Brasiliens, Jahr

Fast ein Viertel Brasiliens brannte seit 1985

19.06.2024 - 03:04:46

Jedes Jahr wĂŒten in Brasilien BrĂ€nde - vor allem von Juni bis Oktober. Derzeit macht das grĂ¶ĂŸte Feuchtgebiet Sorgen: Im Pantanal brennt es.

In Brasilien hat in den vergangenen knapp vier Jahrzehnten fast ein Viertel des Staatsgebietes gebrannt. Insgesamt 199,1 Millionen Hektar FlĂ€che fingen von 1985 bis 2023 mindestens einmal Feuer - das entspricht 23 Prozent der LandflĂ€che des sĂŒdamerikanischen Landes, wie es in einem Bericht der Initiative «MapBiomas» hieß. Das Netzwerk - bestehend aus UniversitĂ€ten, Nichtregierungsorganisationen und Technologieunternehmen - untersuchte dazu unter anderem Satellitenbilder.

Die Feuchtsavannen im SĂŒdosten Brasiliens (Cerrado) und der Amazonas machen zusammen mit 86 Prozent den grĂ¶ĂŸten Anteil der verbrannten FlĂ€che aus. Der Cerrado gilt als Brasiliens Wasserreservoir und ist Heimat von etwa fĂŒnf Prozent aller Tier- und Pflanzenarten auf dem Planeten. Der Amazonas-Regenwald gilt als CO2-Speicher und hat eine wichtige Funktion im internationalen Kampf gegen den Klimawandel.

Die ĂŒberwiegende Mehrheit der BrĂ€nde werde «durch menschliche AktivitĂ€ten verursacht oder ausgelöst», sagte die Leiterin der wissenschaftlichen Abteilung des Amazonas-Umweltforschungsinstituts IPAM, Ane Alencar, der Nachrichtenagentur AgĂȘncia Brasil. Bei mehr als zwei Dritteln der vom Feuer betroffenen FlĂ€che handele es sich um natĂŒrliche Vegetation, die restliche FlĂ€che sei insbesondere durch Landwirtschaft geprĂ€gt.

Das Pantanal - eines der grĂ¶ĂŸten Binnenland-Feuchtgebiete der Welt - war das Gebiet, das anteilig mit 59 Prozent seines Territoriums am meisten brannte. In dem Feuchtgebiet, das sich auch auf die NachbarlĂ€nder Bolivien und Paraguay erstreckt, brennt es auch derzeit heftig: Bis Mitte Juni registrierte das brasilianische Weltrauminstitut Inpe 1269 BrĂ€nde. Im Vorjahresmonat waren es 77. Die Zahl der BrĂ€nde dort liegt damit schon jetzt höher als im Juni-Durchschnitt der letzten 26 Jahre, dem Beginn der Aufzeichnungen. Die Bauern brennen in dem Gebiet Waldgebiete ab, um neue WeideflĂ€chen zu schaffen. Geraten diese Feuer außer Kontrolle, können riesige FlĂ€chenbrĂ€nde entstehen.

@ dpa.de