Kegelrobben, Wattenmeer

Mehr Kegelrobben im Wattenmeer und auf Helgoland

01.07.2024 - 13:42:41

Kegelrobben vermehren sich an der deutschen NordseekĂŒste prĂ€chtig. Eine Entwicklung wollen die Forscher genauer beobachten.

Die Zahl der Kegelrobben im Wattenmeer und auf Helgoland nimmt langsam weiter zu. So habe die Anzahl der registrierten Kegelrobbenjungen in den vergangenen fĂŒnf Jahren im Schnitt eine jĂ€hrliche Wachstumsrate von neun Prozent gehabt, wie das Wattenmeer-Sekretariat mit Sitz in Wilhelmshaven mitteilte. Die Gesamtzahl der Kegelrobben wĂ€hrend des Fellwechsels im MĂ€rz und April sei jĂ€hrlich um zwölf Prozent gestiegen. 

Im Vergleich zu frĂŒheren ZĂ€hlungen scheine sich der Anstieg der Zahlen zu verlangsamen, vor allem bei den Jungtieren, beobachtete Sophie Brasseur, Mitglied der Forschungsgruppe aus DĂ€nemark, Deutschland und den Niederlanden. «Es ist noch zu frĂŒh, um zu sagen, ob dies auf eine VerĂ€nderung der Umweltbedingungen zurĂŒckzufĂŒhren ist oder ob die ZĂ€hlungen durch das raue Wetter in dieser Saison beeinflusst wurden.» 

Der Nachwuchs der grĂ¶ĂŸten Raubtiere Deutschlands kommt von November bis Januar zur Welt. Die Expertinnen und Experten entdeckten in der Saison 2023/2024 im gesamten Wattenmeer mehr als 2.547 Jungtiere, ein Anstieg um ein Prozent im Vergleich zur vorigen Saison. Gut die HĂ€lfte der Jungtiere entdeckten die Forscher im niederlĂ€ndischen Wattenmeer. In Niedersachsen ging der registrierte Nachwuchs auf rund 360 zurĂŒck. Nach Ansicht des Forschungsteams könnte das daran liegen, dass einige Teile des Gebiets wegen schlechten Wetters nicht ĂŒberflogen werden konnten.

Auf Helgoland wurden knapp 740 Jungtiere beobachtet, ein Plus von 16 Prozent. Im östlichen Teil des Wattenmeeres registrierte das Forschungsteam wĂ€hrend der grenzĂŒbergreifenden ZĂ€hlungen gar keine Jungtiere. Allerdings wurden spĂ€ter in der Saison vier sĂ€ugende Jungtiere in DĂ€nemark und zwei in Schleswig-Holstein beobachtet.

Etwas spĂ€ter - im MĂ€rz und April - werden alle Kegelrobben gezĂ€hlt. Hier gibt es einen Zuwachs um neun Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr. Mehr als 11.500 ausgewachsene Kegelrobben registrierten die Experten in der Region. Mit Abstand die meisten der Tiere leben im niederlĂ€ndischen Wattenmeer. Die ZĂ€hlungen ergaben mehr als 7.800 Kegelrobben allein in dieser Region. Helgoland hatte einen Anteil von 14 Prozent, Niedersachsen und Hamburg zusammen 12 Prozent. Im schleswig-holsteinischen Wattenmeergebiet wurden 286 Tiere gezĂ€hlt. In DĂ€nemark beobachteten die Forschenden mehr als 360 Kegelrobben - doppelt so viele wie im Vorjahr.

 

@ dpa.de