Johanniskraut, Wirksam

Johanniskraut: Wirksam gegen Depressionen, aber mit Wechselwirkungen

15.06.2026 - 10:24:44 | boerse-global.de

Johanniskraut kann bei leichten Depressionen helfen, birgt aber Risiken durch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.

Johanniskraut gegen Depressionen: Wirkung und Risiken im Überblick
Johanniskraut - Nahaufnahme von blĂŒhendem Johanniskraut mit grĂŒnen BlĂ€ttern, warm beleuchtet, symbolisiert natĂŒrliche Heilung und Ruhe. 15.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Johanniskraut hilft bei leichten bis mittelschweren Depressionen. Doch die pflanzliche Alternative hat TĂŒcken.

Die Pflanze mit den gelben BlĂŒten ist seit Jahrhunderten bekannt. Rund um den Johannistag am 24. Juni rĂŒckt sie besonders in den Fokus. Aktuelle Analysen bestĂ€tigen: Standardisierte Extrakte wirken – aber nur unter bestimmten Bedingungen.

So wirkt Johanniskraut im Gehirn

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Die Inhaltsstoffe beeinflussen direkt die Botenstoffe Serotonin, Noradrenalin und Dopamin. Das erklÀrt die stimmungsaufhellende Wirkung. Dr. Patricia Purker betont: Die Effekte sind komplex und greifen tief in den Neurotransmitter-Stoffwechsel ein.

Ein wichtiger Punkt: Die Wirkung setzt nicht sofort ein. Patienten mĂŒssen die PrĂ€parate mehrere Wochen regelmĂ€ĂŸig einnehmen. Erst dann ist eine signifikante Verbesserung zu erwarten.

WĂ€hrend standardisierte Extrakte innerlich bei Depressionen eingesetzt werden, dient Johanniskrautöl vor allem der Ă€ußeren Anwendung – etwa bei Hautirritationen.

GefÀhrliche Wechselwirkungen beachten

Trotz pflanzlicher Herkunft ist Johanniskraut kein harmloses Mittel. Es aktiviert Enzyme in der Leber, die den Abbau anderer Medikamente beschleunigen. Das kann lebenswichtige Therapien massiv beeintrÀchtigen.

Besondere Vorsicht ist geboten bei:
- Hormonellen VerhĂŒtungsmitteln (Wirkung kann nachlassen)
- Blutgerinnungshemmern und Herzmedikamenten
- Immunsuppressiva (etwa nach Transplantationen)
- HIV- und Krebsmedikamenten
- Bestimmten anderen Antidepressiva

Fachleute warnen: Niemals eigenmĂ€chtig Johanniskraut als Ersatz fĂŒr verschreibungspflichtige Behandlungen nutzen. Eine Ă€rztliche AbklĂ€rung vor Therapiebeginn ist zwingend erforderlich.

Bewegung als starke ErgÀnzung

Die Behandlung von Stimmungstiefs wird zunehmend durch LebensstilĂ€nderungen ergĂ€nzt. Eine Studie im British Journal of Sports Medicine zeigt: Ausdauersport wie Laufen oder Schwimmen hilft – Tanzen aber besonders.

Psychologin Julia Christensen vom Max-Planck-Institut in Leipzig erklĂ€rt: Tanzen kombiniert aerobe Belastung mit Herzfrequenzen ĂŒber 140 SchlĂ€gen pro Minute mit sozialer Interaktion und Musik. Bereits fĂŒnf Minuten können die Stimmung und Arbeitsmotivation positiv beeinflussen.

Klar ist: Bewegung ist als Zusatztherapie zu verstehen – nicht als alleiniges Heilmittel.

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Vorsicht bei alternativen Pflanzen

Die Forschung sucht stĂ€ndig nach neuen bioaktiven Verbindungen. Mitte Juni 2026 berichteten Wissenschaftler ĂŒber Untersuchungen an der Quarzpflanze (Euphorbia tithymaloides). Sie enthĂ€lt Quercetin und TanninsĂ€ure und wird wegen antioxidativer Eigenschaften bei Hautproblemen erforscht.

Doch Vorsicht: Die Pflanze ist in Rohform giftig und verursacht Hautreizungen. Das unterstreicht: Professionelle Aufbereitung ist essenziell.

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