sich in Bewegung zu setzen», erklĂ€rt Erstautorin Caitlin O’Connell-Rodwell, die unter anderem an der Stanford University und der Harvard Medical School forscht. Die Kommunikation der Bullen sei komplexer als bisher angenommen, erklĂ€rte die Wissenschaftlerin.

Elefanten-Kommunikation aus 13 Jahren Forschung

O’Connell-Rodwell, die seit 30 Jahren Elefanten in der Wildnis erforscht, zeichnete dieses Losgeh-Grollen erstmals im Jahr 2004 auf. Zwischen 2005 und 2017 wurden weitere Aufnahmen am Mushara-Wasserloch gesammelt - darunter waren nicht nur fĂŒr Menschen hörbare Töne, sondern auch sehr tiefe im Infraschallbereich.

Die Forschenden denken, dass die mĂ€nnlichen Elefanten diese Art der VerstĂ€ndigung von Ă€lteren weiblichen Elefanten lernen. «Sie sind in einer Familie aufgewachsen, in der alle AnfĂŒhrerinnen dieses Ritual nutzen», meint O'Connell-Rodwell. «Wir glauben, dass sie, wenn sie erwachsen werden und ihre eigenen Gruppen bilden, sich anpassen und diese erlernten Verhaltensweisen nutzen, um sich mit anderen MĂ€nnchen zu koordinieren.»

Ältere Bullen agieren als Mentoren

Den ersten Losgeh-Ruf stoße der sozialste Bulle aus, der teilweise auch der dominante Bulle der Gruppe sei. Diese Tiere spielten eine wichtige Rolle in der Gruppe, weil sie den Zusammenhalt und die StabilitĂ€t förderten. Sie seien oft eine Art Mentor fĂŒr jĂŒngere Bullen, sagt O'Connell-Rodwell. «Die Ă€lteren MĂ€nner sind bereit, sie unter ihre Fittiche zu nehmen, sie anzuleiten, Ressourcen mit ihnen zu teilen und an ihren emotionalen Höhen und Tiefen teilzuhaben.»

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