Insektenschutz: BROMMI-Projekt belegt Wirkung von Habitatmaßnahmen
Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 15:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Wespenplage, invasive Hornissen, Insektenschutz: Der Sommer 2026 zeigt, welche Methoden im Garten wirklich wirken. Forscher präsentierten nun Ergebnisse aus fünf Jahren Naturschutzarbeit.
BROMMI-Projekt liefert handfeste Ergebnisse
Nach fünfeinhalb Jahren Laufzeit endete im Juni das Projekt „Biosphärenreservate als Modelllandschaften für den Insektenschutz“ (BROMMI). Die im August in Oberried vorgestellten Ergebnisse belegen: Gezielte Maßnahmen zur Habitatverbesserung zeigen Wirkung.
Besonders Insektenschonstreifen erwiesen sich als effektiv für den Erhalt lokaler Populationen. Auch sogenannte „Beetle Banks“ – erhöhte Grasrücken – reduzierten den Bedarf an Insektiziden in angrenzenden Flächen. Weitere erfolgreiche Methoden: Mosaikmahd, Balkenmähwerke sowie Totholzhaufen und Erdanrisse.
Diese Strukturen fördern nicht nur die Vielfalt, sondern unterstützen auch gefährdete Arten wie den Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling. Der Schmetterling des Jahres 2026 ist auf feuchte Wiesen mit Roten Knotenameisen angewiesen – deren Erhaltungszustand in Deutschland gilt als ungünstig.
Wespenabwehr: Diese Hausmittel sind wirkungslos
Hohe Wespenaktivität im August – doch viele bekannte Abwehrmethoden taugen nichts. Der Entomologe Michael Ohl und die Biologin Dr. Melanie von Orlow bewerteten gängige Hausmittel kritisch.
Nestattrappen aus Papier oder Ablenkungsfütterung mit Obst? Weitgehend wirkungslos. Dr. von Orlow warnt sogar: Die Obstfütterung könne das Gegenteil bewirken. Auch Duftöle oder Papiertüten bieten laut NABU Bremen keinen zuverlässigen Schutz.
Wirksam sind dagegen Wassernebel aus Sprühflaschen oder Rauch. Professorin Sigrid Liede-Schumann von der Universität Bayreuth verweist auf die ökologische Rolle der Tiere: Wespen regulieren Schädlinge und bestäuben Pflanzen. Ihre Empfehlung: Zuckerwasser in deutlichem Abstand zu Aufenthaltsbereichen platzieren.
Wichtig: Wespen niemals anpusten! Das Kohlendioxid im Atem macht die Tiere aggressiv. Und Nester sollten aus Naturschutzgründen nicht eigenständig entfernt werden.
Die BROMMI-Studie zeigt: Mit gezielten Maßnahmen fördern Sie Insekten im eigenen Garten – und halten lästige Wespen fern. Erfahren Sie, welche Methoden wirklich wirken und welche Hausmittel Sie sich sparen können. Jetzt kostenlosen Garten-Leitfaden anfordern
Asiatische Hornisse: Problem für Imker
Die Asiatische Hornisse deckt bis zu 80 Prozent ihres Speiseplans durch Honigbienen. In Westdeutschland breitet sie sich verstärkt aus – der NABU ruft daher zur Zählaktion auf, die bis zum 30. November läuft.
Baden-Württemberg erhöht die Förderung für Nestentfernung: Ab September gibt es 200 Euro für die Beseitigung eines Sekundärnestes durch registrierte Fachkräfte.
Biologischer Pflanzenschutz: Erfolge im Rapsfeld
Die Deutsche Saatveredelung (DSV) meldet Fortschritte bei der biologischen Schädlingsbekämpfung. Spezielle Beisaat-Mischungen in Rapsfeldern reduzierten den Befall mit Erdflohlarven deutlich: In Asendorf (Niedersachsen) sank die Larvenzahl um 20 Prozent, in Frankreich wurden Reduktionen bis zu 42 Prozent gemessen.
Kompost und Biotonne: So klappt's ohne Maden
Für Hausgärten gibt es seit Anfang August neue Anleitungen für Drei-Kammer-Kompostanlagen aus Paletten. Die Systeme verwandeln Gartenabfälle geordnet in wertvollen Humus.
Wespenplage im Sommer? Die Biologin Dr. Melanie von Orlow rät von vielen Hausmitteln ab. Unser Leitfaden zeigt, was wissenschaftlich belegt hilft – von Wassernebel bis zu insektenfreundlichen Strukturen. Wirksame Wespenabwehr jetzt sichern
Bei Maden in der Biotonne helfen feuchtigkeitsbindende Materialien: Eierkartons auf dem Tonnenboden oder spezielle Gesteinsmehl-Präparate (Kieselgur) entziehen den Maden die Lebensgrundlage. Kieselgur in Lebensmittelqualität trocknet auch Ameisen aus – ganz ohne Chemie.
Fliegende Ameisen im Hochsommer? Das ist der Hochzeitsflug und endet meist nach wenigen Tagen von selbst. Wer unterstützen will, setzt Nematoden ein oder pflanzt stark duftende Kräuter wie Lavendel und Thymian.
