Junge Erwachsene: FF-CHAYA-Studie findet bei fast 80 Prozent Gefäßrisiken
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 08:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deKardiometabolische Risiken und Gefäßveränderungen betreffen keineswegs nur Menschen in höherem Lebensalter. Eine wissenschaftliche Auswertung der FF-CHAYA-Studie an 1.283 Personen mit einem Durchschnittsalter von 22,9 Jahren belegt, dass vaskuläre Schädigungen bereits bei jungen Erwachsenen mit kardiometabolischen Syndromen nachweisbar sind.
Teilnehmer in den fortgeschrittenen Stadien 1 bis 3 des kardiovaskulär-renal-metabolischen Syndroms (CKM) wiesen im Vergleich zu Stadium 0 signifikant niedrigere Werte im AHA Life's Essential 8-Score auf (?: -7,6 bis -13,9). Gleichzeitig zeigte sich eine höhere mittlere maximale Karotis-Intima-Media-Dicke (Mean-Maximum cIMT) mit Werten von +0,014 mm bis +0,100 mm gegenüber der Kontrollstufe 0.
Hohe Verbreitung von Vorstadien bei jungen Erwachsenen
Die zugrundeliegenden Erhebungen in Circulation: Population Health and Outcomes der American Heart Association verdeutlichen das Ausmaß dieser Entwicklung. Demnach ließen sich bei fast 80 Prozent der 1.283 untersuchten Personen im Durchschnittsalter von 23 Jahren Zeichen des kardiovaskulär-renal-metabolischen Syndroms feststellen.
Während sich 76,4 Prozent in den Vorstadien 1 und 2 befanden, lagen weniger als 3 Prozent im manifesten Erkrankungsstadium vor; Stadium 4 trat bei keinem der Probanden auf.
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Über die vergangenen zwei Jahrzehnte hinweg stieg der Anteil des Syndroms um 5 bis 6 Prozent an, was vor allem auf eine Zunahme von Adipositas zurückgeführt wird. Betroffene im Stadium 3 wiesen überdies häufiger eine verdickte Karotiswand auf.
Co-Autor Donald Lloyd-Jones vom Boston Medical Center betonte in diesem Zusammenhang, dass solche frühen Gefäßschäden durch gezielte Lebensstilkorrekturen teilweise umkehrbar seien. Da der etablierte PREVENT-Score für die junge Altersgruppe nicht geeignet sei, empfiehlt die American Heart Association ein entsprechendes Screening bereits ab dem 20. Lebensjahr.
Langfristige Risiken und vaskuläre Elastizität
Ergänzende Forschungsdaten unterstreichen die langfristige Bedeutung früher Gefäßveränderungen. In einer Untersuchung des CAC Consortiums mit 13.000 Personen im Alter von 30 bis 45 Jahren war ein CAC-Score oberhalb der 90. Perzentile über einen Zeitraum von 30 Jahren mit einer erhöhten Mortalität gegenüber einem Score von null assoziiert.
Die berechneten Hazard Ratios beliefen sich auf 1,87 für die Gesamtmortalität, 2,60 für kardiovaskuläre Ursachen und 3,71 für koronare Herzkrankheiten. Das modellierte 30-Jahres-Mortalitätsrisiko betrug 13 Prozent gegenüber 8 Prozent bei der Gesamtmortalität sowie 5 Prozent gegenüber 2 Prozent bei kardiovaskulären Ereignissen.
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Auch der Blutdruckverlauf in jüngeren Jahren spielt eine wesentliche Rolle. Die Hanzhong Adolescent Hypertension Study, die 2.508 Personen über den Zeitraum von 1987 bis 2023 begleitete, zeigte, dass schnellere Blutdruckanstiege vom Kindes- bis ins Jugendalter mit arterieller Steifigkeit und Albuminurie im mittleren Erwachsenenalter korrelieren.
Die Assoziationen zwischen dem Blutdruckanstieg und Organschäden wie Gefäßsteifigkeit und Herzmuskelverdickung erreichten in der Adoleszenz ihren Höhepunkt, wenngleich die Beobachtungsstudie keine Kausalität nachweisen kann.
Akute Einflüsse durch Schadstoffexposition
Neben metabolischen Faktoren beeinflussen auch externe Noxen die endotheliale Gesundheit junger Menschen unmittelbar. Eine Untersuchung der Universitätsmedizin Mainz an 30 gesunden Rauchern dokumentierte, dass der einmalige Konsum von zwei Tabaksticks zu einem akuten Blutdruckanstieg, herabgesetzter Gefäßelastizität, DNA-Schäden an Blutzellen und oxidativem Stress führt. Zudem sank die venöse Sauerstoffsättigung von 71 Prozent auf 46 Prozent.
Vergleichbare Einschränkungen betreffen den Konsum nikotinhaltiger E-Zigaretten. Eine Analyse der Manchester Metropolitan University an 58 Personen mit einem Durchschnittsalter von 26 Jahren ergab bei Vapern eine flussvermittelte Vasodilation von 5,5 Prozent im Vergleich zu 8,3 Prozent bei Nicht-Nutzern und 4,4 Prozent bei Rauchern.
Die Carotis-Reaktivität lag bei den E-Zigaretten-Nutzern bei 0,6 Prozent, während Nicht-Nutzer 4,7 Prozent und Tabakraucher -1,4 Prozent erreichten. Die kumulierten Befunde verdeutlichen die Dringlichkeit, präventive Maßnahmen und kardiometabolische Kontrollen frühzeitig im jungen Erwachsenenalter anzusetzen.
