Katarakt bei Diabetes: Grauer Star tritt 5 bis 10 Jahre früher auf
Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 09:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die altersbedingte Trübung der Augenlinse, in der Medizin als Alterskatarakt oder Grauer Star bezeichnet, zählt weltweit zu den häufigsten Sehbeeinträchtigungen im fortgeschrittenen Lebensalter.
Aktuelle medizinische Ratgeber und Berichte aus dem Oktober 2026 heben hervor, dass der Entstehung und dem Fortschreiten der Erkrankung durch gezielte Maßnahmen entgegengewirkt werden kann. Im Zentrum stehen dabei ein wirksamer Schutz vor ultravioletter Strahlung, eine engmaschige Stoffwechselkontrolle, ein angepasster Lebensstil sowie regelmäßige Kontrolluntersuchungen.
Konsequenter UV-Schutz für die Augen
Ein zentraler Risikofaktor für degenerative Veränderungen des Auges ist die Einwirkung von Sonnenlicht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft eine chronische UV-Exposition als gesicherten Risikofaktor für bestimmte Formen des Katarakts ein. Die Organisation empfiehlt daher entsprechende Sonnenschutzmaßnahmen bereits ab einem UV-Index von 3 oder höher.
Als wirksame Barriere gelten sogenannte UV400-Sonnenbrillen. Diese bieten einen Schutz von 99 bis 100 Prozent vor UVA- und UVB-Strahlung und tragen dazu bei, das individuelle Katarakt-Risiko zu senken. Zu beachten ist dabei die Funktion der Gläser: Polarisierte Gläser reduzieren zwar störende Blendungen, bieten für sich genommen jedoch keinen Schutz vor ultravioletter Strahlung.
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Zudem weisen Fachberichte darauf hin, dass Kinderaugen besonders empfindlich gegenüber UV-Strahlung sind und frühzeitig geschützt werden sollten. Gleichzeitig stoßen herkömmliche Sonnenbrillen an Grenzen bei extremen Umweltbedingungen; so ersetzen sie bei Sandstürmen keine dicht sitzenden Schutzbrillen.
Stoffwechselkontrolle und Lebensstilfaktoren
Neben externen Einflüssen spielt die innere Stoffwechsellage eine entscheidende Rolle für die Linsengesundheit. Eine konsequente Stoffwechselkontrolle beinhaltet insbesondere die Überwachung und stabile Einstellung von Blutzucker und Blutdruck. Dies ist von besonderer Relevanz, da ein Katarakt bei Diabetikern durchschnittlich 5 bis 10 Jahre früher auftritt als bei der Normalbevölkerung.
Darüber hinaus gilt der Rauchstopp als wesentliche präventive Maßnahme zur Risikoreduktion. Ergänzend wird eine antioxidative Ernährung empfohlen. Nährstoffe wie Vitamin A, Vitamin C, Lutein sowie Anthocyane unterstützen den Zellschutz und werden in aktuellen Leitfäden als präventiv wirksame Bestandteile der täglichen Ernährung aufgeführt.
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Augenärztliche Screenings und Risikogruppen
Früherkennungsuntersuchungen ermöglichen es, Veränderungen der Augenlinse frühzeitig zu diagnostizieren. Fachleute empfehlen ab einem Alter von 40 Jahren eine jährliche Spaltlampenuntersuchung beim Augenarzt.
Für definierte Risikogruppen gelten verkürzte Untersuchungsabstände. Personen mit Diabetes mellitus, Patientinnen und Patienten mit einer Myopie von über 600 Dioptrien sowie Außenarbeiter, die regelmäßig starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind, sollten sich alle 6 Monate einer entsprechenden augenärztlichen Untersuchung unterziehen.
Die Kombination aus Schutzmaßnahmen, kontrolliertem Lebensstil und kontinuierlicher Diagnostik bildet damit die Basis zur Prävention des Alterskatarakts.

