ISO 21423:2026: Neuer Standard vernetzt mobile Roboter verschiedener Hersteller
Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 05:09 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Association for Advancing Automation (A3) hat die internationale Norm ISO 21423:2026 veröffentlicht. Das Regelwerk definiert erstmals einheitliche Vorgaben für die Kommunikation und Interoperabilität industrieller mobiler Roboter (IMR) unterschiedlicher Hersteller, die auf derselben Werksfläche eingesetzt werden.
Ziel des neuen Standards ist es, die Koordination gemischter Flotten zu verbessern und bestehende betriebliche Reibungspunkte in automatisierten Umgebungen abzubauen.
Gemeinsame Datenbasis für mobile Einheiten
Entwickelt wurde die Norm durch das technische Komitee ISO/TC 299 im Bereich Robotics Communications and Interoperability. Das Regelwerk legt hersteller- und modellunabhängige Kommunikationsanforderungen für autonome Einheiten und deren Flottenmanager fest. Vorgeschrieben ist der Austausch von Echtzeitdaten zu Parametern wie Position, Geschwindigkeit, Fahrtrichtung, aktuellem Zustand, Aufgabenzuweisung und allgemeiner Verfügbarkeit.
Bislang führten heterogene Robotersysteme verschiedener Anbieter in denselben Hallenbereichen häufig zu logistischen Engpässen. Durch das nun definierte Protokoll sollen Pfadkonflikte, Blockaden und Kollisionen systematisch reduziert werden. Zudem zielt die herstellerübergreifende Standardisierung darauf ab, die Verfügbarkeit der eingesetzten mobilen Roboter zu steigern und die Gesamteffizienz der Automatisierungsprozesse zu heben.
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Integration in Gebäudeinfrastruktur und Unternehmenssoftware
Der Anwendungsbereich von ISO 21423:2026 beschränkt sich nicht auf den direkten Datenaustausch zwischen den Transportgeräten. Die Norm bezieht auch das weitere Betriebsumfeld mit ein. Dazu gehört die informationstechnische Anbindung von übergeordneten ERP-Systemen sowie Maschinen, die direkt von mobilen Robotern bedient werden.
Ebenso regelt das Dokument die Schnittstellen zu gebäudetechnischen Systemen. Fahrstühle, automatische Türen und Alarmvorrichtungen können über die standardisierten Vorgaben mit den Flottenmanagern interagieren, um etwa das Passieren von Hallenabschnitten oder Etagenwechsel reibungslos zu koordinieren.
Darüber hinaus schließt die Norm mobile Endgeräte ein, sodass das Bedienpersonal über Smartphones oder Handhelds direkt mit den Systemen kommunizieren und Daten austauschen kann.
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Mehr Wettbewerb und vereinfachter Mischbetrieb
Innerhalb des Verbands A3 stellt das Dokument den ersten Nicht-Sicherheits-Robotikstandard dar. Carole Franklin, Director Standards Development Robotics bei A3, erklärte, dass damit eine langjährige Forderung führender industrieller Anwender nach einem Interoperabilitätsstandard erfüllt werde.
Unternehmen stünden oft vor dem Wunsch, die für ihren Anwendungsfall am besten geeigneten Modelle unterschiedlicher Hersteller parallel auf derselben Etage zu betreiben. Das Regelwerk biete nun Herstellern und Anwendern eine gemeinsam Basis, um herstellerübergreifende Flotten aufzubauen.
Aus Sicht von ISO/TC 299 soll der weltweit anwendbare Kommunikationsstandard neben der technischen Interoperabilität auch den Wettbewerb und die Innovationsdynamik in der Branche stärken. Das Dokument ist über den Onlineshop der Association for Advancing Automation erhältlich. Der reguläre Preis beträgt 373 US-Dollar, für A3-Mitglieder liegt er bei 320 US-Dollar.
