Apples, Fernsperr-Technik

iPhone-DiebstÀhle: Apples Fernsperr-Technik senkt Raube um 18%

12.06.2026 - 18:14:20 | boerse-global.de

Eine Kooperation mit Apple senkt Handyraube in London drastisch. Gestohlene iPhones werden ferngesperrt und fĂŒr Hehler wertlos.

Apple und Scotland Yard: Gemeinsam gegen iPhone-DiebstÀhle in London
Apples - A smartphone with a digital lock icon, overlaid on a blurred cityscape with faint police lights, symbolizing device security and law enforcement. 12.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Eine beispiellose Zusammenarbeit zwischen Scotland Yard und Apple hat die Zahl der Handyraube in London massiv sinken lassen. Die Polizei meldet einen RĂŒckgang von 14.000 DiebstĂ€hlen innerhalb eines Jahres – und das liegt vor allem an einer neuen Technik, die gestohlene GerĂ€te praktisch wertlos macht.

Technische HĂŒrden gegen den Hehler-Markt

Das KernstĂŒck der Kooperation: Apple erhĂ€lt von der Polizei die GerĂ€tekennungen (IMEI-Nummern) gestohlener iPhones und kann diese dann aus der Ferne sperren. Met-Polizeichef Sir Mark Rowley bestĂ€tigte, dass Apple die technischen HĂŒrden gemeistert habe, um gestohlene GerĂ€te in unbrauchbare „Ziegelsteine" zu verwandeln. Sobald ein Telefon als gestohlen gemeldet wird, lĂ€sst es sich weder reaktivieren noch wieder ins Mobilfunknetz einbuchen.

Anzeige

Damit die neue „Stolen Device Protection“ und andere Sicherheitsfunktionen nach einer Aktualisierung auch wirklich aktiv sind, sollten iPhone-Nutzer bestimmte MenĂŒpunkte genau prĂŒfen. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen Schritt fĂŒr Schritt, wie Sie iOS-Updates stressfrei installieren und Ihre PrivatsphĂ€re optimal absichern. Kostenlosen Update-Ratgeber jetzt herunterladen

Entscheidend ist die Funktion „Stolen Device Protection", die mit dem iOS-26.4-Update Anfang des Jahres zum Standard wurde. Sie verzögert sensible Änderungen am GerĂ€t, wenn es sich an einem unbekannten Ort befindet. Die Folge: Die Reaktivierungsrate gestohlener iPhones stĂŒrzte von rund 80 Prozent auf unter 20 Prozent ab.

Beeindruckende Zahlen aus der britischen Hauptstadt

Die Erfolge sind messbar. Zwischen Juni 2025 und Mai 2026 verzeichnete die Metropolitan Police 14.000 weniger HandydiebstĂ€hle – ein RĂŒckgang von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders deutlich wird der Trend im Londoner Bezirk Westminster: Dort gingen die DiebstĂ€hle in den ersten fĂŒnf Monaten des Jahres 2026 um 45,8 Prozent zurĂŒck.

Doch die Dimension des Problems bleibt gewaltig. Zwischen 2017 und Februar 2024 wurden in London fast 587.500 Handys gestohlen – weniger als 14.000 davon wurden sichergestellt. Und die organisierte KriminalitĂ€t schlĂ€ft nicht: Auf Plattformen wie Snapchat sollen Kinder mit bis zu 380 Pfund (rund 450 Euro) pro gestohlenem iPhone geködert werden.

Razzien und internationale Dimension

Die Polizei setzt nicht nur auf Technik, sondern auch auf klassische Fahndung. Innerhalb von vier Wochen im FrĂŒhjahr nahmen die Beamten 248 VerdĂ€chtige fest und stellten 770 gestohlene GerĂ€te sicher. Eine Razzia im April 2026 förderte gleich 1.000 mutmaßlich gestohlene Handys zutage – sie waren Teil eines internationalen Schmuggelrings mit einem geschĂ€tzten Volumen von mehreren hundert Millionen Euro. Rund 40 Prozent der in London gestohlenen Telefone werden ins Ausland gebracht, hĂ€ufig nach China.

Anzeige

Wer Begriffe wie IMEI-Nummer, iOS-Update oder Reaktivierungsrate besser verstehen möchte, findet in diesem kompakten PDF-Guide die passenden Antworten. Das kostenlose Lexikon erklÀrt die 53 wichtigsten Apple-Fachbegriffe leicht verstÀndlich und ohne technisches Kauderwelsch. Kostenloses iPhone-Lexikon hier sichern

WÀhrend Apple als Vorreiter gilt, arbeiten auch Google und Samsung an Àhnlichen Sicherheitsupdates. Scotland Yard drÀngt nun Innenministerin Shabana Mahmood zu einem gesetzlichen Mindeststandard: Hersteller sollen verpflichtet werden, Daten zu gestohlenen GerÀten zu veröffentlichen und diese nach einer Meldung dauerhaft zu sperren.

Das GeschÀftsmodell der Diebe bröckelt

Die Strategie ist klar: Werden gestohlene Handys unbrauchbar, bricht der Anreiz fĂŒr Diebe weg. Zwar lassen sich manche GerĂ€te noch als Ersatzteillager verwerten, doch ohne die Möglichkeit eines Werksresets sinkt der Marktwert drastisch. 83 Prozent der Bevölkerung unterstĂŒtzen laut Umfragen die dauerhafte Sperrung gestohlener Smartphones.

Apple rollt die Fernsperr-Funktion nun weltweit aus. Branchenkenner erwarten, dass andere Hersteller nachziehen werden – der globale Handel mit gestohlenen MobilgerĂ€ten könnte damit nachhaltig getroffen werden.

de | wissenschaft | 69528909 |