KI-Marktplätze, OKX

KI-Marktplätze starten: OKX, BNB und Coinbase im Juli live

02.07.2026 - 10:11:15 | boerse-global.de

OKX, BNB Chain und Coinbase starten KI-Marktplätze. Mastercard und Visa treiben Zahlungsprotokolle für autonome Agenten voran.

KI-Handel: Neue Plattformen und Stablecoins revolutionieren Transaktionen
KI-Marktplätze - Glühendes digitales Netzwerk aus Linien und Knoten, das KI-Agenten und Krypto-Schienen darstellt, die auf ein Blockchain-Symbol in einem Rechenzentrum zulaufen. 02.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Markt für autonome Transaktionen steht vor einem grundlegenden Wandel: Große Technologiekonzerne und Finanzinstitute haben in den vergangenen Tagen spezialisierte Infrastrukturen für KI-gesteuerten Handel vorgestellt. Branchenvertreter betonten auf der Consensus-Konferenz in Miami, dass der Übergang zum sogenannten „Agentic Commerce" – bei dem KI-Agenten eigenständig Dienstleistungen finden, verhandeln und bezahlen – offene Zahlungsprotokolle und Multi-Party-Crypto-Verwahrung voraussetzt.

Marktplätze für autonome Maschinen

Mehrere große Plattformen haben Umgebungen speziell für maschinelle Transaktionen eingeführt. OKX startete am 30. Juni seinen KI-Marktplatz in einer geschlossenen Beta-Phase mit 50 Anbietern, darunter CertiK für Sicherheitsaudits und GenLayer für Streitbeilegung. Die Plattform ermöglicht es KI-Agenten, sich gegenseitig mit Stablecoins zu beauftragen und zu bezahlen. Der Start folgt auf eine Investition von 200 Millionen Euro durch die Intercontinental Exchange im März, die das Unternehmen mit rund 25 Milliarden Euro bewertete.

Parallel dazu brachte BNB Chain am 1. Juli das BNB Agent Studio auf den Markt. Entwickelt in Zusammenarbeit mit dem AWS Generative AI Innovation Center, erlaubt das Studio den Einsatz von KI-Agenten, die eigene Finanzen verwalten und Kryptozahlungen akzeptieren können. Die Infrastruktur nutzt den Identitätsstandard ERC8004 und die AWS-AgentCore-Laufzeitumgebung für eine dauerhafte On-Chain-Speicherung.

Am heutigen Donnerstag startete das von Coinbase unterstützte x402-Protokoll den Dienst Agentic.market. Er fungiert als App-Store für KI-Agenten und ermöglicht ihnen den Zugriff auf tausende Dienste ohne traditionelle API-Schlüssel. Die x402 Foundation erhält Unterstützung von Google, Microsoft und AWS sowie von den Zahlungsnetzwerken Visa, Mastercard und American Express.

Neue Zahlungsschienen und Stablecoin-Standards

Traditionelle Finanznetzwerke integrieren zunehmend Blockchain-basierte Systeme für maschinengeführte Transaktionen. Am 1. Juli stellte ein Konsortium aus über 140 Unternehmen – darunter BNY, Ripple und Stripe – den Open USD vor. Dieser Stablecoin wird gemeinschaftlich verwaltet und soll noch 2026 starten. BNY proleten prognostiziert, dass Stablecoins bis 2030 ein Volumen von 1,5 Billionen Euro erreichen könnten.

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Bereits im Juni hatte Mastercard sein Programm Agent Pay for Machines (AP4M) zusammen mit Partnern wie Stripe und Coinbase gestartet. Der Schritt reiht sich ein in breitere Branchenbemühungen um standardisierte Protokolle, darunter Googles AP2 für sichere Agentenzahlungen und das von Google und Shopify entwickelte Universal Commerce Protocol (UCP) für die Produktsuche.

Cloudflare erweiterte seine Rolle in diesem Ökosystem am heutigen Donnerstag mit der Einführung des Monetization Gateway. Das Tool ermöglicht sofortige Stablecoin-Mikrozahlungen für APIs und Datensätze, die am Edge-Netzwerk in über 330 Städten abgewickelt werden. Herkömmliche Benutzerkonten werden bei Maschine-zu-Maschine-Transaktionen überflüssig.

Sicherheit, Recht und Marktentwicklung

Bei wachsenden Transaktionsvolumina – allein auf dem Base-Netzwerk wurden Anfang 2026 über 100 Millionen On-Chain-Transaktionen gezählt – rücken rechtliche und sicherheitstechnische Herausforderungen in den Fokus. Am 30. Juni starteten die American Arbitration Association und Integra Ledger das Legal Context Protocol (LCP). Dieses Rahmenwerk soll geltendes Recht und Rechtsmittel für KI-Agententransaktionen definieren. Branchenprognosen zufolge könnten solche Systeme bis 2028 rund 90 Prozent aller B2B-Einkäufe abwickeln.

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Visa-Manager Oliver Jenkyn wies am 1. Juli darauf hin, dass trotz der neuen Möglichkeiten erhebliche Hürden bei Verbrauchervertrauen und Haftung bestehen. Analysten von Morgan Stanley schätzen, dass „Agentic Shopper" bis 2030 zwischen 180 und 360 Milliarden Euro des US-E-Commerce-Marktes ausmachen könnten.

Um die Risiken zu managen, entwickeln Finanzinstitute sogenannte Permission Engines für digitale Geldbörsen. Diese Systeme integrieren Ausgabenlimits und Händler-Whitelists und verwandeln die Wallet vom einfachen Speichermedium in eine Autorisierungszentrale für autonome Software. Branchenexperten sehen in der Etablierung von „Know Your Agent" (KYA)-Identitätsmodellen einen entscheidenden Schritt für planbare Genehmigungen und niedrige Betrugsraten in diesem wachsenden Markt.

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