Ketamin-Selbstversuch: Jenke warnt nach Dosierungsfehler vor Eigenversuchen
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 00:09 Uhr | Redaktion boerse-global.deChronische Überlastung und psychische Belastungen prägen den Alltag vieler Menschen. Vor diesem Hintergrund widmete sich das TV-Format „JENKE. Experiment. Gute Laune. Wie kommen wir raus aus dem Dauerfrust?“ auf ProSieben und Joyn den Auswirkungen von dauerhaftem Druck auf das Nervensystem sowie der Frage nach wirksamen Wegen zurück zu mehr Lebensfreude.
Journalist Jenke von Wilmsdorff unterzog sich dabei einer Reihe von Selbstversuchen, die das Spektrum von alltagsnahen Achtsamkeitsübungen bis hin zu kontrollierten medizinischen Interventionen abdeckten.
Zwischen Achtsamkeit, Kälte und Lachgas
Im Rahmen der Produktion testete von Wilmsdorff verschiedenste Ansätze zur Stimmungsaufhellung und Stressreduktion. Dazu zählten Lachyoga mit Carmen Goglin, Nahrungsergänzungsmittel, autogenes Training, Eisbaden, Achtsamkeitsmeditation, Botox im Kontext der Facial-Feedback-Theorie sowie eine vierminütige Phase ununterbrochenen Blickkontakts zwischen zwei Fremden.
Gemeinsam mit Prof. Dr. Eva Peters stellte sich der Journalist einem Stresstest, um zu prüfen, wie das Nervensystem auf unterschiedliche Reize reagiert. Bei einem Selbstversuch mit einem Gemisch aus 50 Prozent Lachgas und 50 Prozent Sauerstoff zeigte sich, dass das Stresslevel sank und sich der Blutdruck trotz eines Schmerzreizes normalisierte.
Risiken pharmakologischer Ansätze
Einen kritischen Schwerpunkt bildete der Einsatz potenter Substanzen. Von Wilmsdorff nahm an einer Ketamin-Sitzung teil, die von einem Psychotherapeuten, einem sogenannten Tripsitter und einer Fachärztin für innere Medizin begleitet wurde.
Nach Angaben des Senders kam es dabei zu einem Dosierungsfehler, infolgedessen er eine deutlich zu hohe menge des Wirkstoffs erhielt. Der Journalist schilderte die Erfahrung im Rückblick als Nahtoderlebnis, bei dem er das Gefühl gehabt habe zu sterben, sich gleichzeitig jedoch wie wiedergeboren gefühlt habe.
Im Anschluss warnte er eindringlich davor, Ketamin eigenmächtig auszuprobieren. Im Beitrag berichtete zudem eine ehemalige Betroffene namens Anna über zehn Tage Übelkeit sowie einen dreimonatigen Entzug; sie lebt mittlerweile seit drei Jahren drogenfrei.
Hinsichtlich weiterer neurobiologischer Mechanismen untersuchen Prof. Dr. Tillmann Krüger und Prof. Dr. Axel Wollmer, ob Injektionen von Botulinumtoxin in die Zornesfalte depressive Symptome lindern können. Japanische Untersuchungen deuten zudem darauf hin, dass Lachen über Botenstoffe wie Endorphine und Dopamin stressreduzierend wirken kann.
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Belastungsdaten und wissenschaftliche Interventionen
Die Relevanz des Themas spiegeln statistische Erhebungen wider. Laut dem TK-Stressreport 2025 fühlen sich 66 Prozent der Menschen in Deutschland häufig oder manchmal gestresst, wobei 61 Prozent der Befragten eigene Ansprüche als Stressfaktor nennen.
In der Sendung aufgegriffene Erhebungen zeigen zudem, dass zwei Drittel der Deutschen gestresst oder sehr gestresst sind, 18 Prozent jährlich von einer psychischen Erkrankung betroffen sind und 30 Prozent der jungen Menschen angeben, psychologische Unterstützung zu benötigen.
Während Kinder im Schnitt 400-mal am Tag lachen – andere Angaben nennen bis zu 600-mal –, tun dies Erwachsene lediglich 15-mal beziehungsweise 15- bis 18-mal.
Begleitende wissenschaftliche Arbeiten belegen den Nutzen strukturierter Entlastung:
* An der Universität Heidelberg führte eine kurze Achtsamkeitsübung von fünf bis zehn Minuten zu Beginn jeder Therapiesitzung bei 90 Jugendlichen im Alter von 11 bis 19 Jahren zu einem stärkeren Symptomrückgang bei Depressionen, Angststörungen oder ADHS im Vergleich zu Therapien ohne strukturierte Einleitung.
* Eine Untersuchung von Bratman et al. aus dem Jahr 2015 zeigte, dass ein 90-minütiger Spaziergang in natürlicher Umgebung das Grübeln und die Aktivität im subgenualen präfrontalen Kortex reduzierte, während diese Effekte im städtischen Umfeld ausblieben.
* Ein Forschungsteam der UCLA stellte das Studienprotokoll FIERCE vor, das in einer sechswöchigen Online-Intervention prüfen soll, ob sich Stress und Entzündungsmarker bei stark belasteten Ärzten senken lassen.
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Am Universitätsklinikum Jena erhalten Interessierte am 20. November 2026 im Rahmen der Langen Nacht der Wissenschaft zu vierte Terminen die Möglichkeit, den Ablauf einer klinischen Stressreduktionsstudie nachzuvollziehen. Im TV-Programm folgen am 19. November 2026 die Dokumentation „JENKE. Report. ADHS.“ sowie am 3. und 10. Dezember 2026 der Zweiteiler „JENKE. Zeitreise. Die 90er.“.
