Intermittierendes, Fasten

Intermittierendes Fasten: Studie belegt Gedächtnis-Verbesserung bei Senioren

Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 22:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Pilotstudie zeigt kognitive Vorteile durch zeitlich begrenzte Nahrungsaufnahme bei übergewichtigen Frauen über 50. Experten fordern weitere Forschung.

Rutgers-Studie: Intervallfasten verbessert kognitive Fähigkeiten bei Frauen
Eine aktive Seniorin in einer hellen Küche, die Fokus auf Gesundheit und geistige Klarheit im Alter symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Aktuelle klinische Forschungsergebnisse der Rutgers University deuten auf einen signifikanten Zusammenhang zwischen intermittierendem Fasten und der mentalen Verfassung im höheren Lebensalter hin. Im Zentrum der Untersuchungen stehen die Auswirkungen zeitlich begrenzter Nahrungsaufnahme auf die kognitiven Fähigkeiten sowie das allgemeine Wohlbefinden von Senioren. Die im Rahmen der Fachkonferenz NUTRITION 2026 im Juli vorgestellten Daten geben Aufschluss darüber, wie spezifische Ernährungsmuster die Gehirngesundheit beeinflussen könnten.

Ergebnisse der Pilotstudie zur Zeitrestriktion

In einer Pilotstudie untersuchten Forscher der Rutgers University eine Gruppe von 47 Frauen im Alter zwischen 50 und 79 Jahren, die als übergewichtig oder adipös eingestuft wurden. Die Teilnehmerinnen wurden in zwei Gruppen unterteilt, um die Auswirkungen unterschiedlicher Zeitfenster für die Nahrungsaufnahme zu vergleichen. Eine Gruppe praktizierte eine strikte Zeitrestriktion, bei der die tägliche Nahrungsaufnahme auf ein Fenster von acht bis neun Stunden – konkret zwischen 10:00 Uhr und 18:00 Uhr – begrenzt wurde. Die Kontrollgruppe hielt ein breiteres Fenster von zwölf Stunden ein.

Die Auswertung der Daten nach einem Zeitraum von sechs Monaten ergab deutliche Unterschiede in der kognitiven Leistungsfähigkeit. Die Probandinnen der Gruppe mit dem kürzeren Zeitfenster zeigten signifikante Verbesserungen in den Bereichen räumliche Planung und Problemlösung. Zudem beobachteten die Wissenschaftler bei dieser Gruppe einen Trend zu einer geringeren Fehlerquote bei Gedächtnis- und Lerntests im Vergleich zur Kontrollgruppe.

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Gewichtsverlust und metabolische Beobachtungen

Hinsichtlich der körperlichen Veränderungen stellten die Forscher fest, dass beide Studiengruppen einen Gewichtsverlust verzeichneten. Die Teilnehmerinnen verloren nach sechs Monaten durchschnittlich etwa 15 Pfund (entsprechend zirka 6,8 Kilogramm) beziehungsweise rund 7 Kilogramm. Obwohl der Gewichtsverlust in beiden Gruppen ähnlich ausfiel, traten die kognitiven Vorteile primär in der Gruppe mit dem stärker eingeschränkten Zeitfenster auf.

Studienleiterin Sue Shapses betonte in diesem Zusammenhang die Relevanz der Ergebnisse für die Altersforschung. Die Mechanismen, die diesen Verbesserungen zugrunde liegen, sollen in künftigen Untersuchungen detaillierter betrachtet werden. Dabei stehen insbesondere die Einflüsse auf zirkadiane Rhythmen, den Stoffwechsel sowie Entzündungsprozesse im Fokus der Wissenschaftler.

Demografische Aspekte und kognitives Screening

Parallel zu der klinischen Untersuchung führte die Rutgers University ein separates Gedächtnisscreening bei 160 afroamerikanischen Senioren durch, die in Sozialwohnungen leben. Die Ergebnisse dieser Untersuchung unterstreichen die Dringlichkeit präventiver Ansätze: Zwei Drittel der Teilnehmer wiesen einen überdurchschnittlichen Gedächtnisverlust auf, während bei fast der Hälfte der Befragten eine Demenz festgestellt wurde.

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Diese Daten verdeutlichen den Bedarf an kostengünstigen und leicht umsetzbaren Interventionen wie dem intermittierenden Fasten, um die kognitive Gesundheit in gefährdeten Bevölkerungsgruppen zu unterstützen. Das Forschungsprogramm wurde durch finanzielle Mittel der Hearst Foundations in Höhe von 100.000 USD sowie durch Eli Lilly mit einem Betrag von 587.000 USD gefördert.

Fachliche Einordnung der Forschungsergebnisse

In der Fachwelt wurden die Ergebnisse der Rutgers University mit Interesse aufgenommen. Valter Longo von der University of Southern California bewertete die vorliegenden Daten als positive Anzeichen für das Potenzial ernährungsbasierter Ansätze in der Geriatrie. Auch Wendy Hall vom King's College London äußerte sich unterstützend zu der Studie, mahnte jedoch gleichzeitig eine vorsichtige Interpretation an, da es sich um eine Pilotuntersuchung handelt.

Die Forschung deutet insgesamt darauf hin, dass die zeitliche Steuerung der Nahrungsaufnahme ein relevanter Faktor für die Aufrechterhaltung der geistigen Leistungsfähigkeit im Alter sein könnte. Weitere großangelegte Studien werden notwendig sein, um die beobachteten Trends zu bestätigen und die genauen physiologischen Abläufe zu entschlüsseln.

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