KI-Jobs boomen: 5,1% aller Stellenanzeigen verlangen KI-Kenntnisse
Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 11:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Nachfrage nach Qualifikationen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) erfährt auf dem deutschen Arbeitsmarkt einen strukturellen Wandel. Wie der aktuelle Indeed KI-Tracker zeigt, verlangten Ende Juni 2026 bereits 5,1 Prozent aller Stellenanzeigen explizite KI-Kenntnisse. Dies markiert einen Anstieg von 68 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, als der Anteil noch bei 3,1 Prozent gelegen hatte.
Verlagerung in Marketing und Vertrieb
Die Auswertung der Marktforscher verdeutlicht, dass der Bedarf an KI-Expertise die klassischen IT-Abteilungen verlässt und sich zunehmend in andere Unternehmensbereiche verlagert. Das Wachstum der entsprechenden Stellenausschreibungen speist sich demnach vor allem aus den Bereichen Marketing, Vertrieb und Kundenservice. Während die KI-Integration in diesen Anwendungsfeldern zunimmt, stagniert die Nachfrage in der Kern-IT: Die Softwareentwicklung liege laut den Beobachtungen von Indeed derzeit nur noch auf etwa der Hälfte ihres früheren Niveaus.
IT-Fachkräftenachfrage verzeichnet deutliche Rückgänge
Parallel zu dieser Entwicklung verzeichnet der Hays-Fachkräfte-Index für das zweite Quartal 2026 eine signifikante Abkühlung der allgemeinen IT-Nachfrage. Der Index sank in diesem Bereich um 37 Prozentpunkte auf einen Wert von 59. Besonders deutlich zeigt sich die Zurückhaltung bei Spezialisierungen wie der IT-Security, die einen Rückgang von 136 Prozentpunkten auf 373 verbuchte. Auch die Suche nach SAP-Entwicklern verlor an Dynamik und sank um 109 Prozentpunkte auf nun 196.
Einzig das Segment der Datenbankentwickler konnte sich diesem Trend entziehen und profitierte offensichtlich vom anhaltenden Fokus auf Datenstrukturen für KI-Anwendungen. Hier stieg die Nachfrage um 9 Prozentpunkte auf einen Wert von 322. Insgesamt sank der Gesamtindex über alle Branchen hinweg jedoch um 26 Prozentpunkte auf 36.
Höchster Stand der Arbeitslosigkeit bei Technikberufen seit 2011
Die angespannte Marktsituation spiegelt sich auch im aktuellen VDI-Ingenieurmonitor wider. Mit 58.392 arbeitslosen Ingenieuren und IT-Fachkräften wurde der höchste Stand seit dem Jahr 2011 erreicht, was einer Zunahme von 16,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Gleichzeitig sank die Zahl der gemeldeten offenen Stellen um 18,2 Prozent auf insgesamt 96.760. Besonders betroffen sind Informatikberufe, in denen die Anzahl der verfügbaren Positionen um etwa ein Drittel zurückging.
Wer sich mit der zunehmenden Integration von KI-Systemen in den Arbeitsalltag befasst, muss auch die rechtlichen Rahmenbedingungen der neuen EU-Verordnung kennen. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet Unternehmen einen kompakten Überblick über alle Anforderungen, Pflichten und Fristen des AI Acts. EU AI Act in 5 Schritten verstehen
Zahlen der Bundesagentur für Arbeit stützen dieses Bild einer Konsolidierung im IKT-Sektor. Im Jahr 2025 wurden insgesamt 13.000 IT-Stellen gemeldet, ein Minus von 22 Prozent im Vergleich zum Vorzeitraum. Die Arbeitslosenquote in den Berufen der Informations- und Kommunikationstechnologie lag zuletzt bei 4,5 Prozent. Die gesamtgesellschaftliche Arbeitslosenquote belief sich im Juli 2026 auf 6,4 Prozent, wobei mehr als drei Millionen Menschen als arbeitslos registriert waren.
