KI-Fabrik Armenien: Firebird startet größtes Rechenzentrum der GUS
Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 09:07 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Technologieunternehmen Firebird hat in Hrazdan, Armenien, die größte Fabrik für künstliche Intelligenz innerhalb der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) offiziell in Betrieb genommen.
Das Großprojekt wurde in einer engen technologischen Partnerschaft mit den US-Unternehmen NVIDIA, Dell und CoreWeave realisiert. Mit der Eröffnung der ersten Ausbaustufe positioniert sich Armenien als zentraler Knotenpunkt für Hochleistungsrechnen in der Region.
In der ersten Phase des Projekts wurden mehr als 6.000 Blackwell-Grafikprozessoren (GPUs) von NVIDIA installiert. Die Anlage erreicht derzeit eine Leistung von 18 MW.
Die technische Grundlage bildet die NVIDIA-DSX-Plattform, die nach Unternehmensangaben eine bis zu 40 % höhere Dichte an Grafikprozessoren auf derselben Stellfläche ermöglicht als herkömmliche Architekturen. Dell lieferte für die Infrastruktur PowerEdge-Server, während Schneider Electric die elektrische Ausrüstung und Vertiv die spezialisierten Kühlsysteme bereitstellten.
Finanzierung und schnelle Umsetzung
Die Realisierung des Vorhabens erforderte erhebliche finanzielle Mittel. Die armenische Ardshinbank führte ein Syndikat aus insgesamt sechs Finanzinstituten an, um eine Finanzierungssumme von 300 Mio. US-Dollar für das Projekt zu sichern. Die Gesamtinvestition für die erste Phase wird auf etwa 450 Mio. US-Dollar beziffert, wobei Schätzungen im Umfeld der Eröffnung von Gesamtkosten in Höhe von ca. 500 Mio. US-Dollar ausgehen.
Neben der Kreditfinanzierung beteiligten sich NVIDIA und CoreWeave direkt als Investoren an dem Projekt. CoreWeave war bereits in einer früheren Phase als Geldgeber in Erscheinung getreten.
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Bemerkenswert ist die kurze Realisierungszeit der Anlage: Von der Grundsteinlegung bis zur Eröffnung vergingen lediglich etwas mehr als sechs Monate. Als einer der ersten prominenten Kunden der neuen Rechenkapazitäten wurde das KI-Unternehmen Perplexity genannt.
Politische Bedeutung und regionale Expansion
An der Eröffnungszeremonie in Hrazdan nahmen hochrangige Regierungsvertreter und Wirtschaftsführer teil. Der armenische Premierminister Nikol Pashinyan bezeichnete die Inbetriebnahme der Fabrik als einen entscheidenden Meilenstein für den technologischen Sektor seines Landes.
NVIDIA-CEO Jensen Huang gratulierte per Videobotschaft zur Eröffnung und zur Zusammenarbeit zwischen Armenien und Kasachstan. Huang betonte dabei, dass kein Land seine künstliche Intelligenz an externe Dienstleister auslagern könne, was die Bedeutung eigener souveräner Infrastrukturen unterstreiche.
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Weitere Teilnehmer der Zeremonie waren der Vizepräsident von NVIDIA, Rev Lebaredian, der US-Geschäftsträger David Allen sowie der stellvertretende Premierminister Kasachstans, Zhaslan Madiyev. Die Präsenz kasachischer Vertreter verdeutlicht die regionale Dimension des Vorhabens.
Massive Ausbaupläne bis 2027
Die nun eröffnete Phase 1 stellt lediglich den Beginn einer umfassenden Expansionsstrategie dar. Firebird plant, innerhalb der nächsten 12 Monate eine NVIDIA-Infrastruktur mit einer Gesamtkapazität von 250 MW in Kasachstan und Armenien aufzubauen. Davon sollen allein 125 MW im sogenannten Data Center Valley im kasachischen Ekibastuz in Kooperation mit Kazakhtelecom entstehen.
Bis zum Ende des Jahres 2027 strebt Firebird die Bereitstellung von mehr als 70.000 Grafikprozessoren der Typen NVIDIA Rubin und Blackwell an. Die gesamte KI-Infrastruktur soll bis zu diesem Zeitpunkt auf eine Kapazität von 300 MW anwachsen, um die steigende Nachfrage nach Rechenleistung für komplexe KI-Modelle in der Region und darüber hinaus zu decken.
