USA Fahrerlose, Fahrten

USA: Fahrerlose Fahrten von Cruise-Robotaxis ausgesetzt

24.10.2023 - 20:49:05 | dpa.de

In San Francisco sind fahrerlose Taxis gleich mehrerer Anbieter unterwegs - entgegen dem Willen vieler Einwohner und der Verwaltung. Nach einem Unfall ist die Erlaubnis nun vorerst futsch.

Ein selbstfahrendes Auto der Roboterwagenfirma Cruise des US-Konzerns General Motors sorgt fĂŒr Unmut bei FußgĂ€ngern, nachdem es auf einer Kreuzung steckenblieb und sie bei Rot verlĂ€sst. - Foto: Andrej Sokolow/dpa
Ein selbstfahrendes Auto der Roboterwagenfirma Cruise des US-Konzerns General Motors sorgt fĂŒr Unmut bei FußgĂ€ngern, nachdem es auf einer Kreuzung steckenblieb und sie bei Rot verlĂ€sst. - Foto: Andrej Sokolow/dpa

Die Robotaxi-Firma Cruise darf nach zwei UnfĂ€llen mit FußgĂ€ngern vorerst keine Autos ohne Menschen am Steuer mehr auf die Straßen von San Francisco schicken. Die kalifornische Verkehrsbehörde setzte am Dienstag die entsprechende Erlaubnis unbefristet aus. Zur BegrĂŒndung hieß es, die Fahrzeuge seien nach EinschĂ€tzung der Behörde nicht sicher genug. Tests mit Sicherheitsfahrern am Steuer sind nicht betroffen.

Bei einem Unfall Anfang Oktober war eine Frau unter einem Robotaxi von Cruise steckengeblieben und musste von RettungskrĂ€ften befreit werden. Dem Unfallbericht zufolge wurde die FußgĂ€ngerin zunĂ€chst von einem anderen Fahrzeug mit einem Menschen am Steuer angefahren und vor das selbstfahrende Auto geschleudert. Das selbstfahrende Auto habe zwar sofort gebremst - aber den Zusammenstoß nicht mehr verhindern können. Von Cruise hieß es am Dienstag, man prĂŒfe, wie die Software fĂŒr die Reaktion auf solche seltenen Ereignisse verbessert werden könne.

Die US-Verkehrsbehörde NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration) leitete jĂŒngst eine Voruntersuchung ein und verwies noch auf einen weiteren Zwischenfall. Demnach fuhr ein Cruise-Robotaxi Ende August an einer Ampelkreuzung bei grĂŒnem Licht an - und gleichzeitig trat ein FußgĂ€nger vor das Fahrzeug. Die Software habe versucht, auszuweichen und zu bremsen. Der Wagen sei aber dennoch mit einer Geschwindigkeit von rund zwei Kilometern pro Stunde auf den FußgĂ€nger aufgefahren.

San Francisco ist aktuell ein einzigartiger Testfall fĂŒr selbstfahrende Taxis. In der Stadt sind die General-Motors-Tochter Cruise und die Google-Schwesterfirma Waymo aktiv. Sie bekamen im Sommer von einer kalifornischen Aufsichtsbehörde die Erlaubnis zur Ausweitung ihrer fahrerlosen Beförderungsdienste im gesamten Stadtgebiet. Die Stadtverwaltung und zahlreiche Einwohner waren dagegen. Sie argumentierten unter anderem, dass die von Software gesteuerten Fahrzeuge hĂ€ufig den Verkehr blockierten und damit RettungskrĂ€fte bei EinsĂ€tzen behinderten. Die Unternehmen betonen, dass Roboterautos sicherer als Menschen fahren.

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