KI-Agenten-Plattformen: Oracle und Harness treiben Automatisierung voran
Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 23:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Branchenberichte verzeichnen aktuell einen deutlichen Anstieg spezialisierter Integrationsplattformen für KI-Agenten. Diese Entwicklung zielt darauf ab, komplexe Arbeitsabläufe innerhalb von Unternehmen grundlegend zu optimieren. Während die erste Welle der künstlichen Intelligenz in Betrieben vornehmlich auf die Produktivität von Entwicklern fokussiert war, deute sich laut Marktbeobachtern von Sonata Software nun ein Wandel hin zur autonomen Geschäftsausführung an. Die Bereitstellungsplattformen entwickelten sich dabei von einfachen Systemen zur Code-Generierung hin zu kontextbasierten Lösungen für operative Workflows.
Oracle und Harness setzen auf integrierte Entwicklungsumgebungen
Im Zuge dieser Marktausweitung hat Oracle eine neue KI-native Builder-Erfahrung für das Oracle AI Agent Studio innerhalb seiner Fusion-Anwendungen angekündigt. Diese Umgebung ermöglicht die Entwicklung sogenannter Fusion Agentic Applications direkt in der Oracle Fusion Cloud. Das Angebot umfasst No-Code-, Low-Code- und Pro-Code-Optionen und wird ohne zusätzliche Kosten bereitgestellt. Um die Implementierung in der Breite zu unterstützen, wurden bereits über 80.000 zertifizierte Experten geschult.
Parallel dazu adressiert der Anbieter Harness die Herausforderungen im gesamten Lebenszyklus von KI-Agenten. Mit dem Start von Agent DLC wurde ein Framework eingeführt, das von der Erstellung über die Evaluierung bis hin zur kontinuierlichen Verbesserung reicht. Ein wesentlicher Bestandteil ist eine integrierte KI-Firewall, die Unternehmen vor Sicherheitsrisiken wie Prompt-Injection und Datenexfiltration schützen soll. Das System basiert auf der bestehenden Software Delivery Platform des Unternehmens.
Infrastruktur für Echtzeit-Daten und industrielle Simulationen
Für die effektive Arbeitsweise von KI-Agenten gewinnt der Zugriff auf aktuelle Informationen an Bedeutung. In Indien startete Search Router eine Search API, die Agenten den Zugriff auf eine Infrastruktur von über 100 Milliarden indexierten Dokumenten ermöglicht. Damit sollen KI-Systeme befähigt werden, Echtzeit-Webinformationen in ihre Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Das Unternehmen bietet hierfür ein Einstiegskontingent von 2.000 kostenlosen Anfragen an.
Die rasante Entwicklung von KI-Agenten bringt auch neue rechtliche Rahmenbedingungen mit sich, die Unternehmen bereits heute kennen müssen. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden zum EU AI Act hilft Ihrer IT- und Rechtsabteilung, alle Pflichten und Fristen rund um moderne KI-Systeme sicher zu beherrschen. EU AI Act in 5 Schritten verstehen
Einen spezialisierten Weg für den Bereich 3D-Design und autonome Systeme schlägt Nvidia ein. Das Unternehmen integriert Omniverse-Bibliotheken in sein Agent Toolkit, um simulationsbereite KI zu ermöglichen. Zu den auf GitHub veröffentlichten Werkzeugen gehören Bibliotheken für Sensor-Simulationen, GPU-beschleunigte Physik und die Konvertierung von CAD-Daten in simulationsfähige Formate. Die Lösung unterstützt lokale Hardware-Konfigurationen von der RTX Spark bis zur DGX Station und wird von Partnern wie Asus, Dell, HP, Lenovo, Microsoft Surface und MSI getragen.
Autonome Ausführung in Beschaffung und Verwaltung
Praktische Anwendungen dieser neuen Technologiegeneration zeigen sich bereits im operativen Betrieb großer Unternehmen. Marsh & McLennan führt in Zusammenarbeit mit SS&C WorkHQ agentische Automatisierung ein. Dieser Ansatz bewege sich über die klassische robotergestützte Prozessautomatisierung (RPA) hinaus und schaffe autonome Ausführungsebenen für mehrstufige Arbeitsabläufe. Die auf Kubernetes bereitgestellte Plattform bietet dabei zentrale Governance-Funktionen und definierte Berechtigungsgrenzen.
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Auch im E-Commerce halten autonome Systeme Einzug. Alibaba.com hat mit dem Accio Sourcing Toolkit ein Plugin für sein System Accio Work veröffentlicht, das bereits über 10 Millionen monatlich aktive Nutzer verzeichnet. Das Toolkit ermöglicht eine kontinuierliche Lieferantennachverfolgung sowie Verhandlungen und Vergleiche rund um die Uhr. Ein autonomer Geschäftsabschluss ist jedoch nicht vorgesehen; für finale Transaktionen bleibt weiterhin eine explizite Benutzerfreigabe erforderlich. Diese Beispiele unterstreichen den Trend, KI nicht mehr nur als Assistenzsystem, sondern als aktive Komponente in der Wertschöpfungskette einzusetzen.
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