KI-Deepfakes, China

KI-Deepfakes in China: Behörde lÀsst 47.000 Inhalte und 3.961 Konten sperren

Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 13:45 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die CAC geht gegen gefĂ€lschte Prominentenwerbung und Desinformation vor; PlattformprĂŒfungen ließen dennoch KI-Testvideos passieren.
Moderne, minimalistische Fassade eines BehördengebÀudes in der DÀmmerung mit geometrischen Schatten und klaren architektonischen Linien. Illustration mit AI erstellt.

Die Cyberspace Administration of China (CAC) geht verschĂ€rft gegen die missbrĂ€uchliche Nutzung kĂŒnstlicher Intelligenz zur Nachahmung prominenter Personen vor. Wie aus chinesischen Medienberichten hervorgeht, wurden im Rahmen einer gezielten Aufsichtsaktion mehr als 47.000 rechtswidrige Informationseinheiten entfernt und 3.961 Benutzerkonten auf fĂŒhrenden Online-Plattformen gesperrt.

Die Regulierungsbehörde beanstandete insbesondere die unautorisierte Erstellung von Bild- und Stimmen-Deepfakes, die auf Plattformen wie WeChat, Douyin und Xiaohongshu fĂŒr kommerzielle Produktwerbung ausgespielt wurden.

Zu den betroffenen Diensten zĂ€hlen darĂŒber hinaus Kuaishou und Taobao. Die Behörden forderten die Betreibergesellschaften auf, ihrer Kontrollverantwortung nachzukommen und den Missbrauch generativer KI auf ihren Plattformen konsequent zu unterbinden.

Kommerzielle TĂ€uschung und gezielte Desinformation

Das Vorgehen der Behörden umfasst mehrere Fallgruppen. Neben unerlaubter Produktwerbung nutzten Betreiber gefĂ€lschte Darstellungen Prominenter zur Steigerung von Reichweiten auf Douyin, Xiaohongshu, Bilibili und Kuaishou. Andere Konten verbreiteten erfundene Krankheitsgeschichten, darunter Falschmeldungen ĂŒber angebliche Alzheimer-Erkrankungen bekannter Persönlichkeiten auf WeChat. Auf Kuaishou wurden zudem vulgĂ€re KI-Inhalte registriert.

Zu den von den Plattformen gesperrten Accounts gehören unter anderem die WeChat-Konten „Hua**ji“, „Shi**xu“ und „Xiu**8“, die Douyin-Profile „Wei**tian“ und „S**wu“ sowie die Xiaohongshu-PrĂ€senzen „Xiao**C“ und „Wa**kuan“, ĂŒber die unerlaubt mit KI-Prominenten geworben worden war.

Anzeige

Die rasante Entwicklung von KI-Systemen bringt neue rechtliche Anforderungen mit sich, die fĂŒr Unternehmen und Plattformbetreiber gleichermaßen relevant sind. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet einen kompakten Überblick ĂŒber die aktuellen Regeln, Risikoklassen und Pflichten. EU AI Act in 5 Schritten verstehen

Gegen die Verbreitung von Demenz-GerĂŒchten sperrte WeChat Profile wie „Shan**hua“ und „Jiu**gu“. Auf Kuaishou wurde das Konto „Kang**“ wegen vulgĂ€rer Prominenten-Videos stillgelegt.

Auslöser fĂŒr das Eingreifen waren wiederholte VorfĂ€lle im Oktober 2026. Am 18. Oktober 2026 machte die Schauspielerin Wu Yue öffentlich, dass das Konto „Huajie Meifu Riji“ unter Verwendung ihrer KI-generierten IdentitĂ€t Einnahmen generierte, woraufhin WeChat das Profil dauerhaft sperrte.

Am 26. Oktober 2026 dementierte der an der Xiamen-UniversitĂ€t tĂ€tige Professor Yi Zhongtian Videoberichte ĂŒber eine angebliche Alzheimer-Diagnose; ein Ă€hnliches GerĂŒcht kursierte ĂŒber die Schauspielerin Xu Fan.

In Shanxi wurde zudem ein Mann festgenommen, der die taiwanesische OppositionsfĂŒhrerin Cheng Li-wun per Deepfake fĂŒr Verkaufslivestreams nachgebildet hatte. Auch das Erscheinungsbild des Schauspielers Jin Dong war zuvor per Face-Swap fĂŒr Betrugshandlungen an Ă€lteren Menschen sowie illegale Geldbeschaffung missbraucht worden.

Niedrige Produktionskosten und lĂŒckenhafte PrĂŒfungen

Untersuchungen veranschaulichen die niedrige EinstiegshĂŒrde fĂŒr gefĂ€lschte Werbeinhalte. Entsprechende KI-Werbevideos wurden auf MarktplĂ€tzen wie Taobao und Xianyu fĂŒr 100 bis 150 Yuan bei einer Fertigungszeit von rund 30 Minuten angeboten; drei Clips waren fĂŒr 350 Yuan erhĂ€ltlich.

Die Anbieter fĂŒhrten AuftrĂ€ge aus, ohne eine Autorisierung der betroffenen Personen einzufordern. Medienberichten von Nandu zufolge wurden KI-Face-Swap-Pakete bereits fĂŒr 28 bis 138 Yuan vertrieben.

Anzeige

Wer sich mit den Gefahren moderner Manipulationstechniken und Betrugsmaschen befasst, sollte die Warnzeichen rechtzeitig erkennen können. Dieser kostenlose Ratgeber deckt die hĂ€ufigsten Tricks auf und zeigt, wie man sich und Angehörige wirksam schĂŒtzt. Die 10 hĂ€ufigsten Betrugsmaschen jetzt entdecken

Praxistests zeigten zudem Schwachstellen bei den PrĂŒfmechanismen der Netzwerke: Drei KI-generierte Testvideos – mit Darstellungen einer chinesischen Schauspielerin, eines verstorbenen Prominenten sowie einer auslĂ€ndischen Darstellerin – passierten die PrĂŒfungen von Douyin, Xiaohongshu, Kuaishou und Video Channels. Die Veröffentlichung gelang sowohl mit als auch ohne Kennzeichnung als KI-Inhalt, teilweise sogar unter Nennung des Klarnamens.

Xiaohongshu selbst entfernte im bisherigen Jahresverlauf 2026 bereits 56.500 BeitrÀge und sperrte 1.372 Konten im Zusammenhang mit KI-FÀlschungen. Ein Rechtsexperte forderte vor diesem Hintergrund den Aufbau verpflichtender Gesichts- und Stimmvergleichsdatenbanken durch die Betreiber.

Die jĂŒngste Intervention reiht sich in die ĂŒbergeordnete „Qinglang“-Kampagne der CAC ein, in deren Verlauf nach Behördenangaben bereits ĂŒber 5,61 Millionen illegale Inhalte gelöscht, 49.000 Konten gesperrt sowie rund 2.400 Websites und Anwendungen rechtlich verfolgt wurden.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70469816 |