Nervenkrankheit, Guillain-Barré-Syndrom

HÀufung der Nervenkrankheit Guillain-Barré-Syndrom in Peru

10.07.2023 - 13:36:32

In Peru gibt es auffÀllig viele FÀlle der Nervenerkrankung Guillain-Barré-Syndrom. Was dahintersteckt, ist noch unklar. Derzeit habe man die Krankheit unter Kontrolle» sagte der Gesundheitsminister.

Wegen einer ungewöhnlichen HĂ€ufung von FĂ€llen einer ĂŒblicherweise sehr seltenen Nervenerkrankung hat die Regierung Perus einen dreimonatigen Gesundheitsnotstand erklĂ€rt. Seit Januar seien in dem sĂŒdamerikanischen Land 182 FĂ€lle des sogenannten Guillain-BarrĂ©-Syndroms erfasst worden, teilte das Gesundheitsministerium mit. Vier der Betroffenen seien gestorben. 31 Patienten seien noch im Krankenhaus, die restlichen 147 wieder entlassen worden.

Das Guillain-BarrĂ©-Syndrom (GBS) ist eine Nervenerkrankung, die oft mit Kribbeln und TaubheitsgefĂŒhl beginnt und zu MuskelschwĂ€che und LĂ€hmungserscheinungen fĂŒhren kann. Durch eine ĂŒberschießende Autoimmunreaktion werden Nerven geschĂ€digt, so dass sie keine Reize mehr ĂŒbertragen können. Dem GBS geht in der Regel eine Erkrankung der oberen Atemwege oder des Magen-Darm-Trakts voraus, zum Beispiel eine Infektion mit Campylobacter-Bakterien. Auch Dengue- und Zika-Virus können Auslöser sein. Meist bleibt es bei EinzelfĂ€llen, AusbrĂŒche sind selten.

Krankheitswelle in Peru schon vor vier Jahren

In Peru wurde allerdings auch schon 2019 eine grĂ¶ĂŸere Welle erfasst. Im Zeitraum vom 20. Mai bis 27. Juli wurden 683 vermutete oder bestĂ€tigte GBS-FĂ€lle festgestellt, wie es in einer 2020 im Fachblatt «Emerging Infectious Diseases» vorgestellten Analyse heißt. In Französisch-Polynesien folgte 2013/14 eine HĂ€ufung von GBS-FĂ€llen auf eine Zika-Infektionswelle.

«Wir haben die Krankheit derzeit unter Kontrolle», sagte Perus Gesundheitsminister CĂ©sar VĂĄsquez vor Journalisten. Da es in den vergangenen Wochen einen bedeutenden Anstieg von FĂ€llen gegeben habe, sei es notwendig geworden zu handeln. Zu den GrĂŒnden fĂŒr die Zunahme gab es zunĂ€chst keine Angaben. FĂŒr den großen Ausbruch 2019 galten Infektionen mit Campylobacter jejuni als wahrscheinlichste Ursache.

Mit der NotstandserklĂ€rung werde gewĂ€hrleistet, dass ausreichend Medikamente zur Behandlung des Syndroms fĂŒr die KrankenhĂ€user bereitgestellt wĂŒrden, hieß es. Außerdem werden demnach die epidemiologische Überwachung intensiviert und die Referenzlabore zur Analyse von Proben verstĂ€rkt. Eine entsprechende Anordnung wurde im Amtsblatt des fast 34 Millionen Einwohner zĂ€hlenden Landes veröffentlicht.

@ dpa.de