iPhone Kill-Switch: Handy-DiebstÀhle in London um 18% gesunken
12.06.2026 - 12:38:20 | boerse-global.de
Der iPhone-Hersteller weitet eine Sicherheitsfunktion global aus, die gestohlene GerĂ€te ferngesteuert lahmlegt. In London fĂŒhrte die MaĂnahme bereits zu einem drastischen RĂŒckgang der StraĂenraubĂŒberfĂ€lle.
Der Schritt ist das Ergebnis einer erfolgreichen Zusammenarbeit mit der Londoner Metropolitan Police. Dort konnten die Behörden die Zahl der Handy-DiebstĂ€hle binnen eines Jahres um rund 18 Prozent senken â das entspricht 14.000 weniger Straftaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Besonders deutlich zeigt sich der Effekt im Zentrum der britischen Hauptstadt: In Westminster gingen die DiebstĂ€hle in den ersten fĂŒnf Monaten des Jahres 2026 um fast 46 Prozent zurĂŒck.
Das Ende des Diebstahl-GeschÀftsmodells
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Polizeichef Sir Mark Rowley erklĂ€rte, die Kooperation mit Apple habe das kriminelle GeschĂ€ftsmodell fundamental verĂ€ndert. Branchendaten zufolge wurden in London zuvor rund 80 Prozent der gestohlenen Telefone reaktiviert â hĂ€ufig nachdem sie ins Ausland verschifft worden waren. Nach den jĂŒngsten Sicherheitsupdates und dem erweiterten Datenaustausch zwischen Ermittlern und Apple sei diese Quote auf 20 Prozent oder weniger gefallen.
âWenn gestohlene GerĂ€te nicht mehr reaktiviert werden können, bricht ihr Marktwert zusammenâ, betonte Rowley. Damit entfalle der Hauptanreiz fĂŒr die Taten.
Die Polizei hat zudem die Infrastruktur der Diebstahlbanden ins Visier genommen und zwischen zehn und 15 professionelle Hehlernetzwerke zerschlagen. Ermittlungen wie die âOperation Reckoningâ offenbarten das wahre AusmaĂ des Problems: Einige kriminelle Organisationen hatten zehntausende GerĂ€te auf internationale MĂ€rkte geschmuggelt.
Technische Grundlage der globalen Sperrfunktion
Die weltweite Ausrollung der âKill-Switchâ-Funktion baut auf dem iOS-Update 26.4 auf, das bereits im MĂ€rz 2026 veröffentlicht wurde. Es aktiviert standardmĂ€Ăig den âStolen Device Protectionâ-Modus. Diese Sicherheitsschicht verlangt biometrische Authentifizierung und fĂŒhrt eine zeitliche Verzögerung bei kritischen Sicherheitseinstellungen ein. Ein ZurĂŒcksetzen auf Werkseinstellungen ohne die Berechtigung des EigentĂŒmers wird dadurch nahezu unmöglich.
Im Rahmen der aktuellen Datenvereinbarung ĂŒbermittelt die Londoner Polizei Apple die eindeutigen GerĂ€tekennungen â sogenannte IMEI-Nummern â gemeldeter DiebstĂ€hle. Apple sperrt diese GerĂ€te anschlieĂend weltweit fĂŒr die Reaktivierung oder Nutzung in jedem Netzwerk.
Kate Adams von Apple erklĂ€rte, diese erweiterten Sicherheitsfunktionen seien darauf ausgelegt, Nutzerdaten zu schĂŒtzen und den Anreiz fĂŒr DiebstĂ€hle zu verringern. âDie Hardware wird fĂŒr jeden auĂer den ursprĂŒnglichen Besitzer wertlosâ, so Adams.
Branche zieht nach
Apple ist der erste Hersteller, der diese spezifische Form des Datenaustauschs und der Fernsperrung in groĂem MaĂstab umsetzt. Doch die Konkurrenz folgt: Sowohl Google als auch Samsung haben in den vergangenen Monaten begonnen, Ă€hnliche SicherheitsĂ€nderungen in ihren mobilen Betriebssystemen einzufĂŒhren. Ziel ist es, den globalen Handel mit gestohlenen ElektronikgerĂ€ten zu bekĂ€mpfen.
Ruf nach gesetzlichen Standards
Trotz des Erfolgs der freiwilligen Partnerschaft mit Apple drĂ€ngt die Londoner Polizei auf eine gesetzliche Regelung. Kommissar Rowley hat Innenministerin Shabana Mahmood aufgefordert, ein Gesetz vorzubereiten, das verbindliche technische Sicherheitsstandards fĂŒr alle Smartphone-Hersteller vorschreibt. Die geplanten Vorschriften wĂŒrden verlangen, dass jedes verkaufte GerĂ€t ĂŒber einen wirksamen âKill Switchâ verfĂŒgt, der von den Strafverfolgungsbehörden nach einer Diebstahlsmeldung ausgelöst werden kann.
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Die Bevölkerung steht solchen MaĂnahmen offenbar positiv gegenĂŒber. Umfragen zufolge befĂŒrworten 83 Prozent der BĂŒrger die dauerhafte Sperrung gestohlener Smartphones zur Abschreckung von DiebstĂ€hlen.
Die Ermittler wiesen zudem auf die skrupellosen Methoden der aktuellen Diebstahlbanden hin. Einige Kriminelle nutzten Plattformen wie Snapchat, um Kinder mit Angeboten von umgerechnet rund 450 Euro zum Raub hochwertiger GerÀte anzustiften.
Zwischen 2017 und Februar 2024 wurden in London mehr als 587.000 Telefone als gestohlen gemeldet â weniger als 14.000 davon konnten sichergestellt werden. Die Behörden sehen in der neuen Strategie, gestohlene GerĂ€te in âunbrauchbare Ziegelâ zu verwandeln, den bislang wirksamsten Ansatz, um diesen langjĂ€hrigen Trend umzukehren.
