KI-Phishing: 86% der Angriffe nutzen kĂŒnstliche Intelligenz
Veröffentlicht am: 25.06.2026 um 17:58 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Kriminelle verschicken aktuell massenhaft E-Mails mit gefÀlschten Sprachnachrichten, um an Zugangsdaten und 2FA-Codes zu gelangen.
Die Kantonspolizei ZĂŒrich und die Meldestelle Cybercrimepolice.ch warnen vor E-Mails mit Betreffzeilen wie âNeue Sprachnachricht". Die Nachrichten imitieren bekannte Anbieter wie Swisscom oder allgemeine Mailbox-Dienste. Ein Link fĂŒhrt auf tĂ€uschend echte Login-Seiten.
Dort geben Opfer nicht nur Benutzername und Passwort preis. Die Angreifer fordern auch die Eingabe von Zwei-Faktor-Codes. So erhalten sie vollen Zugriff auf die gekaperten Konten.
KI macht Phishing gefÀhrlicher
Der Grund fĂŒr die steigende ProfessionalitĂ€t: KĂŒnstliche Intelligenz. Laut dem World Economic Forum nutzen inzwischen rund 86 Prozent aller Phishing-Angriffe KI-Werkzeuge. Die Technologie macht E-Mails und Sprachnachrichten so authentisch, dass die Klickrate bei 54 Prozent liegt. Zum Vergleich: Bei herkömmlichen Methoden sind es nur 12 Prozent.
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Die wirtschaftlichen SchĂ€den sind enorm. Der Bitkom beziffert den Gesamtschaden fĂŒr die deutsche Wirtschaft durch CyberkriminalitĂ€t auf rund 289 Milliarden Euro. Das Bundeskriminalamt registrierte fĂŒr 2025 ĂŒber 382.000 gemeldete Phishing-FĂ€lle.
Ermittlungserfolge gegen Cyberkriminelle
Trotz der steigenden Zahlen gab es zuletzt Erfolge. Bei der internationalen âOperation Endgame" zerschlugen BKA, Europol und Microsoft mehrere hundert Server und tausende Webseiten. Diese verbreiteten Schadsoftware wie Amadey und StealC.
Die Ermittler sicherten Millionen von Zugangsdaten und spĂŒrten KryptowĂ€hrungen im Wert von zweistelligen MillionenbetrĂ€gen auf. Deutschland war neben den USA eines der am stĂ€rksten betroffenen LĂ€nder.
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Auch Messenger im Visier
Die Angreifer beschrĂ€nken sich nicht auf E-Mails. Sicherheitsdienstleister warnen vor Kampagnen ĂŒber WhatsApp. Kriminelle nutzen gehackte Kontakte, um schĂ€dliche AnhĂ€nge zu versenden â getarnt als Rechnungen oder KontoauszĂŒge.
Parallel warnt die Polizei Braunschweig vor einer Phishing-Welle auf Kleinanzeigenportalen. BetrĂŒger tĂ€uschen Probleme bei PayPal vor, locken Opfer auf gefĂ€lschte Login-Seiten und fordern Push-TAN-Zahlungen an.
Die Behörden raten: Bei unerwarteten Nachrichten mit Links oder AnhĂ€ngen misstrauisch sein. Links nicht anklicken. Push-TAN-Anfragen nur bestĂ€tigen, wenn sie direkt mit einem eigenen Auftrag zusammenhĂ€ngen. Im Zweifel den Absender ĂŒber einen unabhĂ€ngigen Kanal kontaktieren.
