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Innere Uhr: Forscher identifizieren 27 Genregionen für Schlaf-Störungen

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 09:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Biogena strebt Börsengang in Wien an, während Verbraucherschützer Vitamin-Wässer und Nahrungsergänzungsmittel kritisieren.

Biogena IPO: Gesundheitsmarkt im Fokus von Börse und Kritik
Moderne Laborumgebung mit Nahrungsergänzungsmitteln und medizinischen Analysegeräten für präventive Diagnostik. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Markt für Gesundheitsprodukte wächst rasant. Gleichzeitig rücken Qualitätsprobleme und neue wissenschaftliche Erkenntnisse über das biologische Altern in den Fokus.

Milliardenbewertung: Biogena plant Börsengang

Die Biogena Good Vibes Holding bereitet einen Börsengang an der Wiener Börse vor. Geplant ist für Ende August 2026 eine Kapitalerhöhung von bis zu 25 Millionen Euro. Fünf Millionen Aktien sollen zu 4,803 Euro emittiert werden. Die angestrebte Bewertung liegt bei rund 475 Millionen Euro. Das Unternehmen will den Umsatz bis 2030 auf 500 Millionen Euro steigern. Im Geschäftsjahr 2024/25 lag der Umsatz bei 125 Millionen Euro, das EBITDA bei 19,08 Millionen Euro.

The Quality Group: 40 Prozent Wachstum

Parallel dazu meldet The Quality Group (TQG) starke Zahlen. Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Umsatz um mehr als 40 Prozent auf über 850 Millionen Euro. Die Gruppe mit Marken wie ESN und More Nutrition hatte bereits 2025 die Milliardengrenze geknackt. Mehrheitseigentümer ist CVC Capital Partners.

Auch im Apothekenbereich tut sich etwas. Die Linda Apothekenkooperation führt in Zusammenarbeit mit PXG Pharma eine eigene OTC-Linie ein. Start ist mit Schmerzmitteln in rund 500 Mitgliedsapotheken.

Kritik von Verbraucherschützern: Vitamin-Wässer durchgefallen

Doch der wirtschaftliche Erfolg hat eine Schattenseite. Ein Marktcheck der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt vom Mai 2026 stufte 35 untersuchte Vitamin-Wässer als nicht empfehlenswert ein. Kritikpunkte: überdosierte Vitamine, hohe Zuckergehalte von bis zu 6,7 Gramm pro 100 Millilitern und ein deutlich höheres Preisniveau als Mineralwasser. Bei 24 Produkten wurden die Höchstmengen-Empfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) überschritten.

Ähnlich fiel eine Öko-Test-Untersuchung von 28 Magnesium-Präparaten aus. Nur zwei Produkte waren empfehlenswert. Die Tester beanstandeten Überdosierungen und bedenkliche Zusatzstoffe wie Talkum oder Süßstoffe.

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Gerichtsurteil: Krankenkassen müssen nicht zahlen

Das Landessozialgericht Stuttgart entschied (Az. L 4 KR 3734/21): Gesetzliche Krankenkassen müssen Kosten für orthomolekulare Therapien mit hochdosierten Vitaminen nicht übernehmen. Der Gemeinsame Bundesausschuss hatte das Verfahren nicht anerkannt.

Zusätzlich sieht eine im Juli 2026 beschlossene GKV-Finanzreform vor, Homöopathie aus dem Leistungskatalog zu streichen. Die Zuzahlungen für Medikamente steigen auf bis zu 15 Euro.

Hightech aus Zürich: Atemanalyse misst Fettverbrennung

Forscher der ETH Zürich entwickelten ein tragbares Atemanalysegerät. Es misst über den Acetongehalt in der Atemluft die Fettverbrennung. Das Spin-off Alivion bereitet die Vermarktung unter dem Namen „Nutrion“ vor. Die Entwickler sprechen von einer Genauigkeit, die fast an professionelle Massenspektrometer heranreicht.

Genforschung: 27 Regionen für die innere Uhr identifiziert

Wissenschaftler der MedUni Wien identifizierten in einer Studie mit über 312.000 Teilnehmern der UK-Biobank 27 Genregionen. Sie sind mit Störungen der inneren Uhr assoziiert. Die im Juli 2026 in eBioMedicine veröffentlichten Ergebnisse sollen helfen, individuelle Anfälligkeiten für circadiane Ungleichgewichte besser zu verstehen.

Auch in der Epigenetik gibt es Fortschritte. Eine Multi-Omics-Studie validierte fünf verschiedene „epigenetische Uhren“. Sie bilden unterschiedliche biologische Signalwege des Alterns ab. Die entwickelten Scores zeigten deutliche Korrelationen mit Mortalität und dem Risiko für chronische Erkrankungen wie Diabetes.

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TikTok-Trend: Ballaststoffe in Massen

Auf Plattformen wie TikTok verbreitet sich ein Trend zur massiven Steigerung der Ballaststoffzufuhr. Gesundheitsexperten warnen: Bei zu schneller Umstellung ohne ausreichende Flüssigkeitszufuhr drohen erhebliche Verdauungsprobleme.

Start-up-Szene: Neue Gründer suchen Investoren-Rat

Die nächste Gründergeneration sucht verstärkt den Rat etablierter Investoren. Diego Pooth plant ein Unternehmen für Kombinations-Präparate. Branchenkenner betonen: In diesem dicht besetzten Markt ist ein klares Alleinstellungsmerkmal zwingend erforderlich.

Das Berliner Unternehmen MyGlamy fokussiert sich derweil auf den Bereich „Longevity“. Es setzt auf spezialisierte Algen- und Olivenölsysteme aus eigener Laborentwicklung.

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