Ketogene, Diät

Ketogene Diät: 67% stärkere Fettleber-Reduktion als andere Diäten

Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 00:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Studie mit 42 Erwachsenen zeigt Vorteile der ketogenen Ernährung bei Leberfett und Insulin, nennt aber Grenzen und mögliche Langzeitrisiken.

Ketogene Diät senkt Leberfett stärker als mediterrane Kost
Eine Auswahl gesunder, unverarbeiteter Lebensmittel wie Avocado, Nüsse, Spinat und Olivenöl auf einem Holztisch. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Wissenschaftliche Untersuchungen liefern neue Erkenntnisse zur Wirksamkeit verschiedener Ernährungsformen bei stoffwechselbedingten Erkrankungen. Eine klinische Studie der Washington University, die Ende August 2026 in der Fachzeitschrift Cell Metabolism veröffentlicht wurde, verglich die Auswirkungen einer ketogenen, einer mediterranen und einer rein pflanzenbasierten Diät. Die Untersuchung konzentrierte sich auf 42 erwachsene Teilnehmer, die unter Adipositas, Prädiabetes und einer Fettleber litten.

Differenzierte Ergebnisse bei Leberfett und Gewichtsverlust

Im Rahmen der Untersuchung über einen Zeitraum von vier bis fünf Monaten konnten bei allen drei Ernährungsformen Erfolge verzeichnet werden. Ein zentrales Ergebnis der Studie ist, dass alle 42 Probanden unabhängig von der gewählten Diät einen Gewichtsverlust von etwa 10 % erzielten. Deutliche Unterschiede zeigten sich jedoch bei der Reduktion des Leberfetts.

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Während die mediterrane und die pflanzenbasierte Kost das Leberfett jeweils um 45 % senkten, erreichte die ketogene Gruppe eine Reduktion um 67 %. Dieser überdurchschnittliche Rückgang des Fettanteils in der Leber unterstreicht das Potenzial einer stark kohlenhydratreduzierten Ernährung für Patienten mit entsprechenden Vorerkrankungen.

Auswirkungen auf Insulinspiegel und Blutzuckerwerte

Ein weiterer Schwerpunkt der Analyse lag auf den metabolischen Parametern wie Blutzucker und Insulinresistenz. Die ketogene Diät schnitt hierbei in Bezug auf die kurzfristigen Messwerte am deutlichsten ab.

Die Forscher stellten in dieser Gruppe eine Verbesserung des Blutzuckers um 20 % sowie eine Senkung des Insulinspiegels um 74 % fest. Zudem verzeichnete die ketogene Gruppe den höchsten Anstieg des Hormons Glukagon und die massivste Reduktion der Insulinwerte im Vergleich der drei Gruppen.

Die mediterrane Ernährungsweise führte zu einer Senkung des Blutzuckers um 8 % und einer Reduktion des Insulins um 44 %. Bei der pflanzenbasierten Diät lag die Verbesserung des Blutzuckers ebenfalls bei 8 %, während die Insulinwerte um 27 % sanken.

Interessanterweise konnten die Wissenschaftler bei der ketogenen Gruppe trotz des hohen Fettkonsums keinen Anstieg der Blutfettwerte wie LDL-Cholesterin, ApoB oder Triglyceriden innerhalb des Untersuchungszeitraums feststellen.

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Expertenbewertung und klinische Einordnung

Trotz der positiven Daten zur Fettreduktion und zu den Insulinwerten äußerten Fachleute auch kritische Anmerkungen. Der Studienautor Max Petersen wies darauf hin, dass die ketogene Diät zwar zusätzliche Vorteile bieten könne, jedoch auch Schwierigkeiten bei der langfristigen Einhaltung sowie mögliche Risiken bestehen.

Kritiker der Untersuchung betonten zudem die geringe Anzahl von 42 Teilnehmern und die relativ kurze Studiendauer, was die Verallgemeinerbarkeit der Ergebnisse einschränke.

Medizinische Bedenken hinsichtlich einer dauerhaften Anwendung äußerten Fachvertreter wie der Kardiologe Professor Maciej Banach von der Polnischen Lipidologischen Gesellschaft. Er gab zu bedenken, dass eine ketogene Ernährung langfristig gesundheitsschädlich sein könne, da sie bei einigen Patienten zu einem massiven Anstieg des LDL-Cholesterins auf Werte zwischen 200 und 250 mg/dl führen könne.

Aus kardiologischer Sicht überwiege der erzielte Gewichtsverlust in solchen Fällen nicht das erhöhte Risiko für Atherosklerose. Die ketogene Diät sei daher nach Einschätzung des Kardiologen nur für sehr spezifische medizinische Indikationen geeignet und sollte nicht unkritisch für die breite Bevölkerung empfohlen werden.

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