Kaffee und Magen: Dunkle Röstungen reduzieren SÀure deutlich
Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 18:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Kaffee gilt als KultgetrĂ€nk, doch fĂŒr viele endet der Genuss mit Magenbeschwerden. Aktuelle Studien zeigen: Die richtige Wahl von Bohne und Zubereitung kann die Reizwirkung deutlich reduzieren.
SĂ€ure ist nicht gleich SĂ€ure
Kaffee hat einen pH-Wert von etwa 5,0 und wirkt damit sauer. Verantwortlich dafĂŒr sind vor allem ChlorogensĂ€uren, die die Magenschleimhaut direkt reizen können. Zudem regt Kaffee die MagensĂ€ureproduktion an und entspannt den SchlieĂmuskel der Speiseröhre â die ideale Kombination fĂŒr Sodbrennen und Reflux.
Der Röstgrad macht dabei einen entscheidenden Unterschied. Helle Röstungen enthalten deutlich mehr SÀure als dunkle. Beim lÀngeren Röstprozess werden die störenden SÀuren weitgehend abgebaut. Wer empfindlich reagiert, sollte daher zu dunklen Sorten greifen.
Die Zubereitung entscheidet mit
Auch die Extraktionsmethode beeinflusst die VertrĂ€glichkeit. Cold Brew, also kalt extrahierter Kaffee, enthĂ€lt nachweislich weniger sĂ€urebildende Stoffe als heiĂ aufgebrĂŒhter Kaffee. FĂŒr Menschen mit empfindlichem Magen ist er eine echte Alternative.
Ein weiterer Punkt betrifft die Blutfettwerte. Kaffee aus BrĂŒhautomaten ohne Papierfilter enthĂ€lt hohe Mengen an Diterpenen wie Cafestol und Kahweol. Diese Substanzen können das LDL-Cholesterin erhöhen. Filterkaffee hingegen weist weniger als ein Hundertstel dieser Stoffe auf â der Papierfilter hĂ€lt sie nahezu vollstĂ€ndig zurĂŒck.
Wer trotz empfindlichem Magen nicht auf Kaffee verzichten möchte, findet in diesem kostenlosen Guide die wichtigsten Tipps: von dunklen Röstungen bis zur schonenden Cold-Brew-Zubereitung. Jetzt kostenlosen Kaffee-Guide anfordern
Wie viel Kaffee ist gesund?
Die EuropĂ€ische Behörde fĂŒr Lebensmittelsicherheit (EFSA) stuft bis zu 400 Milligramm Koffein tĂ€glich fĂŒr gesunde Erwachsene als unbedenklich ein. Das entspricht etwa vier bis fĂŒnf Tassen Filterkaffee. Schwangere sollten die Menge auf 200 Milligramm halbieren.
Ab sechs Tassen tĂ€glich steigt das Risiko fĂŒr Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Moderate Mengen können dagegen das Risiko fĂŒr HerzschwĂ€che und Lebererkrankungen senken. Kritisch sehen Mediziner Energy-Drinks: Sie enthalten oft die drei- bis vierfache Koffeinmenge und können Blutdruck sowie Herzrhythmus negativ beeinflussen.
Kaffee wirkt auf Darm und Psyche
Sodbrennen nach dem Kaffee? Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie mit der richtigen Sortenwahl und Zubereitung die Reizwirkung spĂŒrbar reduzieren â inklusive Dosierungs-Ratgeber fĂŒr gesunden Genuss. Magenschonenden Kaffee-Guide sichern
Forschende des University College Cork untersuchten die Wirkung auf die Darm-Hirn-Achse. In einer Studie mit 31 Kaffeetrinkern und einer gleich groĂen Kontrollgruppe zeigte sich: RegelmĂ€Ăiger Konsum vermehrt bestimmte Darmbakterien wie Eggertella und Cryptobacterium â unabhĂ€ngig vom Koffeingehalt.
Diese VerĂ€nderungen im Mikrobiom verbessern nachweislich die Stimmung. Interessant: Auch entkoffeinierter Kaffee entfaltet positive Effekte, etwa bei der GedĂ€chtnisleistung. Forscher der Texas A&M University identifizierten zudem KaffeesĂ€ure als schĂŒtzenden Faktor. Die Verbindung bindet an spezielle Rezeptoren und könnte Zellen vor stressbedingten SchĂ€den bewahren.
