Kaliumreiche, DASH-Diät

Kaliumreiche DASH-Diät: Studie findet bei 356 Erwachsenen stabile Blutwerte

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 21:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bei 356 schwarzen Erwachsenen veränderte eine dreimonatige kaliumreiche Ernährung die mittleren Serumwerte nicht bedenklich; schwere Nierenleiden waren ausgeschlossen.
Eine Auswahl frischer, kaliumreicher Lebensmittel wie Bananen, Avocados und Spinat auf einer hellen Küchenoberfläche. Illustration mit AI erstellt.

Eine gezielte Erhöhung der Kaliumzufuhr gilt in der Kardiologie seit Langem als wirksames Mittel zur Senkung erhöhter Blutdruckwerte. Gleichzeitig bestand in der klinischen Praxis oft die Sorge, dass eine deutliche Steigerung des Mineralstoffs bei vorerkrankten Patienten zu einer gefährlichen Hyperkaliämie führen könnte.

Eine am 7. Oktober 2026 auf den Hypertension Scientific Sessions der American Heart Association (AHA) in Arlington im US-Bundesstaat Virginia vorgestellte Untersuchung liefert nun Entwarnung für eine oft betroffene Patientengruppe.

Bei 356 schwarzen Erwachsenen mit und ohne behandelte Hypertonie führte eine dreimonatige kaliumreiche Kost im Rahmen der DASH-Diät nicht zu bedenklichen Kaliumwerten im Blut.

Stabile Laborwerte trotz hoher Zufuhr

Die vorläufige Analyse der Studien GoFresh und GoFresh-Rx, geleitet von der Erstautorin Marian Budu vom Beth Israel Deaconess Medical Center in Boston, untersuchte eine gezielte Ernährungsintervention mit einem Zielwert von 4.700 mg Kalium pro Tag und einem Kalium-Natrium-Verhältnis von 2:1. Nach dreimonatiger Laufzeit lag das mittlere Serum-Kalium in der Interventionsgruppe mit gelieferten Lebensmitteln bei 4,16 mmol/L und in der Kontrollgruppe mit Selbststeuerung bei 4,18 mmol/L.

Auffällig war, dass sich auch unter verschiedenen medikamentösen Therapien keine signifikanten Unterschiede zeigten. Die Werte blieben stabil, unabhängig davon, ob die Teilnehmenden kaliumretinierende Medikamente wie ACE-Hemmer, Aldosteronblocker, kaliumsparende Diuretika, Betablocker oder nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) einnahmen.

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Hinsichtlich der Nierenfunktion wiesen 7 Prozent der Teilnehmenden eine geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) von 30 bis 60 mL/min/1,73 m² auf, während 40 Prozent zwischen 60 und 90 mL/min/1,73 m² lagen. Personen mit einer eGFR unter 30 mL/min/1,73 m² sowie einem Ausgangswert des Serum-Kaliums von unter 3,5 oder über 5,0 mmol/L waren von der Teilnahme ausgeschlossen.

Die Studienautoren wiesen darauf hin, dass die Ergebnisse Einschränkungen unterliegen: Schwere Nierenerkrankungen der Stadien 4 und 5 wurden nicht abgebildet, die Daten stammen ausschließlich von schwarzen Erwachsenen aus der Region Boston, sind von der AHA finanziert und liegen bislang nicht in begutachteter Form vor.

Grenzen und Risiken der Elektrolytverschiebung

Die Vorsicht im Umgang mit Kalium bleibt medizinisch begründet. Wie eine im Fachjournal BMJ publizierte Übersichtsarbeit von Rech et al. verdeutlicht, stellt eine Hyperkaliämie eine potenziell lebensbedrohliche Störung dar, die das Risiko für Herzrhythmusstörungen und einen plötzlichen Herzstillstand steigert.

Je nach medizinischer Fachgesellschaft wird der Schwellenwert bei 5,0 oder 5,5 mmol/L angesetzt. Besonders gefährdet sind Personen mit chronischer Nierenerkrankung, Herzinsuffizienz oder Diabetes mellitus.

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Behörden wie das Office of Dietary Supplements der US-Gesundheitsbehörde NIH sowie Veröffentlichungen von Harvard Health Publishing beziffern die angemessene tägliche Zufuhr für Erwachsene ab 19 Jahren auf 3.400 mg für Männer und 2.600 mg für Frauen.

Beide Institutionen betonen, dass bei fortgeschrittenen Nierenleiden oder entsprechenden medikamentösen Kombinationen von kaliumbasierten Salzersatzstoffen und Nahrungsergänzungsmitteln abzuraten sei.

Stellenwert der DASH-Diät in Leitlinien

Ernährungsmuster wie die DASH-Diät werden in Behandlungsrichtlinien weiterhin hervorgehoben. Die Leitlinie „Adult Hypertension Dietary Guide 2023" empfiehlt kalium-, magnesium- und kalziumreiche Lebensmittel als grundlegende Lebensstilmaßnahme bei Hypertonie des Grades 1, sofern keine Organschäden vorliegen.

Neben einer Begrenzung des Salzkonsums auf unter 5 g pro Tag umfasst dies den täglichen Verzehr von 300 bis 500 g Gemüse und 200 bis 350 g Obst, während höhere Hypertoniegrade weiterhin eine medikamentöse Therapie erfordern.

Die aktuellen Studiendaten aus Boston deuten darauf hin, dass die ernährungsbasierte Kaliumsteigerung bei leichteren Einschränkungen der Nierenfunktion breiter und sicherer einsetzbar sein könnte als bislang angenommen.

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