iOS 27: Apples KI-Fotografie schließt Lücke zu Studioqualität
Veröffentlicht am: 04.08.2026 um 08:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mit iOS 27 holt Apple die Profi-Fotografie endgültig aufs Smartphone. Die neuen KI-Werkzeuge in der Fotos-App sollen den Abstand zwischen Mobile-Shooting und Studioqualität schließen – und dürften auch für deutsche Kreativschaffende interessant sein.
Generative KI erweitert den Bildausschnitt
Das Herzstück des Updates ist das „Extend"-Werkzeug in der Fotos-App. Es nutzt generative KI, um bis zu 25 Prozent zusätzlichen Bildinhalt an jeder Seite eines Fotos zu ergänzen. Damit lassen sich verwackelte Kompositionen retten oder Horizonte erweitern, die beim Shooting nicht ins Bild passten.
Voraussetzung sind Apples eigene Chips: Auf dem Mac genügen die M1- bis M6-Prozessoren, beim iPad ist der A17 Pro oder neuer Pflicht. iPhone-Nutzer brauchen mindestens ein Pro-Modell ab der 15er-Generation. Die Bearbeitung lässt sich zwar rückgängig machen, doch Apple setzt eine täliche Nutzungsgrenze. Wer mehr will, muss auf iCloud+ oder Apple One upgraden.
Ergänzend kommt „Spatial Reframe" hinzu. Damit lässt sich die Kameraperspektive nachträglich verändern – die KI holt Bildhintergründe hervor, die ursprünglich nicht im Rahmen lagen. Das hilft bei stürzenden Linien in der Architekturfotografie oder bei Porträts mit ungünstigem Winkel. Erste Tests der Entwickler-Beta zeigen allerdings uneinheitliche Ergebnisse: Bei Personen kommt es gelegentlich zu Verzerrungen.
AirPods als Fernauslöser
Apple erweitert zudem die Vernetzung zwischen Hardware und Kamera-Schnittstelle. Bereits seit iOS 26 lassen sich verschiedene AirPods-Modelle – darunter AirPods 4, Pro 2, Pro 3 und Max 2 – als Fernauslöser nutzen. Das ermöglicht freihändiges Fotografieren, etwa bei Langzeitbelichtungen oder Selfies mit Stativ.
Der ProRAW-Standard bleibt das Werkzeug für höchste Detailansprüche: Auf dem iPhone 14 Pro und neuer liefert er 48 Megapixel Auflösung, was Dateigrößen von rund 75 Megabyte bedeutet. Wer Speicherplatz sparen will, kann auf die 12-Megapixel-Variante mit etwa 25 Megabyte pro Bild zurückgreifen.
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Für den professionellen Workflow führt die Fotos-App in iOS 27 die Sammlung „Von mir aufgenommen" ein. Dieser Filter blendet Screenshots, geteilte Bilder und Downloads automatisch aus – sichtbar bleibt nur, was tatsächlich mit der Kamera-App aufgenommen wurde.
Kino-Qualität: iPhone als Filmkamera
Dass das iPhone in der Spitzenproduktion angekommen ist, zeigte zuletzt der Kinofilm „28 Years Later" von Danny Boyle. Die Produktion setzte für die Hauptaufnahmen auf iPhones und kompakte Kameras, die visuellen Effekte übernahm die Firma Union. Auch die iPhone Photography Awards 2026 unterstrichen die technischen Möglichkeiten: Ziqiang Luo erhielt eine lobende Erwähnung für ein Foto chinesischer Feuerkunst, aufgenommen mit einem iPhone 16 Pro und 223-Millimeter-Digitalzoom.
Zubehör-Markt reagiert: Retro-Kit für iPhone-Fotografen
Drittanbieter erweitern die physischen Möglichkeiten des iPhones ebenfalls. PGYTech sammelt derzeit auf Kickstarter Geld für das „RetroVa Vintage Imaging Kit", das für iPhone 16 und 17 Pro entwickelt wurde. Zum Preis von rund 210 Euro (229,95 US-Dollar) enthält das Set eine Spezialhülle, einen Batteriegriff und ein 2,35-fach-Teleobjektiv. Das System benötigt eine eigene App und bietet einen microSD-Slot für ausreichend Speicher bei intensiven Shootings.
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Snapseed erweitert RAW-Unterstützung
Auch außerhalb des Apple-Universums tut sich etwas: Die Bearbeitungs-App Snapseed unterstützt in Version 4.1.3 deutlich mehr RAW-Formate. Auf Android 12L und neuer werden nun unter anderem DNG, ARW, RAF, NEF, CR3, ORF und PEF verarbeitet.
Siri-Offensive: KI-Assistent mit Google-Power
Die größere KI-Strategie von Apple umfasst auch die grundlegend überarbeitete Siri. Nach einer Beta-Phase ab Juli soll die neue Version im September für alle Nutzer erscheinen. Sie basiert auf einer Partnerschaft mit Google Gemini und nutzt Private Cloud Compute für die Verarbeitung auf dem Gerät. Die Entwicklung folgt auf die Beilegung eines Rechtsstreits über 250 Millionen US-Dollar, der frühere Versionen des Assistenten betraf. Die neue Siri versteht persönlichen Kontext über Fotos, E-Mails und Kalender hinweg – und soll so bei komplexeren kreativen und organisatorischen Aufgaben helfen.
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