KrisenstÀbe, Schutz

KrisenstĂ€be beraten ĂŒber Schutz vor Maul- und Klauenseuche

11.01.2025 - 01:30:35

Jahrzehnte war die fĂŒr Rinder und Schweine gefĂ€hrliche Maul- und Klauenseuche in Deutschland verschwunden. Jetzt gibt es einen Ausbruch, der Unruhe in der Branche auslöst. KrisenstĂ€be sind im Einsatz.

Nach dem Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in einer BĂŒffelherde in Brandenburg gehen die Untersuchungen zu der fĂŒr Tiere hochansteckenden Viruserkrankung weiter. Bundesweit wird die Entwicklung mit Besorgnis verfolgt. 

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (CDU) reagierte mit der Einberufung eines Zentralen Krisenstabs und will Anfang der Woche mit Vertretern der Agrarbranche sprechen. Auch die Agrarmesse GrĂŒne Woche in Berlin ist betroffen: Dort werden anders als geplant nun keine Rinder, Schafe, Ziegen und Alpakas gezeigt. 

In der Landwirtschaft ist die Sorge vor einer Ausbreitung der Maul- und Klauenseuche groß, die zuletzt 1988 in Deutschland auftrat. Zudem waren die Landwirte bereits durch die Afrikanische Schweinepest, Vogelgrippe und Blauzungenkrankheit stark belastet. 

Wie kam das Virus in die Herde?

UngeklĂ€rt ist bislang, auf welchem Weg es zu der Infektion in der Herde von WasserbĂŒffeln auf einer Weide in Hönow im Kreis MĂ€rkisch-Oderland kam. In dem Landkreis soll ein Krisenstab am Samstagvormittag ĂŒber das weitere Vorgehen beraten. Auch Brandenburgs Agrarministerin Hanka MittelstĂ€dt (SPD) wird erwartet. «Eine Seuche ist immer dramatisch», sagte sie am Freitagabend in der Rbb-Sendung «Brandenburg aktuell».

«Nun geht es darum, so schnell wie möglich herauszufinden, welchen Weg das Virus genommen hat», sagte Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (GrĂŒne). Der einberufene Zentrale Krisenstab ist beim Ausbruch einer Tierseuche das ĂŒbergeordnete politische Entscheidungsgremium. Dazu gehören Vertreter der Agrarministerien des Bundes und der LĂ€nder.

Weitere Betriebe werden untersucht

Da sich die Tierseuche schnell ausbreiten kann, werden weitere Betriebe innerhalb einer Sperr- und Überwachungszone untersucht. Tiere dĂŒrfen in diesem Bereich nicht transportiert werden. Die Zonen erstrecken sich bis nach Berlin, wo auch Betriebe ĂŒberprĂŒft werden. 

Zoo und Tierpark in Berlin wurden vorsorglich geschlossen. Auch die Agrarmesse GrĂŒne Woche plant um. «In Abstimmung mit dem VeterinĂ€ramt werden wir keine Paarhufer vor Ort haben», erklĂ€rte Lars Jaeger, Direktor der GrĂŒnen Woche in Berlin, auf Anfrage. 

Millionen Tiere 2001 im Ausland getötet 

Die Maul- und Klauenseuche ist eine hochansteckende Viruserkrankung bei Klauentieren wie Rindern, Schafen, Ziegen und Schweinen. Auch viele Zoo- und Wildtiere können erkranken. 2001 hatte es einen verheerenden Seuchenzug in Großbritannien mit FolgeausbrĂŒchen in anderen europĂ€ischen LĂ€ndern gegeben, Millionen Tiere wurden getötet. 

FĂŒr Menschen ist sie nicht gefĂ€hrlich. Durch den Verzehr von Lebensmitteln, die von infizierten Tieren stammen, bestehe keine Gefahr, teilte das Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung mit 

LandesbauernprÀsident besorgt wegen HandelsbeschrÀnkungen

Brandenburgs LandesbauernprĂ€sident Henrik Wendorff macht sich wegen befĂŒrchteter Restriktionen fĂŒr Landwirte Sorgen. «Das bringt wirtschaftliche Probleme mit sich», sagte er. «Welche Maßnahmen die EU ableitet, ist die nĂ€chste Frage.» 

Deutschland verliert den Status, frei von Maul- und Klauenseuche zu sein. «Das zieht internationale HandelsbeschrĂ€nkungen nach sich», meinte Wendorff. Auch Schlachthöfe könnten nun aufgrund des Aufbruchs davor zurĂŒckschrecken, Tiere aus Brandenburg abzunehmen. 

Der brandenburgische BauernprĂ€sident schĂ€tzt auch, dass es langwierig werden könnte, die Ursache fĂŒr den Ausbruch der Maul- und Klauenseuche zu finden. «Das wird ein schwieriges Unterfangen sein.»

@ dpa.de