Intel Arc Pro B70: 128 GB VRAM für 3.800 Euro schlagen Nvidia
19.06.2026 - 02:33:54 | boerse-global.de
Vier Intel-Grafikkarten für 3.800 Euro bieten 128 GB VRAM – und schlagen damit teurere Nvidia-Lösungen.
Hardware-Tests vom 18. Juni 2026 zeigen: Intels Arc Pro B70 wird zur ernstzunehmenden Option für Unternehmen, die KI-Modelle lokal betreiben wollen. Das Analysehaus Puget Systems hat eine Konfiguration mit vier dieser Karten geprüft – und das Ergebnis überrascht.
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Speicher-Überlegenheit bei niedrigeren Kosten
Die Rechnung ist einfach: Vier Arc Pro B70 mit je 32 GB VRAM ergeben 128 GB Gesamtspeicher – zum Preis von rund 3.800 Euro. Zum Vergleich: Zwei Nvidia RTX 5090 kosten etwa 4.000 Euro, bieten aber nur 64 GB. Das Intel-Setup liefert also die doppelte Speicherkapazität zu einem niedrigeren Preis.
Damit lassen sich Modelle mit bis zu 35 Milliarden Parametern ausführen. Die Einzelkarten-Leistung kann sich ebenfalls sehen lassen: 72,9 Tokens pro Sekunde bei Qwen2.5 3B, 66,9 bei DeepSeek R1 8B. Für größere Modelle wie Llama 3.1 8B oder Qwen3 8B erreicht die Hardware 35,4 beziehungsweise 34,7 Tokens pro Sekunde.
Xe-Forge: Intels Software-Offensive
Am 17. Juni brachte Intel Xe-Forge an den Start – ein Toolkit, das LLMs nutzt, um Triton-Kernel speziell für die Arc-Pro-GPUs zu optimieren. Die Ergebnisse sind beeindruckend: Eine durchschnittliche Beschleunigung um den Faktor 1,26 gegenüber PyTorch, bei einer Erfolgsquote von 69 Prozent über verschiedene Aufgaben hinweg.
In Produktionsumgebungen fallen die Gewinne noch deutlicher aus. Die Xe-Forge-Kernel übertreffen vLLM-Produktionskernel um das 2,8-Fache – und bei Flash-Forward-Operationen sogar um den Faktor 13,3. Entwickler können das Toolkit direkt über den Hugging Face Kernel Hub nutzen.
Stabilitätsprobleme im Multi-GPU-Betrieb
Doch nicht alles läuft rund. Ein aktueller GitHub-Eintrag dokumentiert Abstürze in bestimmten Multi-GPU-Konfigurationen. Konkret: Ein System mit Arc Pro B70 und Arc B580 stürzt beim Einsatz von Pipeline-Parallelität regelmäßig ab – oft schon nach ein oder zwei Anfragen.
Die Hardware lädt Modelle zwar erfolgreich, doch die Kommunikation zwischen den Karten bricht zusammen. „Device lost“-Fehler und Timeouts sind die Folge. Für Unternehmen, die auf stabile Multi-GPU-Setups angewiesen sind, bleibt das ein Risiko.
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Die große Strategie: Intelligence Centers statt Cloud
Intel verfolgt 2026 einen anderen Ansatz als die Konkurrenz. Statt auf zentralisierte Cloud-Cluster setzt der Chipriese auf verteilte Unternehmens-KI – sogenannte Intelligence Centers. Auf der Computex 2026 präsentierte Intel gleich mehrere Neuvorstellungen:
- Xeon 6+: Prozessor mit 288 Darkmont-E-Cores
- Crescent Island: Erste dedizierte Inferenz-Datacenter-GPU mit bis zu 480 GB LPDDR5X-Speicher. Muster sollen in der zweiten Jahreshälfte 2026 ausgeliefert werden, die volle Verfügbarkeit ist für 2027 geplant.
Parallel dazu erweitert Intel das Workstation-Angebot: Die Arc Pro B50 für 299 Euro mit 16 GB VRAM und die B60 für 500 Euro mit 24 GB. Mit „Project Battlematrix“ sind Konfigurationen von bis zu acht B60-GPUs möglich – 192 GB VRAM für lokale Inferenz von Modellen mit über 70 Milliarden Parametern.
Die Frage bleibt: Kann Intel die Stabilitätsprobleme lösen, bevor Nvidia mit eigenen Lösungen nachzieht? Der Preisvorteil ist da – jetzt muss die Zuverlässigkeit folgen.
