Apple, KI-Funktionen

iOS 27: Apple blockiert KI-Funktionen in der EU wegen DMA-Streit

15.06.2026 - 07:43:17 | boerse-global.de

Apple verweigert EU-Nutzern die neuen KI-Features wegen des DMA-Streits. Die Blockade betrifft Siri, iPhone Mirroring und SharePlay.

Apple vs. EU: Neue Siri-KI-Funktionen in Europa gestoppt
Apple - A digital brain graphic with glowing nodes overlaid on an EU map silhouette, symbolizing AI features blocked in the EU. 15.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der iPhone-Konzern bestätigte am Sonntag, dass die neuen Siri-KI-Funktionen in der EU nicht mit den kommenden Betriebssystemen iOS 27 und iPadOS 27 ausgeliefert werden. Grund ist der anhaltende Streit über den Digital Markets Act (DMA).

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Streitpunkt: Datenschutz gegen Marktöffnung

Im Zentrum des Konflikts steht die Frage der Interoperabilität. Die EU-Kommission verlangt von sogenannten „Gatekeepern" wie Apple, dass sie Drittanbietern Zugriff auf Kernfunktionen ihrer Plattformen gewähren. Apple argumentiert, dass eine solche Öffnung die Privatsphäre und Datensicherheit der Nutzer gefährden würde.

Bereits Anfang Juni hatte Apple bei der EU-Kommission eine 18-monatige Ausnahmegenehmigung von bestimmten DMA-Verpflichtungen beantragt. Die Behörde lehnte ab. „Der DMA ist nicht verhandelbar", stellte Kommissionssprecher Thomas Regnier klar. Die Entscheidung, die neuen Funktionen zurückzuhalten, liege allein bei Apple.

Betroffene Funktionen: Mehr als nur Siri

Die Blockade betrifft nicht nur die Sprachassistentin. Auch iPhone Mirroring und SharePlay Screen Sharing – beides Teil der Apple-Intelligence-Familie – werden in der EU nicht verfügbar sein. Während europäische Nutzer leer ausgehen, plant Apple einen Beta-Start der neuen Siri-KI in den USA für Ende 2026. Auch in China werden die Funktionen voraussichtlich nicht ausgerollt.

Technische Basis: Milliarden-Modell im Hintergrund

Die neue Siri-KI basiert auf einem Gemini-Modell mit 1,2 Billionen Parametern. Branchenexperten schätzen die Betriebskosten auf umgerechnet rund 900 Millionen Euro pro Jahr. Für die nötige Rechenleistung arbeitet Apple mit Google und NVIDIA zusammen – über den Dienst Private Cloud Compute.

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Ein Blick in die Beta von iOS 27, die nach der Entwicklerkonferenz am 8. Juni verteilt wurde, offenbart zudem ein verstecktes „Extensions"-Framework. Dieses soll offenbar Drittanbieter-KIs wie ChatGPT, Claude oder Gemini direkt in Siri integrieren. Bislang ist die Funktion jedoch deaktiviert.

Strategische Gründe für die Zurückhaltung

Dass Apple das Drittanbieter-System nicht auf der Entwicklerkonferenz vorstellte, lässt auf mehr als nur regulatorische Bedenken schließen. Insider berichten von potenziellen rechtlichen Problemen: Exklusivvereinbarungen mit einzelnen KI-Partnern könnten Klagen anderer Anbieter wie OpenAI nach sich ziehen.

Indem Apple die Erweiterungsschnittstelle deaktiviert lässt, setzt das Unternehmen offenbar auf die eigene Siri-KI statt auf Konkurrenzprodukte. Zwar bestätigte Apple die Integration von Anthropics Claude in das breitere Apple-Intelligence-Ökosystem – die Kernfunktionen von Siri bleiben jedoch der hauseigenen und partnerverwalteten Cloud-Architektur vorbehalten.

Was bedeutet das für deutsche Nutzer? Wer in der EU lebt, wird die neuen KI-Funktionen vorerst nicht nutzen können. Ob und wann Apple nachgibt, hängt maßgeblich vom weiteren Verlauf des DMA-Streits ab.

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