KI-Agenten-Markt, Milliarden

KI-Agenten-Markt: 5,5 Milliarden Euro 2026, Verdopplung bis 2027

Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 00:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Softwarekonzerne treiben die Vernetzung von KI mit Unternehmensdaten voran. Neue Standards und Tools sollen den Zugriff auf Altsysteme revolutionieren.

KI-Agenten erobern Unternehmensdaten: Neue Tools von Databricks bis Google
Moderner Serverraum mit digitalen Datenvisualisierungen und leuchtenden Netzwerkverbindungen, die SQL- und KI-Integration darstellen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die großen Softwareanbieter treiben die Vernetzung von KI-Agenten mit Unternehmensdaten massiv voran. Gleich mehrere Konzerne stellten diese Woche Werkzeuge vor, die den Zugriff auf veraltete Systeme und Cloud-Plattformen revolutionieren sollen. Der Trend ist klar: Maschinen sollen selbstständig mit Datenbanken kommunizieren – ohne menschliche Umwege.

SQL-Migration im Automatik-Modus

Databricks startete am Donnerstag die Beta seines „agentic code converter" in der Plattform Genie Code. Das Tool setzt parallele KI-Agenten ein, um veraltete SQL-Skripte – von T-SQL über Snowflake bis Oracle – automatisch in offenen ANSI-Standard zu übersetzen. Besonders knifflig: Proprietäre Funktionen und gespeicherte Prozeduren werden ebenfalls konvertiert, inklusive visueller Nachverfolgung. In der Beta-Phase verarbeitet das System maximal 300 Dateien pro Durchlauf.

Parallel dazu veröffentlichte SplashBI die Version 26.2 seines SQL Connect. Die Neuerung: ein visueller Query-Builder per Drag-and-drop sowie ein Abfrage-Visualizer. Die Konnektivität wächst um Schnittstellen zu Workday, ServiceNow, SAP SuccessFactors und Jira. Ein Data-Grid-Compare-Tool erleichtert die Datenvalidierung über verschiedene Umgebungen hinweg.

Einheitliche Standards für KI-Zugriffe

Am 28. Juli veröffentlichte die Branche das Model Context Protocol (MCP) – ein offener Standard, der KI-Anwendungen mit externen Systemen wie Kalendern, Datenbanken und Design-Tools verbindet. Claude, ChatGPT, VS Code und Cursor unterstützen das Protokoll bereits.

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Nexla zog am Mittwoch nach: Die hauseigene Bibliothek umfasst inzwischen über 1.000 bidirektionale Unternehmenskonnektoren. Mit der neuen MCP Studio können Entwickler aufgabenspezifische Server erstellen. Das Unternehmen warnt: Ohne solche Brücken drohen KI-Agenten an kritischen Geschäftssystemen zu scheitern.

Snowflake adressierte die operative Seite dieser Entwicklung. Der am 28. Juli gestartete Cortex AI Gateway zentralisiert Zugriffsrichtlinien und Authentifizierung. Er unterstützt über 100 MCP-Server und arbeitet mit Sicherheitsanbietern wie Okta und 1Password zusammen. Ziel: Kostenkontrolle und Token-Verbrauch im Griff behalten.

Cloud-übergreifende Datenwelten

Google Cloud erweiterte seine „Borderless Lakehouse"-Funktionen. Neu ist die Katalog-Föderation für AWS Glue, Databricks Unity und Snowflake Horizon. Daten aus SAP, Salesforce und Workday lassen sich nun direkt über BigQuery abfragen. Die kosteneffizienten KI-Funktionen von Google senken den Token-Verbrauch Berichten zufolge um das 230-fache. Bereits am Montag machte Google BigQuery Conversational Analytics allgemein verfügbar – mit agentischen Workflows für automatisierte Analysen über AlloyDB und Spanner hinweg.

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Oracle rüstete seinen OCI GoldenGate-Dienst auf. Seit Mittwoch werden Vektoren direkt in die Replikations-Pipelines eingebettet – kompatibel mit Snowflake, Elasticsearch sowie generativen KI-Modellen von OpenAI und Google.

SnapLogic verwandelte seinen SnapGPT-Assistenten vom reinen Copiloten zum autonomen Agenten. Der neue Plan-Modus validiert Anforderungen und generiert produktionsreife Integrationen. Die Kernfunktionen sind sofort verfügbar, weitere Monitoring-Einsichten folgen im August.

Milliardenmarkt für KI-Agenten

Das Potenzial dieser Technologie zeigte sich auf der WAIC 2026 in Shanghai. Ant Group präsentierte dort Agentar 2.0 – eine Plattform mit rund 200 digitalen Experten-Vorlagen und spezialisierten Finanzmodellen. Branchendaten zufolge erreichten die globalen Ausgaben für Agenten-Technologie 2026 rund 5,5 Milliarden Euro. Für 2027 wird ein Anstieg auf über zehn Milliarden Euro procrastiniert.

Auch die Infrastruktur für diese Datenumgebungen wird modernisiert. SIOS Technology brachte LifeKeeper v10.1 mit KI-gestützter Automatisierung und Support für Microsoft SQL Server 2025. Und WellBoss präsentierte einen absetzbaren Brückenstecker für raue Industriebedingungen – ein Nischenprodukt, das zeigt: Selbst in extremen Umgebungen wird die Datenvernetzung zum Thema.

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