Inhalatoren: Neues Treibmittel senkt CO2-Emissionen um 90%
Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 13:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In der pharmazeutischen Industrie zeichnet sich eine signifikante technologische Wende bei der Herstellung von Dosieraerosolen (pMDIs) ab. Da herkömmliche Treibmittel in der Atemwegstherapie aufgrund ihres Treibhauspotenzials zunehmend unter ökologischen Druck geraten, rücken alternative Lösungen in den Fokus der Zulassungsbehörden.
Eine zentrale Rolle spielt dabei die Einführung des Treibmittels HFA-152a, das den CO2-Fußabdruck medizinischer Inhalatoren erheblich reduzieren soll.
Strategische Zulassungsverfahren in der Europäischen Union
Das Unternehmen Chiesi hat im Jahr 2026 den Prozess für die EU-Zulassung neuer Dosieraerosole auf Basis von HFA-152a initiiert. Dabei verfolgt das Pharmaunternehmen unterschiedliche regulatorische Wege, um verschiedene Wirkstoffkombinationen auf den Markt zu bringen.
Für eine Dreifachkombination bestehend aus einem inhalierten Kortikosteroid (ICS), einem langwirksamen Beta-2-Agonisten (LABA) und einem langwirksamen Muskarin-Antagonisten (LAMA) wurde ein zentralisiertes Verfahren gewählt.
Parallel dazu wird für eine ICS/LABA-Zweifachkombination ein Zulassungsverfahren angestrebt, bei dem das deutsche Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) als Referenzmitgliedstaat fungiert.
Wie aus einem Branchenbericht vom 10. September 2026 hervorgeht, markieren diese Schritte eine umfassende Modernisierung des Portfolios im Bereich der chronischen Atemwegserkrankungen. Die Wahl des BfArM als federführende Behörde unterstreicht die Bedeutung des deutschen Marktes für die europäische Einführung dieser Technologie.
Während die EU-Zulassungsverfahren für HFA-152a-Dosieraerosole laufen, hat die MHRA im Vereinigten Königreich bereits erste Präparate zugelassen — ein Referenzpunkt für klinische Sicherheit und technische Machbarkeit. Wer seine CO2-Ziele im Gesundheitswesen erreichen und die Versorgung von Asthma- und COPD-Patienten sichern will, sollte die Umstellung jetzt planen. Der kostenlose Leitfaden zeigt die konkreten Schritte. Praxis-Leitfaden HFA-152a jetzt anfordern
Vorreiterrolle und erste Marktzulassungen im Vereinigten Königreich
Während die Verfahren in der Europäischen Union noch laufen, wurden in anderen Regionen bereits erste Meilensteine erreicht. Die britische Arzneimittelbehörde MHRA erteilte bereits am 21. Juli 2026 die weltweit ersten Zulassungen für Dosieraerosole mit dem Treibmittel HFA-152a. Dabei handelt es sich konkret um die Präparate Clenil Modulite in den Dosierungen 100 µg und 200 µg mit dem Wirkstoff Beclometason.
Diese Zulassung im Vereinigten Königreich dient der Branche als Referenzpunkt für die klinische Sicherheit und technische Machbarkeit der neuen Treibmittelgeneration. Sie belegt, dass die Umstellung von den bisher gebräuchlichen Hydrofluoralkanen (HFA) auf die neue Variante HFA-152a ohne Einbußen bei der therapeutischen Wirksamkeit oder Patientensicherheit möglich ist. Die Erfahrungen aus dem britischen Markt dürften für die weiteren internationalen Zulassungsverfahren von erheblicher Bedeutung sein.
Ökologische Relevanz der Treibmittelumstellung
Der Hauptantrieb für den Wechsel der Treibmitteltechnologie liegt in der Verbesserung der Umweltbilanz. Dosieraerosole machen traditionell einen nennenswerten Teil der CO2-Emissionen im Gesundheitswesen aus. Nach Angaben von Chiesi kann der Einsatz von HFA-152a den CO2-Fußabdruck der entsprechenden Produkte um bis zu 90 % senken.
Regulatorischer Druck auf HFA-Treibmittel wächst — und damit das Risiko, dass etablierte Dosieraerosol-Portfolios unter Anpassungszwang geraten. Der kostenlose Leitfaden ordnet die EU-Zulassungswege ein: zentralisiertes Verfahren für die ICS/LABA/LAMA-Dreifachkombination, BfArM als Referenzmitgliedstaat für die ICS/LABA-Zweifachkombination. EU-Zulassungswege im Überblick sichern
Diese Reduktion ist ein entscheidender Faktor für Gesundheitssysteme, die ihre Klimaziele erreichen wollen, ohne die Versorgung von Patienten mit chronischem Asthma oder COPD zu gefährden. Der Übergang zu HFA-152a ermöglicht es, die bewährte Form der Inhalationstherapie beizubehalten und gleichzeitig die Klimaauswirkungen drastisch zu minimieren.
Branchenexperten werten die aktuellen Zulassungsanträge daher als einen notwendigen Schritt zur langfristigen Sicherung dieser Therapieform in einem zunehmend regulierten Umfeld für fluorierte Treibhausgase.
