Tuberkulose-Fallzahlen, Deutschland

Tuberkulose-Fallzahlen in Deutschland leicht gestiegen

19.03.2024 - 13:21:36

Jahrelang ging die Zahl der Tuberkulose-Erkrankungen in Deutschland zurĂŒck. Doch seit einigen Jahren steigen die FĂ€lle wieder leicht. Das hĂ€ngt nicht zuletzt mit dem Krieg in der Ukraine zusammen.

Nach einem jahrelangen RĂŒckgang der gemeldeten Tuberkulose-FĂ€lle in Deutschland sind die Fallzahlen vergangenes Jahr auf niedrigem Niveau erneut leicht angestiegen. Rund 4480 FĂ€lle wurden 2023 registriert, wie das Robert Koch-Institut anlĂ€sslich des Welttuberkulosetages am 24. MĂ€rz mitteilt.

Im Jahr zuvor waren es rund 4080 FĂ€lle, 2021 rund 3930. «Hintergrund fĂŒr diese jĂŒngsten Entwicklungen ist aktuell insbesondere auch die Zuwanderung schutzsuchender Menschen aus der Ukraine», hieß es. In dem Land komme Tuberkulose deutlich hĂ€ufiger vor. Drei Viertel der Menschen, die hierzulande eine Tuberkulosediagnose erhalten, sind laut RKI außerhalb Deutschlands geboren.

In Europa liege der Schwerpunkt in Osteuropa

Vergangenes Jahr erkrankten nach SchĂ€tzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit 10,6 Millionen Menschen an Tuberkulose, 1,3 Millionen starben daran. Vor allem LĂ€nder in SĂŒdostasien, wie die Philippinen, Indonesien und Indien, sowie LĂ€nder des sĂŒdlichen Afrikas, etwa Lesotho oder Simbabwe, sind RKI-Angaben zufolge betroffen. In Europa liege der Schwerpunkt in Osteuropa.

Tuberkulose wird durch bakterienhaltige Aerosole ĂŒber die Atemwege ĂŒbertragen und ist in den allermeisten FĂ€llen mit Medikamenten heilbar. Im Fall einer latenten Infektion kann eine Erkrankung verhindert werden. Von einer latenten Infektion spricht man, wenn eine Ansteckung mit Tuberkulosebakterien vorliegt, ohne dass man erkrankt ist. Die Behandlung dauert mindestens sechs Monate. 

Tuberkulose meist mit Medikamenten heilbar

Ein Großteil der Erkrankten (70 Prozent) leidet dem RKI zufolge an einer Lungentuberkulose. Eine Infektion zeigt sich durch Husten, der in seltenen FĂ€llen blutig sein kann. Gelegentlich kommt es zu Brustschmerzen und Atemnot. «Bei lĂ€nger bestehendem Husten sollte auch an Tuberkulose gedacht und entsprechend den bestehenden Empfehlungen durch eine Röntgenuntersuchung der Lunge weiter untersucht werden», empfahl RKI-PrĂ€sident Lars Schaade. 

Bestimmte Personen besonders von Erkrankung gefÀhrdet

Besonders gefĂ€hrdet sind laut RKI Menschen, die engen und lĂ€ngeren Kontakt zu Personen hatten, die an einer ansteckungsfĂ€higen Lungentuberkulose erkrankt sind, sowie Menschen mit unzureichend behandelter frĂŒherer Tuberkuloseerkrankung. «HIV, Rauchen, Alkohol- und DrogenabhĂ€ngigkeit, UnterernĂ€hrung, Diabetes mellitus und LebensumstĂ€nde wie Obdachlosigkeit, ein frĂŒherer Haftaufenthalt und Armut zĂ€hlen ebenfalls zu den Risikofaktoren.» 

Vor der Pandemie gab es den Experten zufolge viele positive Entwicklungen, die globale Tuberkuloseepidemie gemĂ€ĂŸ einer Strategie der WHO bis zum Jahr 2035 zu beenden. «Die COVID-19-Pandemie fĂŒhrte dann in vielen LĂ€ndern zu schmerzhaften RĂŒckschlĂ€gen, die erst wieder mĂŒhsam aufgeholt werden mĂŒssen.» 

@ dpa.de