KI-Agenten, Sprache

KI-Agenten entwickeln eigene Sprache: Gemini-Nachrichten zu 55 Prozent unverstÀndlich

Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 08:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Emergence-Experimente zeigen schwer entschlĂŒsselbare KI-Dialoge und unterstreichen die Bedeutung menschlicher Kontrolle und nachvollziehbarer AblĂ€ufe.

KI-Agenten entwickeln eigene Codes: Emergence-Tests zeigen VerstÀndlichkeitsprobleme
Dunkler Serverraum mit symmetrischen SchaltschrÀnken und diffusen, blÀulichen Statusleuchten in einer sterilen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

KĂŒnstliche Intelligenzen können im Austausch untereinander innerhalb kurzer Zeit eigene Kommunikationsformen hervorbringen, die sich dem menschlichen VerstĂ€ndnis entziehen. Dies belegen Versuche des New Yorker Labors Emergence, ĂŒber die computerbild.de in einem Bericht vom 1. Oktober 2026 berichtet.

In den durchgefĂŒhrten Experimenten bildeten verschiedene KI-Agenten binnen weniger Tage ohne direkte Vorgaben eigene Wörter, AbkĂŒrzungen sowie neuartige Bedeutungen aus. Wesentliche Teile dieser VerstĂ€ndigung blieben fĂŒr externe Beobachter nicht mehr nachvollziehbar.

Deutliche Unterschiede zwischen den Sprachmodellen

Die Neigung zur Entwicklung unzugĂ€nglicher Sprachmuster variierte bei den Tests je nach eingesetztem Modell erheblich. Bei Versuchen mit Google Gemini wurden 55 Prozent der ĂŒbermittelten Nachrichten als schwer verstĂ€ndlich eingestuft.

Ähnlich ausgeprĂ€gt zeigte sich das PhĂ€nomen bei den Systemen von OpenAI, bei denen der Anteil schwer verstĂ€ndlicher Botschaften bei rund 50 Prozent lag. Auch bei Claude von Anthropic registrierte Emergence eine signifikante Quote: Hier waren mehr als 40 Prozent der Kommunikation fĂŒr Menschen kaum mehr zu entschlĂŒsseln.

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DemgegenĂŒber erwiesen sich andere KI-Modelle in den Testreihen als deutlich zugĂ€nglicher. Die Systeme DeepSeek, Qwen und Mistral behielten laut den Versuchsergebnissen eine verstĂ€ndlichere Kommunikationsweise bei und wichen seltener in autonome Sprachcodes ab.

Risiken fĂŒr Kontrolle und Transparenz

Die Eigendynamik autonomer Agentensysteme bereitet den beteiligten Wissenschaftlern Sorge. Forscher von Emergence weisen darauf hin, dass eine zwar rechnerisch effizientere Kommunikation zwischen vernetzten Modellen die Transparenz und die menschliche Kontrolle massiv erschweren könne. Wenn KI-Systeme Aufgaben in arbeitsteiligen Prozessen untereinander koordinieren, ohne dass ihre Dialoge ĂŒberprĂŒfbar bleiben, droht der Verlust der Steuerbarkeit.

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Damit rĂŒckt die Nachvollziehbarkeit automatisierter AblĂ€ufe in den Mittelpunkt kĂŒnftiger Sicherheitsanforderungen. Die Ergebnisse von Emergence verdeutlichen, dass bei der Vernetzung autonom handelnder Sprachmodelle Leitplanken erforderlich sind, um die Kommunikation der Systeme dauerhaft in verstĂ€ndlichen Bahnen zu halten.

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de | wissenschaft | 70208648 |