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Indische Bahn: 28% der Online-Tickets über Drittanbieter

Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 19:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

28 Prozent der Online-Bahntickets in Indien laufen über Drittanbieter, während Zahlungsdienste weltweit neue Echtzeit- und Open-Banking-Lösungen integrieren.

Indiens Bahnverkehr setzt stark auf digitale Ticketplattformen
Ein moderner, menschenleerer Bahnsteig in Indien im goldenen Licht mit einem vorbeifahrenden Zug im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt.

Die Digitalisierung des indischen Schienenverkehrs erreicht eine neue Stufe. Wie Rahul Himalian, Chairman der Indian Railway Catering and Tourism Corporation (IRCTC), am 8. September 2026 mitteilte, werden mittlerweile 28 Prozent der Online-Bahntickets über Plattformen von Drittanbietern gebucht. Zu den maßgeblichen Akteuren in diesem Segment zählen Dienstleister wie Paytm, MakeMyTrip, ixigo und ConfirmTkt.

Verschiebungen in der digitalen Buchungsstruktur

Die Daten verdeutlichen den hohen Digitalisierungsgrad des indischen Reisemarktes. Insgesamt werden 89 Prozent aller Fahrkarten über digitale Kanäle verkauft. Innerhalb dieser Online-Buchungen entfällt mit 53 Prozent der größte Anteil auf die hauseigene App der IRCTC. Weitere 17 Prozent der Transaktionen werden direkt über die Website des Unternehmens abgewickelt.

Der wachsende Erfolg von Drittanbietern spiegelt sich auch in den Geschäftszahlen der Partner wider. So verzeichnete etwa Paytm im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 ein Wachstum des Bruttotransaktionsvolumens (GTV) über die Schnittstelle UPI von 45 Prozent im Jahresvergleich, was einem Wert von ?5,9 Lakh Crore entspricht.

Internationale Expansion und technologische Integration

Parallel zur Entwicklung in Indien forcieren Zahlungsdienstleister weltweit ihre Kooperationen, um Buchungsprozesse im Reise- und Dienstleistungssektor zu optimieren. Das Technologieunternehmen Juspay erweiterte seine Partnerschaft mit dem Reiseportal Wego für den Markt im Nahen Osten und Nordafrika (MENA).

Juspay verarbeitet nach eigenen Angaben täglich rund 300 Millionen Transaktionen mit einem jährlichen Volumen von einer Billion US-Dollar und einer Systemverfügbarkeit von 99,999 Prozent. Wego konnte durch optimiertes Routing und verbesserte Autorisierungsprozesse die Genehmigungsraten bei Zahlungen steigern.

In Südamerika treibt OKTO Payments die Integration digitaler Zahlungsmethoden voran. In Peru wurde eine direkte Anbindung an Yape realisiert, um insbesondere den Bereich Online-Gaming zu stärken. Yape zählt rund 16 Millionen aktive Nutzer, von denen etwa 7 Millionen zuvor über kein Bankkonto verfügten. In Peru stiegen die digitalen Transaktionen im ersten Halbjahr 2025 um 61,8 Prozent.

Fortschritte bei Echtzeit-Zahlungen und Open Banking

Auch staatliche und grenzüberschreitende Initiativen prägen die aktuelle Marktentwicklung. Zwischen den Malediven und Indien wurde ein System für Echtzeit-Zahlungen gestartet. Dabei verbindet die Plattform Favara mit der indischen UPI-Schnittstelle, was Transaktionen in Malediven-Rufiyaa mit einer Gutschrift in Indischen Rupien ermöglicht.

Im Bereich des Open Banking zeigen aktuelle Implementierungen deutliche Effizienzgewinne. Eine Integration von Ecommpay beim Dienstleister Bill.me führte innerhalb von drei Monaten zu einer Steigerung pünktlicher Zahlungen um 17 Prozent.

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Rund 70 Prozent der dortigen Transaktionen werden bereits über Open Banking abgewickelt, was für Unternehmen geringere Kosten als herkömmliche Kartenzahlungen bedeutet. In Brasilien hat der Anbieter Paddle die Funktion Pix Automático für wiederkehrende Zahlungen eingeführt, um Abonnenten verschiedener Zyklen – von wöchentlich bis jährlich – besser zu bedienen.

Strategische Neuausrichtungen der Plattformbetreiber

Der Markt für Zahlungsabwickler bleibt in Bewegung. PB Pay, eine Tochtergesellschaft von PB Fintech, startete eine eigene Aggregator-Plattform, basierend auf einer im Februar 2026 erhaltenen Lizenz der indischen Zentralbank (RBI). Die Plattform unterstützt eine Vielzahl von Methoden, darunter UPI, Kreditkarten und Wallets über eine einzige Schnittstelle.

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Gleichzeitig zeichnen sich bei großen E-Commerce-Infrastrukturanbietern strategische Änderungen ab. Berichten zufolge plant Shopify, den Einsatz von Drittanbieter-Apps im Checkout-Bereich einzuschränken. Dies würde die Verwendung von benutzerdefiniertem JavaScript im Dokumentenmodell des Checkouts untersagen und Anbieter wie Bolt oder Rokt betreffen. Eine offizielle Ankündigung wird für Dezember erwartet.

Im Bereich der Hotellerie integrierte die BVBank ihre Zahlungslösungen in die Cloud-Systeme von HRS. Diese Technologie kommt bereits in Resorts in Vietnam zum Einsatz und soll künftig auf große Ketten wie Marriott ausgeweitet werden, wobei auch grenzüberschreitende Zahlungen geplant sind.

Laut Marktdaten des Adyen Retail Index ist eine fehlerfreie Abwicklung essenziell: In Hongkong brechen etwa 26 Prozent der Verbraucher einen Kaufvorgang ab, wenn ein Zahlungsfehler auftritt.

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