Jugendliche, Deutschland

Jeder dritte Jugendliche in Deutschland psychisch krank

09.05.2026 - 03:20:12 | boerse-global.de

Neue Zurich-Studie zeigt: 15 Prozent der Deutschen leiden an psychischen Erkrankungen. Volkshochschulen und Betriebe reagieren mit Präventionsangeboten.

Jeder dritte Jugendliche in Deutschland psychisch krank - Foto: ĂĽber boerse-global.de
Jeder dritte Jugendliche in Deutschland psychisch krank - Foto: ĂĽber boerse-global.de

Das zeigt der im Mai veröffentlichte Bericht „The Value of Mental Health“ der Zurich Gruppe. Insgesamt sind rund 13 Millionen Menschen betroffen – 15 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Die Zahlen alarmieren. Bildungseinrichtungen und Gesundheitsdienste reagieren mit präventiven Angeboten. Volkshochschulen bauen ihre Programme aus – von kunsttherapeutischen Ansätzen über Bewegungskurse bis zu Trainings für emotionale Balance.

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Wie Volkshochschulen gegensteuern

In Delmenhorst setzt man auf NeuroGraphik. Die Methode soll durch zeichnerische Prozesse die innere Klarheit fördern. Workshops sind für Mitte Mai und Anfang Juni geplant. Ein zweitägiges Resilienz-Seminar unter psychologischer Leitung folgt Ende Mai. Anfang Juni gibt es einen Workshop zum Thema „Emotional Eating“.

Der Seniorenbeirat in Schrobenhausen organisiert am 11. Mai meditativen Tanz mit Kreis- und Reigentänzen. In Pfünz startet am 20. Mai ein Kurs für Atem- und Entspannungspädagogik. Die Wirtschaftsjunioren in Eichstätt bieten am 12. Mai einen Workshop zum Thema Loslassen und Wirksambleiben an.

Der sozialpsychiatrische Dienst des Kreises Bergstraße beginnt am 19. Mai in Heppenheim eine kostenfreie Gruppenreihe. Bis September stehen Progressive Muskelentspannung, Krisenbewältigung und Achtsamkeit auf dem Programm.

Soziale Medien verstärken Einsamkeit

Eine Studie der Oregon State University belegt: Die Nutzung sozialer Medien kann Einsamkeit verstärken. Besonders Interaktionen mit Fremden fördern das Gefühl der Isolation. Einsamkeit wiederum erhöht das Risiko für Herzerkrankungen um 29 Prozent und für Demenz um 50 Prozent.

Forscher der University of Birmingham liefern neue Erkenntnisse zur Depression. Ihre Untersuchung von 1.800 Teilnehmern zeigt: „Brain Fog“ – Konzentrationsschwierigkeiten und Gedächtnisverlust – ist kein verlässlicher Indikator für Rückfälle. Höhere kognitive Werte korrelierten sogar mit einem gesteigerten Rückfallrisiko.

Im betrieblichen Umfeld wächst das Bewusstsein. Eine Studie des Instituts für angewandte Arbeitswissenschaft vom April zeigt: 71 Prozent der Betriebe erkennen psychische Belastungen als wichtiges Thema. 91 Prozent führen Gefährdungsbeurteilungen durch. Kleine und mittlere Unternehmen wünschen sich mehr externe Unterstützung.

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Proteste gegen Sparpläne

Die steigende Nachfrage trifft auf ein Gesundheitssystem unter Druck. In Berlin protestierten Ärzte, Psychotherapeuten und Klinikvertreter gegen das geplante Krankenkassen-Stabilisierungsgesetz von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU). Das Paket soll die gesetzliche Krankenversicherung 2027 um 16,3 Milliarden Euro entlasten.

Die Kassenärztliche Vereinigung warnt vor Praxisschließungen. Für Nervenärzte stehen Kürzungen von 11 Prozent im Raum. Die ambulante Psychotherapie wäre von einer Absenkung um 4,5 Prozent betroffen. Die Psychotherapeutenkammer Berlin betont: Die ambulante Psychotherapie macht nur 0,7 Prozent der GKV-Ausgaben aus. Einsparungen hier führten zu einer Kostenverlagerung in den stationären Bereich.

Ab dem 1. Juli tritt eine Änderung im SGB II in Kraft. Jobcenter können dann bei versäumten Meldeterminen eine ärztliche oder psychologische Untersuchung anordnen – bei Verdacht auf eine psychische Erkrankung. Bei Nichterscheinen drohen Kürzungen des Regelbedarfs um 30 Prozent.

Hirnstimulation per Heimgerät

In den USA hat die FDA Ende 2024 ein Heimgerät zur Hirnstimulation zugelassen. Der Flow FL-100 nutzt transkranielle Gleichstromstimulation zur Behandlung von Depressionen. Die Preise liegen zwischen 500 und 800 Dollar. Forscher berichten zudem über Zusammenhänge zwischen der biologischen Alterung von Immunzellen und Depressionssymptomen. Das könnte langfristig Bluttests zur Depressionsdiagnostik ermöglichen.

Der Hirnforscher Volker Busch warnt jedoch vor reiner Stressvermeidung. Eine gezielte „Stressimpfung“ durch kontrollierte Belastung könne das mentale Immunsystem stärken. Technik allein ersetze die menschliche Unterstützung nicht.

Der Zurich-Bericht prognostiziert: Bis 2030 könnten betroffenen Personen jährlich rund 67 gesunde Lebenstage verloren gehen – ohne rechtzeitige Unterstützung. Die Investition in frühzeitige, niederschwellige Programme könnte nicht nur individuelles Leid mindern, sondern auch die Stabilität des Arbeitsmarktes und des Sozialsystems sichern.

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