USA, Flugzeugbau

Richter billigt Boeing-Deal mit Washington zu Max-AbstĂŒrzen

06.11.2025 - 16:47:03

Jahre nach den tödlichen AbstĂŒrzen von zwei 737-Max-Flugzeugen drohte Boeing ein Prozess. Eine neue Einigung mit dem US-Justizministerium, die das abwendet, wurde von einem Gericht gebilligt.

FĂŒr Boeing soll es nach einer US-Gerichtsentscheidung keine weitere Strafverfolgung wegen zweier tödlicher AbstĂŒrze von Flugzeugen des Typs 737 Max geben. Der zustĂ€ndige Richter im Bundesstaat Texas billigte eine entsprechende Vereinbarung zwischen dem Flugzeugbauer und dem US-Justizministerium. Boeing wird als Teil des Deals weitere gut 1,1 Milliarden Dollar (etwa 950 Millionen Euro) zahlen. 

Bei den UnglĂŒcken im Oktober 2018 und MĂ€rz 2019 waren 346 Menschen ums Leben gekommen. Zentraler Auslöser war eine Assistenzsoftware, die die Piloten unterstĂŒtzen sollte, aber unter bestimmten UmstĂ€nden zu stark in die Steuerung eingriff. Mitarbeiter des Flugzeugbauers hatten bei der Zertifizierung der 737 Max durch US-Behörden spezielle Schulungen fĂŒr die Software fĂŒr unnötig erklĂ€rt.

Boeing soll nach der Vereinbarung eine weitere Strafe von 243,6 Millionen Dollar zahlen und zusĂ€tzlich 444,5 Millionen Dollar in einen Fonds fĂŒr Hinterbliebene einbringen. 455 Millionen Dollar sollen zur StĂ€rkung der Sicherheit und QualitĂ€t ausgegeben werden. Der Richter lehnte zugleich die Forderung einiger Opferfamilien ab, einen Sonderermittler einzusetzen.

Zwischenfall löste neue Ermittlungen aus

Der Konzern vermied seinerzeit eine Strafverfolgung unter anderem mit dem Versprechen, Maßnahmen gegen Betrug sowie ein Ethik-Programm umzusetzen. Auch zahlte der Konzern eine erste Strafe von 243,6 Millionen Dollar und 500 Millionen Dollar an Opferfamilien.

Dann passierte ein dramatischer Zwischenfall im Januar 2024, bei dem im Steigflug ein Rumpffragment einer so gut wie neuen Boeing herausbrach. Dank der FĂ€higkeiten der Piloten und glĂŒcklicher UmstĂ€nde wurde niemand ernsthaft verletzt. Das US-Justizministerium kam danach jedoch zu dem Schluss, dass Boeing gegen Auflagen aus der Vereinbarung zu den beiden Max-AbstĂŒrzen verstoßen hatte, und nahm das Strafverfahren wieder auf.

Richter kippte erste neue Vereinbarung

Im Juli 2024 bekannte sich Boeing daraufhin schuldig, die US-Regierung bei der Zertifizierung von Flugzeugen betrogen zu haben. Das öffnete die TĂŒr fĂŒr ein neues Übereinkommen, das unter anderem eine weitere Millionenstrafe sowie einen Aufpasser des Justizministeriums fĂŒr den Konzern vorsah. 

Familien von Opfern der AbstĂŒrze kritisierten den Deal heftig und forderten Milliardenstrafen sowie andere Konsequenzen fĂŒr Boeing. Das Gericht in Texas lehnte die damalige neue Vereinbarung daraufhin ab.

@ dpa.de