Apple, Sicherheitslücken

iOS 26.6: Apple schließt 78 Sicherheitslücken mit neuem BlastDoor

Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 05:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Apple schließt 78 Lücken, Kaspersky warnt vor Trojaner SparkKitty. GMX und Web.de führen Passkeys für 38 Millionen Konten ein.

Neue Sicherheitsrichtlinien: Smartphone-Nutzer in der Pflicht
Ein modernes Smartphone auf einem Schreibtisch in einer professionellen Büroumgebung als Symbol für mobile IT-Sicherheit. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Angesichts einer zunehmend bedrohlichen Cyber-Sicherheitslage wurden neue Sicherheitsrichtlinien veröffentlicht, die Smartphone-Nutzer zu einem proaktiven Schutz ihrer Geräte anhalten. Hintergrund der Empfehlungen sind Berichte über immer komplexere Malware-Kampagnen und eine Vielzahl neu entdeckter Schwachstellen, die sowohl Android- als auch iOS-Systeme betreffen.

Apple schließt zahlreiche Sicherheitslücken mit Systemupdates

Apple hat Ende Juli 2026 umfassende Aktualisierungen für seine Betriebssysteme bereitgestellt. Die Versionen iOS 26.6 und iPadOS 26.6 beheben insgesamt 78 Sicherheitslücken, was in 87 CVE-Einträgen dokumentiert ist. Zu den kritischen Schwachstellen gehörten unter anderem Probleme bei der Rechteverwaltung, die den Zugriff auf Kernel-Code oder das Umgehen der Sandbox ermöglichten. Betroffen waren unter anderem Komponenten wie der AVEVideoEncoder, MediaRemote und das Game Center.

Neben Fehlerkorrekturen und Stabilitätsverbesserungen führt Apple ein neues Sicherheitsmodell namens BlastDoor für Apple Maps ein. Zudem enthalten die Updates Vorbereitungen für das im Herbst erwartete iOS 27, darunter Optimierungen für den Spotlight-Index. Nutzer erhalten nun auch Warnhinweise, wenn die Anzahl der blockierten Kontakte den Schwellenwert von 20.000 überschreitet.

Spezialisierte Trojaner und großflächige Phishing-Kampagnen

Sicherheitsforscher beobachten eine Zunahme spezialisierter Schadsoftware. Kaspersky identifizierte jüngst den Trojaner SparkKitty, der seit Februar 2024 aktiv ist. Die Malware nutzt optische Zeichenerkennung (OCR), um Krypto-Seed-Phrasen aus Fotos auf dem Gerät zu stehlen. Betroffen waren Apps wie ?coin im App Store und SOEX im Google Play Store, wobei letztere über 10.000 Installationen verzeichnete. Kaspersky rät Nutzern dringend dazu, Screenshots von sensiblen Zugangsdaten zu löschen und Hardware-Wallets zu verwenden.

Gleichzeitig sind über 300.000 Android-Geräte durch eine Kampagne kompromittiert worden, die gefälschte Virenwarnungen und Push-Benachrichtigungen nutzt. Über betrügerische Domains werden Anwender dazu verleitet, Berechtigungen zu erteilen oder vermeintliche System-Updates zu installieren. Experten empfehlen in solchen Fällen, Benachrichtigungsrechte zu entziehen und DNS-Filter einzusetzen.

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Gefahren im öffentlichen Raum und nach Gerätediebstahl

Ein weiteres Bedrohungsszenario betrifft die Nutzung öffentlicher Infrastrukturen. Die Gruppe APT28 (Fancy Bear) kompromittiert laut Analysen von ReliaQuest seit Juni 2026 WLAN-Zugangspunkte in Hotels und Konferenzzentren in mehreren Ländern. Mittels DNS-Poisoning wird der Datenverkehr auf gefälschte Login-Seiten von Microsoft 365 umgeleitet, um Zugangsdaten abzugreifen. Als Schutzmaßnahme wird die konsequente Nutzung von VPN-Tunneln empfohlen.

Auch nach einem physischen Diebstahl des Geräts bleibt das Risiko hoch. Die Telekom warnt vor einer Betrugsmasche, bei der Täter Phishing-SMS im Namen von Apple oder Google versenden. Darin wird behauptet, das gestohlene Gerät sei gefunden worden. Die beigefügten Links führen jedoch auf gefälschte Seiten zur Eingabe der Account-Daten. Betroffenen wird geraten, die SIM-Karte sofort zu sperren und das Gerät keinesfalls aus dem eigenen Konto zu entfernen.

Modernisierung der Authentifizierung und Support-Ende

Um die Sicherheit gegen Phishing zu erhöhen, haben GMX und Web.de Ende Juli die Nutzung von Passkeys für rund 38 Millionen Konten freigeschaltet. Das Verfahren basiert auf einem kryptografischen Schlüsselpaar und ermöglicht den Login per Fingerabdruck oder Gesichtsscan, ohne dass ein Passwort übertragen werden muss.

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Während neue Sicherheitsstandards eingeführt werden, endet für ältere Systeme die Unterstützung. Google hat den Support für Android 6 (Marshmallow) eingestellt. Damit erhalten zahlreiche ältere Smartphone-Modelle, darunter Geräte von Xiaomi wie das Mi 4 oder Redmi Note 3, keine Updates mehr für Google Play Services. Dies führt dazu, dass sicherheitsrelevante Funktionen wie Play Protect nicht mehr aktualisiert werden und gängige Apps wie YouTube oder Gmail höhere Systemversionen voraussetzen.

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