KI-Phishing, Mails

KI-Phishing: 82,6 Prozent aller Mails mit künstlicher Intelligenz

13.06.2026 - 06:54:58 | boerse-global.de

82,6 Prozent aller Phishing-Mails werden mittlerweile mit KI erstellt. Verbraucherschützer warnen vor neuen Maschen und erweitern ihre Präventionsarbeit.

KI-Phishing & Schockanrufe: Neue Betrugswelle bedroht Verbraucher
KI-Phishing - Ältere Hände halten ein Smartphone, im Hintergrund verschwommene digitale Sicherheitselemente, die Cybersicherheit und Betrugsschutz symbolisieren. 13.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Deepfakes, KI-Phishing und falsche Polizisten – die Bedrohungslage durch digitale und telefonische Betrugsmaschen wird immer komplexer. Sicherheitsbehörden und Verbraucherschützer weiten deshalb ihre Informationsangebote aus. Besonders im Fokus: ältere Mitbürger.

Prävention vor Ort und international

Die Polizeiinspektion Halle und das Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt laden für den 30. Juni 2026 zur Veranstaltung „Sicherheit für ältere Menschen“. In der polizeilichen Beratungsstelle in Halle geht es um Schutz vor Betrug, Sicherheit im Wohnraum und Risiken von Geldanlagen im Internet. Anmeldungen sind bis zum 26. Juni 2026 möglich – die Teilnahme ist kostenfrei.

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Auch international läuft die Aufklärung auf Hochtouren. In Ho-Chi-Minh-Stadt eröffnete Mitte Juni eine viertägige Ausstellung zum Schutz vor Hightech-Kriminalität. Herzstück: die „Cybersecurity Wall“. Besucher erleben dort interaktive Simulationen zu Identitätsdiebstahl, Malware und Deepfake-Betrug. Die Veranstaltung läuft noch bis zum 14. Juni 2026.

KI treibt Phishing-Welle an

Die Zahlen sind alarmierend: Eine Bitdefender-Studie zeigt, dass mittlerweile 82,6 Prozent aller Phishing-E-Mails mit künstlicher Intelligenz erstellt werden. Die Technologie erlaubt Angreifern eine viel schnellere Skalierung ihrer Attacken. Etwa 14 Prozent der Verbraucher fallen auf solche Nachrichten herein. Überraschend: Jüngere Nutzer unter 35 Jahren sind mit 20 Prozent häufiger betroffen als die Altersgruppe über 55 Jahren. Der geschätzte Gesamtschaden in der EU liegt bei rund 57 Milliarden Euro.

Aktuell warnen Verbraucherschützer vor einer neuen Phishing-Welle. Kriminelle verschicken gefälschte Nachrichten im Namen der Steuerverwaltung ELSTER. Die Mails versprechen einen elektronischen Steuerbescheid für 2026 – und locken Nutzer auf gefälschte Webseiten zur Eingabe sensibler Daten.

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Schockanrufe und falsche Amtspersonen

Die Masche ist alt, aber immer noch erfolgreich: In Mannheim erbeuteten Kriminelle mit einem Schockanruf 50.000 Euro von einer Seniorin. Sie täuschten einen schweren Unfall eines Angehörigen vor und forderten Geld für eine angebliche Operation. Ähnliche Versuche gab es in Viersen und Südhessen. In Schaafheim übergaben Opfer Wertsachen an falsche Polizeibeamte.

Seit Anfang Juni beobachten die Verbraucherzentralen zudem eine neue Variante: Kriminelle geben sich am Telefon als Mitarbeiter der Verbraucherzentrale oder eines erfundenen Bundesamts für Verbraucherschutz aus. Sie verweisen auf manipulierte Webseiten, um persönliche Daten abzugreifen.

Erfolg für die Polizei

Dass Aufklärung wirkt, zeigt ein Fall aus Bad Neustadt an der Saale. Ein Rentner-Ehepaar erkannte am 11. Juni 2026 einen Betrugsversuch durch falsche Polizisten rechtzeitig und alarmierte die echte Polizei. Die Beamten konnten zwei Tatverdächtige im Alter von 18 und 25 Jahren festnehmen. Gegen die Männer wurde Untersuchungshaft wegen des Verdachts auf banden- und gewerbsmäßigen Betrug angeordnet.

de | wissenschaft | 69531708 |