Infineon Smart Power Fab: 5-Milliarden-Fabrik in Dresden eröffnet
16.06.2026 - 02:18:43 | boerse-global.de
Forschungsförderung, Milliardeninvestitionen und steigende Beschäftigtenzahlen treiben die Entwicklung voran.
Bund gibt 15 Millionen für Dresdner Halbleiter-Forschung
Das Forschungszentrum Semeco in Dresden erhält einen Bundeszuschuss von 15 Millionen Euro. Die Mittel fließen über drei Jahre und sollen die Markteinführung medizinischer Halbleiter beschleunigen.
Im Fokus stehen tragbare Ultraschallgeräte, Sensoren für Vitaldaten und Kommunikationsimplantate. Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter erwartet neue Arbeitsplätze und höhere Wertschöpfung für die Region. Ziel ist es, Sachsen zur führenden Region für medizinische Mikroelektronik in Europa zu machen.
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Silicon Saxony: 82.500 Beschäftigte und neue Fabrik
Der Mikroelektronik-Standort wächst weiter. Laut Branchenverband Silicon Saxony stieg die Zahl der Beschäftigten bis Herbst 2025 auf 82.500 – ein Plus von 1.500 im Vergleich zum Vorjahr. Treiber sind die Softwareindustrie (plus 2,12 Prozent) und Zulieferbetriebe. Experten rechnen bis Ende des Jahrzehnts mit über 100.000 Beschäftigten.
Infineon hat im Juni 2026 seine neue „Smart Power Fab“ in Dresden eröffnet. Die Investition von rund 5 Milliarden Euro ist eine der größten der Unternehmensgeschichte. Eine Milliarde Euro steuerte der Staat bei. Die Fabrik produziert Leistungshalbleiter für E-Autos und KI-Rechenzentren. Die Bauzeit betrug knapp drei Jahre – mehrere Wochen früher als geplant.
Europäische Lieferketten und Krebsforschung
Globalfoundries und Qualinx haben einen komplett europäischen Fertigungsablauf für einen GNSS-Chip entwickelt. Der Chip der Reihe QLX3xx verlässt die EU nicht – relevant für Luftfahrt, Verteidigung und kritische Infrastruktur. Regulär nutzen sollen Unternehmen den Ablauf ab 2027.
Auch bei der Krebsbehandlung gibt es Fortschritte. Das sächsische Start-up CollimateHealth schloss im Juni 2026 eine überzeichnete Seed-Finanzierungsrunde über 6 Millionen Euro ab. Mit dabei: der Hightech-Gründerfonds (HTGF). Das Unternehmen entwickelt eine klinisch skalierbare Mikrostrahltherapie. Erste Patientenbehandlungen sind für Ende 2028 geplant.
Hilfe für MedTech-Gründer
Der Weg zum zertifizierten Medizinprodukt ist steinig. Die AGIT hat deshalb im Februar 2026 das Projekt „reACT“ abgeschlossen. Gefördert vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt entstand eine Businessplan-Guideline. Sie soll Start-ups helfen, den streng regulierten Medizintechnikmarkt effizienter zu erobern.
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Parallel treibt Künstliche Intelligenz die Branche voran. Ein KI-System zur Herzdiagnose erreichte in klinischen Tests eine Trefferquote von über 98 Prozent. Solche Systeme brauchen leistungsfähige Halbleiter – und genau die entstehen in Sachsen.
