Zahl, Infektionen

Zahl der bekannten Infektionen mit West-Nil-Virus steigt

05.11.2024 - 05:00:37

Infektionen mit dem West-Nil-Virus bleiben oft unbemerkt, denn Infizierte entwickeln nur selten Symptome. Tests bei Blutspendern decken einen Teil der FĂ€lle auf.

Durch den Stich einer heimischen MĂŒcke haben sich in Deutschland dieses Jahr inzwischen mindestens 26 Menschen mit dem West-Nil-Virus infiziert. In 13 FĂ€llen wurden die Infektionen laut Robert Koch-Institut (RKI) bei Blutspendern festgestellt, die keine Krankheitssymptome aufwiesen. Vier der erfassten Infizierten erkrankten schwer. 2023 waren dem RKI 7 von heimischen MĂŒcken ĂŒbertragene West-Nil-Infektionen und im Jahr zuvor 17 Infektionen gemeldet worden. 

Die meisten Infektionen wurden fĂŒr Sachsen (7), Sachsen-Anhalt (6) und Berlin (5) erfasst. Meldungen gab es darĂŒber hinaus auch aus Brandenburg (3), Schleswig-Holstein (2) und je eine aus ThĂŒringen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, wobei sich die Person aus NRW laut RKI vermutlich in Hamburg infiziert hat. 

Hohe Dunkelziffer bei der Fallzahl

Generell gibt es beim West-Nil-Virus eine sehr hohe Dunkelziffer nicht erfasster FÀlle, da eine Infektion in etwa 80 Prozent der FÀlle ohne Symptome verlÀuft. Bei knapp 20 Prozent gibt es dem RKI zufolge milde, unspezifische Symptome wie Fieber oder Hautausschlag - auch sie bleiben hÀufig unbeachtet. 

Schwerere und tödliche VerlĂ€ufe des West-Nil-Fiebers betreffen meist Ă€ltere Menschen mit Vorerkrankungen. Nur etwa ein Prozent der Infektionen fĂŒhren zu solchen schweren neuroinvasiven Erkrankungen.

Blutspender werden verstÀrkt getestet

In den ersten Jahren, in denen das Virus hierzulande nachgewiesen wurde, seien Blutspender noch nicht so umfassend getestet worden wie inzwischen, hieß es vom RKI zur EinschĂ€tzung der Meldezahlen. Höhere Fallzahlen in den spĂ€teren Jahren seien teilweise auf die verstĂ€rkte Testung zurĂŒckzufĂŒhren 

Laut RKI wird das Virus hauptsĂ€chlich von StechmĂŒcken zwischen wildlebenden Vögeln ĂŒbertragen. Über Vögel infizierte MĂŒcken können das Virus auf Menschen und andere SĂ€ugetiere ĂŒbertragen. Die deutschlandweit verbreiteten Culex-MĂŒcken gelten demnach als HauptĂŒbertrĂ€ger. 

Im SpĂ€tsommer 2019 waren dem RKI zufolge erste durch heimische MĂŒcken ĂŒbertragene West-Nil-Virus-Infektionen in Ostdeutschland bekanntgeworden (insgesamt 5). Auch in den darauffolgenden Jahren wurden in den Sommer- und Herbstmonaten Infektionen in Ostdeutschland (Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und ThĂŒringen) gemeldet. Experten gehen davon aus, dass die Fallzahlen im Zuge des Klimawandels steigen werden.

@ dpa.de