KI-Ausverkauf, Hedgefonds

KI-Ausverkauf: Hedgefonds verlieren 2,9 Prozent in einer Woche

Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 07:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Asien- und Technologiefonds verzeichneten Verluste, während Hedgefonds KI-Positionen abbauten und Kapital in andere Sektoren verlagerten.
Ein nächtlicher, industrieller Frachthafen mit Kränen und Containern bei Dämmerung. Illustration mit AI erstellt.

Globale Hedgefonds haben in der Woche bis zum 15. Oktober 2026 erhebliche Verluste hinnehmen müssen. Auslöser war ein breit angelegter Ausverkauf im Sektor für künstliche Intelligenz, der insbesondere asiatische Portfoliomanager traf.

Laut Daten von Goldman Sachs Prime Brokerage verloren global agierende fundamentale Long-Short-Aktienfonds an jedem einzelnen Handelstag dieser Woche. Dies führte zu einem Wochenverlust von 2,9 Prozent, womit das Plus seit Jahresbeginn bei 14,3 Prozent lag.

Rückzug aus Technologie- und Asienwerten

Besonders stark gerieten spezialisierte Strategien am 15. Oktober 2026 unter Druck. An diesem Handelstag verloren globale Stock-Picker-Fonds 0,9 Prozent, während auf Asien fokussierte Manager ein Minus von 2,6 Prozent verbuchten. Tech-fokussierte Fonds gaben um 2,0 Prozent nach. Systematische Long-Short- und Multi-Strategy-Fonds verzeichneten jeweils ein Minus von rund 1 Prozent.

Für asienfokussierte Fundamental-Long-Short-Fonds belief sich der Verlust in der ersten Oktoberhälfte auf 6,8 Prozent. Damit gaben diese Fonds mehr als die Hälfte ihrer Gewinne ab, die sie seit dem Höchststand Ende Juni verzeichnet hatten, als das Plus seit Jahresbeginn noch bei über 40 Prozent gelegen hatte.

An den asiatischen Handelsplätzen zeigte sich ein deutlicher Abwärtstrend: Der südkoreanische KOSPI fiel am 15. Oktober 2026 um 8 Prozent auf ein Sechsmonatstief. Er schloss bei 5.554,22 Punkten, was einem Rückgang von 454,59 Punkten oder 7,57 Prozent gegenüber dem Vortag entsprach. Der Index KOSDAQ sackte um 63,06 Punkte beziehungsweise 7,65 Prozent auf 760,82 Punkte ab. Taiwanische Aktien verloren am selben Tag 3 Prozent.

Goldman Sachs stellte fest, dass am 15. Oktober 2026 alle drei Hauptstrategien am selben Tag um mehr als 80 Basispunkte nachgaben. Ein solches Ereignis trat im Verlauf des Jahres 2026 dreimal auf: am 4. Februar, am 28. Juli und am 15. Oktober. Vom Beginn der Pandemie bis Ende 2025 war kein einziger vergleichbarer Handelstag verzeichnet worden.

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Auflösung von Positionen und Umschichtungen

Die Einbußen folgten auf umfassende Portfoliobereinigungen. Hedgefonds trennten sich fünf Handelstage in Folge, vom 8. bis zum 14. Oktober 2026, netto vom Goldman Sachs Global AI Basket. Damit kehrten sie die seit Anfang 2025 aufgebauten kumulierten Netto-Käufe vollständig um. Dies stellte den zweitgrößten Nettoverkauf von KI-Aktien im vergangenen Jahr dar.

Laut dem Prime Book von Goldman Sachs wurden globale KI-Papiere am Mittwoch, dem 14. Oktober 2026, mit dem zweitschnellsten Tempo des vergangenen Jahres abgestoßen. Die Verkäufe bestanden überwiegend aus der Auflösung bestehender Long-Positionen und nicht aus aggressiven Leerverkäufen. Das freigesetzte Kapital floss primär in die Sektoren Gesundheit und Basiskonsumgüter.

Makroökonomische Faktoren und Warnsignale

Der Verkaufsdruck belastete am 14. Oktober 2026 auch die US-Märkte, wo der Nasdaq Composite um 1,9 Prozent und der S&P 500 um 1,1 Prozent nachgaben. Am selben Tag veröffentlichte Daten zum US-Verbraucherpreisindex für September zeigten einen Anstieg von saisonbereinigt 0,6 Prozent im Monatsvergleich sowie 3,7 Prozent im Jahresvergleich.

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Die höher als erwartet ausgefallene Inflation und die Erwartung weiterer Zinsschritte trugen zusammen mit Zweifeln an den Renditen der hohen KI-Investitionen zu den Verlusten bei.

Der Internationale Währungsfonds hatte bereits am 13. Oktober 2026 vor den weltweiten Konsequenzen einer Korrektur im KI-Bereich gewarnt. In diesem Umfeld stufte BlackRock den Ausblick für US-Aktien auf neutral herab. Auch Anleihen des Anbieters CoreWeave gerieten unter Druck, wobei deren Renditen auf über 15 Prozent stiegen.

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