Kalorienarme Suppen: Ein Versuch fand 50 Prozent mehr Gewichtsverlust
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 05:04 Uhr | Redaktion boerse-global.deBeim sogenannten Volume Eating steht nicht das strikte Reduzieren von Portionsgrößen im Vordergrund, sondern die gezielte Wahl von Lebensmitteln mit geringer Energiedichte. Wie Fachleute für Ernährungsberatung anhand von Studien ausführen, setzt die Methode auf wasser- und ballaststoffreiche Nahrungsmittel wie Gemüse, Obst und klare Suppen auf Brühebasis.
Auf diese Weise lassen sich optisch und physisch große Mahlzeiten verzehren, während die tatsächliche Kalorienaufnahme begrenzt bleibt. Dennoch eignet sich der Ansatz nicht uneingeschränkt für jeden; für bestimmte Personengruppen mahnen Experten zur Vorsicht.
Studienlage zur Energiedichte und Gewichtsabnahme
Die wissenschaftliche Grundlage des Konzepts stützt sich auf Untersuchungen zur Energiedichte von Nahrungsmitteln. Auswertungen zeigen deutliche Effekte: Eine Analyse von 31 Studien ergab, dass eine Verringerung der Energiedichte von Mahlzeiten zu einer messbaren Reduktion der Gesamtkalorienaufnahme führte.
Weitere wissenschaftliche Untersuchungen belegen ähnliche Muster. Personen, die sich über Diäten mit niedriger Energiedichte ernährten, aßen täglich 1 bis 2 Pfund mehr Nahrung, führten ihrem Körper dabei jedoch insgesamt weniger Kalorien zu und verloren über einen Zeitraum von sechs Monaten mehr Gewicht.
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Auch flüssigkeitsreiche Mahlzeiten zeigen messbare Resultate: In einer Untersuchung verloren Personen, die täglich zwei Portionen kalorienarmer Suppe verzehrten, über den Verlauf eines Jahres 50 Prozent mehr Gewicht als Teilnehmende, die dieselbe Kalorienmenge über Snacks zu sich nahmen.
Risiken und Einschränkungen für spezifische Gruppen
Trotz der belegten Effekte birgt die einseitige Ausrichtung auf großes Nahrungsvolumen Risiken. Ernährungsberater weisen darauf hin, dass die Methode für Personen mit aktuellen oder früheren Essstörungen ungeeignet sein kann, da ein starker Fokus auf Füllmengen problematisches Essverhalten verstärken kann.
Zudem kann die übermäßige Aufnahme von Ballaststoffen den Magen-Darm-Trakt belasten. Bei Vorerkrankungen wie dem Reizdarmsyndrom, Morbus Crohn oder anderen chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen ist aufgrund der hohen Fasermengen Vorsicht geboten.
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Auch bei Personen, die GLP-1-Medikamente einnehmen, kann das große Volumen Beschwerden hervorrufen: Da diese Präparate die Magenentleerung und Verdauung verlangsamen, können Übelkeit und Magenprobleme die Folge sein. Für Sportler wiederum birgt das Konzept das Risiko einer unzureichenden Energiezufuhr, da der hohe Füllgrad die Aufnahme der benötigten Kalorienmengen erschweren kann.
Empfehlungen für eine ausgewogene Zusammensetzung
Damit der Ernährungsansatz den Körper bedarfsgerecht versorgt, raten Fachleute zu einer vollwertigen Zusammensetzung jeder Mahlzeit. Neben Ballaststoffen sollten Gerichte stets Proteine, Kohlenhydrate, gesunde Fette sowie lebenswichtige Vitamine und Mineralstoffe enthalten, um Mangelerscheinungen zu vermeiden.
Zudem spielt der zeitliche Faktor bei der Nahrungsaufnahme eine entscheidende Rolle für das Sättigungsempfinden: Das Gehirn benötigt etwa 20 Minuten, um Sättigungssignale aus dem Verdauungstrakt vollständig zu registrieren.
