Jo-Jo-Diäten, Gewichtsschwankungen

Jo-Jo-Diäten: Gewichtsschwankungen kosten 3,7% Muskelmasse

Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 19:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Forschung zeigt Fortschritte bei Echtzeit-Stoffwechselanalyse und den negativen Effekt von Gewichtsschwankungen auf die Muskulatur.

Neue Studien: Aceton-Sensor, Jo-Jo-Diäten & Sport-Kooperationen
Wissenschaftliche Untersuchung von Stoffwechselprozessen in einem modernen Labor mit Analysegeräten für die Leistungsdiagnostik. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein tragbarer Aceton-Sensor liefert in 90 Sekunden Ergebnisse, Jo-Jo-Diäten killen die Muskulatur und der Profisport arbeitet immer enger mit der Wissenschaft zusammen. Aktuelle Studien zeigen, wie präzise Stoffwechsel-Überwachung und gezielte Prävention die Leistungsfähigkeit verbessern.

Atemanalyse in Echtzeit

Forschende der ETH Zürich haben ein tragbares Gerät namens Nutrion entwickelt. Es misst den Acetongehalt in der Atemluft – ein Indikator für die Fettverbrennung. Die Studie erschien am 22. Juli im Fachmagazin Device.

Zwölf gesunde Erwachsene zwischen 20 und 37 Jahren nahmen an der Untersuchung teil. Insgesamt flossen 312 Messungen in die Auswertung ein. Das Ergebnis: Die Werte stimmen weitgehend mit denen herkömmlicher Labormassenspektrometer überein.

Das System liefert Resultate innerhalb von 90 Sekunden und wird über eine App gesteuert. Allerdings wiesen die Forscher auf große individuelle Unterschiede hin. Weitere Untersuchungen seien nötig. Mögliche Einsatzgebiete: Diätsteuerung, Diabetes-Therapie oder Begleitung von Epilepsie-Behandlungen.

Wenn die Waage Achterbahn fährt

Neben der Stoffwechsel-Überwachung rückt der Muskelerhalt in den Fokus. Die University of California San Francisco untersuchte die Auswirkungen von Jo-Jo-Diäten. Die Datenbasis: 1.433 Erwachsene mit einem Durchschnittsalter von 61 Jahren.

Die Ergebnisse sind alarmierend: Personen mit starken Gewichtsschwankungen verloren über vier Jahre durchschnittlich 3,7 Prozent ihrer Oberschenkelmuskulatur. Bei Menschen mit stabilem Gewicht waren es nur rund ein Prozent.

Die Studienautoren betonen: Der Effekt muss nicht zwangsläufig kausal sein. Doch die Risiken wiederholter Gewichtsabnahmen für die Skelettmuskulatur seien deutlich erkennbar.

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Zelluläre Tricks für mehr Energie

Die Universität zu Köln liefert neue Erkenntnisse zur Energieversorgung. In einer am 23. Juli in Science Advances veröffentlichten Studie identifizierten Forscher das Enzym ALR als Stabilisator für das Protein CPOX. Dieses ist essenziell für die Häm-Bildung und damit für die zelluläre Energieversorgung.

Fehlt dieser Mechanismus, geraten die Mitochondrien aus dem Takt. Die Folge: Die Energieproduktion in den Zellen leidet.

Parallel dazu untersuchte die HHU Düsseldorf den Botenstoff S1P. Eine Studie mit 74 Patienten, ebenfalls vom 23. Juli, zeigt: Höhere S1P-Spiegel senken die Gerinnungsaktivität in den Gefäßinnenwänden – ohne das Blutungsrisiko zu erhöhen. Für Sportler und Patienten gleichermaßen relevant.

Praxis: Vom Labor auf den Platz

Die Erkenntnisse wandern längst in die Praxis. Der Pharmakonzern Bayer gab am 22. Juli eine Kooperation mit dem Salzburger Unternehmen Biogena bekannt. Ziel: tiefere Einblicke in Gesundheit und Leistungsfähigkeit im Spitzensport – konkret bei Bayer 04 Leverkusen.

Sportwissenschaftliche Tests und ärztliche Check-ups stehen auf dem Programm. Etwa Bioimpedanzanalysen und Ergospirometrien, wie sie Ende Juni im Lanserhof Sylt durchgeführt wurden.

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Auch in der Arbeitswelt zieht die Prävention ein. Die Deutsche Post startete im Juli das Programm „Ergo 2“ für Paketzusteller. Der Hintergrund: Ein Krankenstand von 7,69 Prozent im Jahr 2024, ermittelt durch eine AOK-Studie. Gezieltes Training soll Muskel-Skelett-Erkrankungen vorbeugen – etwa im Zustellstützpunkt Hückelhoven.

Flankiert werden diese Entwicklungen von sportlichen Erfolgen. Frederik Ruppert erzielte bereits im Juni 2025 einen Europarekord über 3000 Meter Hindernis in 7:57,80 Minuten. Aktuell bereiten sich deutsche Leichtathleten auf die Europameisterschaften in Birmingham vor – vom 10. bis 16. August 2026.

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