Junge Menschen unter Stress: 55 Prozent ziehen sich sozial zurück
Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 19:48 Uhr | Redaktion boerse-global.deAcht von zehn jungen Bundesbürgern fühlen sich häufig gestresst, und mehr als die Hälfte der Betroffenen reagiert darauf mit einem Rückzug aus dem sozialen Umfeld. Dies geht aus der gemeinsamen Studie „Zukunft Gesundheit 2026“ der vivida bkk und der Stiftung „Die Gesundarbeiter“ hervor.
Die Untersuchung beleuchtet das Ausmaß des empfundenen Drucks unter Jugendlichen und jüngeren Erwachsenen und zeigt auf, welche Ursachen und Begleiterscheinungen diesen Zustand prägen.
Hohe mentale Erschöpfung und Rückzugsreaktionen
Die Erhebung verdeutlicht eine spürbare Beanspruchung im Alltag vieler junger Menschen. Unter denjenigen, die Stress erleben, fühlen sich 75 Prozent häufig mental erschöpft. Zudem berichten mehr als zwei Drittel der Betroffenen von Schlafproblemen.
Als Bewältigungsmuster gaben 55 Prozent der betroffenen Teilnehmer an, sich bei Stress sozial zurückzuziehen. Die vivida bkk weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass soziale Isolation das Stressniveau der Betroffenen weiter erhöhen kann, wodurch eine Spirale aus Überlastung und Vereinsamung droht.
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Vielfältige Belastungsfaktoren von Finanzen bis Politik
Die Auslöser für das Stressempfinden sind vielschichtig und speisen sich aus mehreren Lebensbereichen. Als primäre Ursache wurden von vivida bkk und der Stiftung „Die Gesundarbeiter“ finanzielle Sorgen ermittelt, die von 74 Prozent der Teilnehmer genannt wurden.
Dahinter folgen Belastungen rund um Arbeit, Schule oder Ausbildung mit 69 Prozent. Auch übergeordnete Krisen spielen eine maßgebliche Rolle: Für 57 Prozent der Befragten stellt die allgemeine gesellschaftliche und politische Lage einen wesentlichen Stressfaktor dar.
Hohe Leistungsansprüche und deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern
Neben externen Einflüssen wirken starke interne und soziale Erwartungen auf die jüngere Generation. Laut den Studienautoren haben 84 Prozent der Befragten den Eindruck, in vielen verschiedenen Lebensbereichen gleichzeitig funktionieren zu müssen. 78 Prozent empfinden das Gefühl, ständig an sich selbst arbeiten zu müssen, während 69 Prozent Druck durch die Erwartungshaltungen ihres Umfelds verspüren.
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Ein detaillierter Blick auf die Geschlechter zeigt dabei markante Differenzen im Selbstbild. Bei den befragten Mädchen und Frauen gaben 78 Prozent an, das Gefühl zu haben, nie gut genug zu sein. Dieser Anteil liegt um 15 Prozentpunkte höher als bei den männlichen Befragten, von denen 63 Prozent diese Wahrnehmung teilen.
Die Ergebnisse der Studie basieren auf einer Online-Erhebung, die im August 2026 durchgeführt wurde. vivida bkk und die Stiftung „Die Gesundarbeiter“ befragten dafür insgesamt 1.045 Bundesbürger im Alter von 14 bis 34 Jahren.
Mehr zum Thema bei Deutsches Ärzteblatt: „Viele junge Menschen ziehen sich bei Stress sozial zurück – News“
