KI-Offensive, GrĂŒne

KI-Offensive: GrĂŒne fordern 100 Milliarden fĂŒr europĂ€ische SouverĂ€nitĂ€t

01.07.2026 - 08:18:11 | boerse-global.de

Die GrĂŒnen verlangen ein EU-weites 100-Milliarden-Programm fĂŒr KI, um Europas digitale SouverĂ€nitĂ€t zu stĂ€rken und die AbhĂ€ngigkeit von US-Konzernen zu reduzieren.

GrĂŒne fordern 100-Milliarden-Euro-KI-Investitionspaket fĂŒr Europa
KI-Offensive - Stilisierte KI-Netzwerke in Deutschlandfarben, verschwommene europĂ€ische Stadtsilhouette im Hintergrund. 01.07.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Die Bundestagsfraktion der GrĂŒnen hat ein ehrgeiziges Investitionspaket fĂŒr kĂŒnstliche Intelligenz auf EU-Ebene gefordert. Mindestens 100 Milliarden Euro sollen in die Entwicklung von KI und die dazugehörige Infrastruktur fließen. Ein entsprechender Antrag mit 15 konkreten Maßnahmen wurde heute in Berlin verabschiedet. Ziel: Europas digitale SouverĂ€nitĂ€t sichern und die AbhĂ€ngigkeit von US-Tech-Konzernen beenden.

Europa als digitales Schlusslicht

Der Vorstoß kommt nicht von ungefĂ€hr. Erst im Juni 2026 sorgten US-Exportkontrollen fĂŒr Aufsehen, die vorĂŒbergehend den Zugang zu Hochleistungs-KI-Modellen wie Anthropics „Mythos" und „Fable 5" fĂŒr Nicht-US-BĂŒrger blockierten. Zwar hob das US-Handelsministerium diese BeschrĂ€nkungen am heutigen Mittwoch wieder auf – der Schock sitzt tief.

„Europa droht zur digitalen Kolonie zwischen den USA und China zu werden", warnt Rebecca Lenhard, digitalpolitische Sprecherin der GrĂŒnen. Die Zahlen geben ihr recht: Rund 80 Prozent der in Europa genutzten Digitaltechnologien werden importiert. 70 Prozent der Cloud-Dienste kontrollieren US-Firmen. Und gerade einmal vier Prozent der weltweiten KI-Trainings finden auf europĂ€ischem Boden statt.

Strom fĂŒr Rechenzentren wird zur SchlĂŒsselfrage

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Parallel zur milliardenschweren KI-Offensive treibt die Bundesregierung die physische Infrastruktur voran. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche kĂŒndigte an, Rechenzentren kĂŒnftig bevorzugt ans Stromnetz anzuschließen. Netzbetreiber sollen verpflichtet werden, Verbindungen fĂŒr strategisch gĂŒnstig gelegene Standorte zu priorisieren.

Doch die Energiebilanz ist angespannt. SchĂ€tzungen zufolge droht bis 2035 eine StromlĂŒcke von bis zu 36 Gigawatt. Die Bundesregierung will daher noch 2026 Ausschreibungen fĂŒr neue Gaskraftwerke starten. Zudem prĂŒft das Ministerium, ob Rechenzentren von vergĂŒnstigten Industriestrompreisen profitieren können.

Haushaltsstreit und europÀische Perspektive

Die Forderung nach einem eigenen KI-Fonds kommt zu einem heiklen Zeitpunkt. Die EU-Kommission hat fĂŒr den Haushalt 2028–2034 ein Volumen von zwei Billionen Euro vorgeschlagen. Deutschland dringt auf KĂŒrzungen von rund 400 Milliarden Euro – die Schuldenbremse und die wirtschaftliche Stagnation machen Druck.

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Der GrĂŒnen-Antrag soll am 7. Juli im Wirtschaftsausschuss beraten werden, bevor er offiziell in den Bundestag eingebracht wird. Parallel suchen andere EU-Staaten eigene Wege: Österreichs DigitalstaatssekretĂ€r Alexander Pröll forderte die EU-Kommission auf, Unternehmen wie Anthropic zur Ansiedlung in der Union zu bewegen.

EuropĂ€ische Alternativen wie Mistral AI existieren zwar, bleiben aber auf die Infrastruktur amerikanischer Hyperscaler angewiesen. Ob die 100-Milliarden-Offensive daran etwas Ă€ndert, wird sich zeigen – klar ist: Die Zeit drĂ€ngt.

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