Ironman Hawaii: Patrick Lange steigt nach 96 Radkilometern aus
Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 22:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Beim Ironman Hawaii in Kailua-Kona sind erstmals seit 2019 die Frauen und Männer wieder am selben Tag auf Big Island an den Start gegangen. Das Rennen über die klassische Langdistanz umfasst 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren sowie einen Marathon über 42,195 Kilometer. Die Profi-Männer starteten um 6.20 Uhr Ortszeit (18.20 Uhr MEZ), während das Feld der Frauen zehn Minuten später auf die Strecke geschickt wurde.
Extreme Bedingungen und Auftakt im Pazifik
Die diesjährige Austragung ist Berichten zufolge von besonders harten klimatischen Rahmenbedingungen geprägt. Das Klimaphänomen El Niño sorgte für wärmeres und schwülere Bedingungen als bei früheren Rennen. Der Norweger Kristian Blummenfelt verglich das Klima mit dem Zustand in einem kochenden Topf.
Die Hitze auf der Insel hatte bereits 2025 ihren Tribut gefordert, als Taylor Knibb aus den USA und die Britin Lucy Charles-Barclay kurz vor dem Ziel entkräftet aufgeben mussten, wodurch die Deutsche Laura Philipp damals zu Bronze lief.
Im ersten Teilabschnitt setzte sich bei den Männern der Belgier Marten Van Riel als Erster nach dem Schwimmen an die Spitze. Bei den Frauen erreichte Lucy Charles-Barclay nach 51:29 Minuten über die 3,8 Kilometer als Führende den Ausstieg. Dahinter folgte Titelverteidigerin Solveig Løvseth mit 0:30 Minuten Rückstand. Marta Sanchez aus Spanien lag nach der Hälfte des Schwimmens 45 Sekunden zurück.
Eine Verfolgergruppe bestehend aus Taylor Knibb, Julie Derron (Schweiz) und Hannah Berry (Neuseeland) beendete die Auftaktdisziplin 1:45 Minuten nach Charles-Barclay. Die Britin Katrina Matthews stieg mit 3:27 Minuten Rückstand aus dem Wasser, während Laura Philipp nach einem Rückstand von rund 4 Minuten zur Streckenhälfte letztlich mit 8:34 Minuten Rückstand auf das Rad wechselte.
Rückschläge im Feld und Langes vorzeitiger Ausstieg
Bereits im Vorfeld gab es personelle Dämpfer: Der norwegische Titelverteidiger Casper Stornes musste seinen Start nach einem Radunfall absagen. Auf der Radstrecke folgte schließlich das vorzeitige Aus für den dreimaligen Champion Patrick Lange.
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Der 40-Jährige litt unter Krämpfen in der hinteren Kette und gab das Rennen nach 96 der 180,2 Radkilometer auf, nachdem er bereits nach 65 Kilometern einen Zwischenstopp eingelegt hatte. Trainer Ben Reszel verwies im ZDF auf eine krampfanfällige Muskulatur über die gesamte hintere Kette.
Für Lange, der den Titel 2017, 2018 und 2024 gewann und eine WM-Bilanz von drei Gold-, einer Silber- und einer Bronzemedaille aufweist, war es bei seinem siebten Hawaii-Start die zweite Aufgabe nach 2019. Mit einem vierten Triumph wäre er vor Jan Frodeno zum alleinigen deutschen Rekordsieger aufgestiegen.
Der Athlet hatte sein Karriereende bereits im Juli angekündigt und plant seinen letzten Wettkampf für Juli 2027 bei der Challenge Roth. Zum Zeitpunkt seiner Aufgabe stand der Sieger der WM noch nicht fest.
Wie fordernd die Bedingungen auf Big Island sind, zeigte auch ein Projekt von Malachi Cashmore, der versuchte, Langes Kona-Streckenrekord von 7:35:53 Stunden aufgeteilt auf drei Tage zu unterbieten. Nach 160 der 180,2 Radkilometer brach er das Vorhaben ab und legte den Rest per Taxi zurück.
Beim Schwimmen lag er 2 Minuten hinter Langes damaligem Split von 47:09 Minuten; Lange hatte 2024 auf dem Rad 4:06:22 Stunden mit einem Schnitt von knapp 44 km/h sowie einen Laufsplit von 2:37:34 Stunden erzielt. Den Marathon trat Cashmore nicht mehr an.
Umfassende mediale Begleitung
Der Wettkampf stieß auf breite mediale Resonanz. Neben der Live-Übertragung im ZDF-Livestream (18:10 bis 3:45 Uhr) und dem späteren Einstieg im ZDF-Hauptprogramm ab 0:25 Uhr boten DAZN, YouTube und die Ironman Pro Series weltweite Zugänge.
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Als Kommentatorenteam begleiteten Martin Schneider, Co-Kommentatorin Anne Haug, Experte Jan Frodeno sowie Lena Kesting und Florian Zschiedrich die Berichterstattung. Verschiedene Public-Viewing-Veranstaltungen, darunter in Hamburg (Kaifu-Lodge), Erfurt (Laufladen), Kalkar (Landhaus Beckmann) und Bad Soden (Kino CasaBlanca), boten Anlaufstellen vor Ort.
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