Ketabon: Neue Ketamin-Therapie für therapieresistente Depressionen
16.06.2026 - 06:42:25 | boerse-global.de
Das Münchner Biopharma-Unternehmen HMNC Brain Health hat den Abschluss der ersten Tranche seiner Series-B-Finanzierung bekannt gegeben. 50 Millionen US-Dollar fließen in die Entwicklung personalisierter Psychiatrie-Behandlungen.
Angeführt wurde die Runde vom mittelständischen Pharmaunternehmen MEDICE. Auch der Bestandsinvestor The Maschmeyer Group beteiligte sich.
Strategische Partnerschaft mit MEDICE
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Parallel zur Finanzierung vereinbarten beide Unternehmen eine strategische Allianz. MEDICE erhält die exklusiven europäischen Vermarktungsrechte für den Wirkstoffkandidaten KET01 (Ketabon).
Im Gegenzug kassiert HMNC gestaffelte zweistellige Lizenzgebühren auf die Nettoumsätze. Hinzu kommen erfolgsabhängige Meilensteinzahlungen. Ziel der Kooperation: die späte klinische Entwicklung beschleunigen und innovative Therapien zur Marktreife bringen.
Ketabon: Hoffnungsträger mit Hürden
Das frische Kapital fließt primär in die Vorbereitung von Phase-3-Studien. Im Fokus stehen zwei Projekte:
KET01 (Ketabon) ist eine orale Ketamin-Formulierung mit verzögerter Wirkstofffreisetzung. Entwickelt für Patienten mit therapieresistenten Depressionen. In Phase-2-Studien zeigte der Wirkstoff schnelle antidepressive Effekte bei reduzierten dissoziativen Nebenwirkungen.
Allerdings: Die statistische Signifikanz am primären Endpunkt nach 21 Tagen wurde nicht erreicht. Die Phase-3-Readiness läuft Mitte 2026. Als Alternative zu bestehenden Esketamin-Behandlungen positioniert sich Ketabon dennoch vielversprechend.
Nelivabon: Präzision durch Genetik
Nelivabon (BH-200) verfolgt einen anderen Ansatz. Der orale Vasopressin-V1b-Rezeptor-Antagonist wird als biomarkergestützte Präzisionstherapie für genetisch definierte Untergruppen von Depressionspatienten entwickelt.
HMNC kombiniert den Wirkstoff mit einem eigenen genetischen Begleittest. Die Phase-2b-Studie OLIVE lieferte bereits vielversprechende Ergebnisse.
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Markt mit Wachstumsdynamik
Der Bedarf an effizienten Therapien steigt rasant. In Deutschland legten die Ausgaben für stationäre psychiatrische Behandlungen zwischen 2015 und 2025 jährlich um durchschnittlich 6,1 Prozent zu.
Besonders dynamisch: 2023 betrug der Zuwachs 12 Prozent, 2024 weitere 9 Prozent. Für Investoren und strategische Partner werden Ansätze der Präzisionspsychotherapie damit zunehmend attraktiv.
