Insektenschutz: 75% der Wildbienen nisten im Boden – neue Anleitungen
Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 22:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Steigende Temperaturen und längere Trockenperioden setzen Gärten und Grünflächen zunehmend zu. Behörden, Experten und Kommunen reagieren mit neuen Vorgaben, hitzeresistenten Pflanzen und kreativen Lösungen – vom Urin-Dünger bis zur 3D-gedruckten Kühlwand.
Wasser wird knapp: Landkreis verbietet Pumpen
In trockenen Regionen verschärfen Behörden die Regeln zur Wasserentnahme. Der Landkreis Harburg untersagte am 7. August das Abpumpen von Wasser aus Bächen – wer erwischt wird, zahlt Bußgeld. Erlaubt bleibt nur das Schöpfen mit Handgefäßen.
Um den Wasserbedarf zu senken, setzen Fachleute auf Mulchen: Eine Schutzschicht aus organischem Material hält die Feuchtigkeit im Boden und verhindert das Austrocknen. Zisternen und Regentonnen liefern zudem kostenloses Gießwasser.
Der richtige Zeitpunkt macht den Unterschied. Wer in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden gießt, minimiert die Verdunstungsverluste deutlich. Und noch ein Tipp für Starkzehrer wie Tomaten oder Kürbisse: Bis Anfang August kann stark verdünnter Urin als Stickstoffquelle dienen – sofern keine medizinischen Gründe dagegensprechen.
Hitzeplants: Diese Gehölze trotzen der Trockenheit
Die klassische Gartenflora hat ausgedient. Ein Baumschulen-Experte empfiehlt am 8. August hitzetolerante Gehölze wie Feldahorn, Ungarische Eiche, Blasenbaum sowie Schlehdorn und Liguster. Auch mediterrane Pflanzen wie Feigen oder die Chinesische Hanfpalme fühlen sich zunehmend wohl – brauchen im Winter aber oft noch Schutz.
Beim Rasen gilt: höher mähen statt kurz scheren. Eine Schnitthöhe von 4 bis 5,5 Zentimetern beschattet die Grasnarbe und schützt sie vor dem Austrocknen. Robuste Alternativen sind Mischungen mit Rohrschwingel, Kräuterrasen oder Microclover. Wer es bunt mag, wandelt die Fläche in eine Blumenwiese um.
Rund 75 Prozent der heimischen Wildbienenarten nisten im Boden – doch geeignete Nistplätze werden rar. Mit einem Sandarium schaffen Sie im eigenen Garten schnell und unkompliziert neuen Lebensraum. Unsere Anleitung zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie es geht. Jetzt kostenlose Bauanleitung anfordern
Empfindliche Nutzpflanzen wie Tomaten und Gurken drohen bei extremer Einstrahlung regelrecht Sonnenbrand zu bekommen. Schattierungsnetze oder die Platzierung auf der Nordseite von Gebäuden schaffen Abhilfe.
Lebensretter im Garten: Wasserstellen und Sandarien
Der Hitzesommer setzt auch Tieren zu. Der Nabu Oldenburger Land veröffentlichte am 8. August Bauanleitungen für minimalistische Insektentränken – kleine Wasserstellen, die täglich gereinigt werden sollten. In Wegberg gibt es zudem den Hinweis, Regentonnen abzudecken oder mit Ausstiegshilfen für Igel und Eichhörnchen zu versehen.
Besonders wichtig ist der Schutz bodennistender Wildbienen: Rund 75 Prozent der 570 heimischen Arten leben im Erdreich. Sandarien mit offenen Sandflächen schaffen dringend benötigte Nistplätze – demonstriert wurde das am 8. August im Rahmen eines Sommercamps.
In der Esterau-Niederung laufen derweil großflächige Projekte zur Wiederansiedlung von Amphibien. Der Moorfrosch und die Knoblauchkröte erhalten neue Gewässer mit einer Tiefe von über einem Meter – so bleiben auch in trockenen Phasen Rückzugsräume erhalten.
KĂĽhle Ideen: 3D-Druck gegen Hitze
Ihr Garten kann mehr für den Insektenschutz tun – gerade im Sommer. Neben einer Wasserstelle für durstige Insekten ist ein Sandarium eine der effektivsten Maßnahmen, um bodenlebenden Wildbienen zu helfen. Erfahren Sie, wie Sie beides mit einfachen Mitteln umsetzen. Bauanleitung für Insektentränke & Sandarium sichern
Forschende der TU Graz präsentierten am 8. August eine ungewöhnliche Lösung: eine Kühlwand aus 3D-gedruckten Tonwürfeln. Durch Verdunstungskühlung sinkt die Temperatur direkt an der Wand um knapp 7 Grad. Effizienz und Wasserverbrauch der Keramikelemente werden derzeit in weiteren Versuchsreihen untersucht.
Kommunen setzen verstärkt auf finanzielle Anreize. Darmstadt fördert am 7. August die Entsiegelung privater Flächen: Wer Höfe "abpflastert" oder Dächer und Fassaden begrünt, bekommt Zuschüsse. Das Ziel: mehr Verdunstung und Verschattung für ein besseres Mikroklima in der Stadt.
