KI-Umsatzsteuer: Wildberger will Umschulungen und Arbeitsmarktumbau finanzieren
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 08:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Vor dem Hintergrund anhaltender Stellenstreichungen in der internationalen Wirtschaft plädiert Bundesdigitalminister Karsten Wildberger für eine steuerliche Erfassung von Umsätzen aus Anwendungen der Künstlichen Intelligenz.
Wie Medien am 13. Oktober 2026 übereinstimmend berichteten, sieht der CDU-Politiker in einer solchen Abgabe ein Instrument, um den anstehenden Strukturwandel auf dem Arbeitsmarkt abzufedern und gezielte Umschulungsmaßnahmen in Deutschland zu finanzieren.
Die Debatte über den Einfluss automatisierter Technologien auf die Beschäftigung gewinnt durch aktuelle Entwicklungen im Unternehmenssektor an Dringlichkeit. So beabsichtigt das Finanzinstitut Standard Chartered, rund 7000 Jobs zu streichen. Parallel dazu verzeichnen auch die Technologiekonzerne Meta und Amazon einen Personalabbau.
Finanzierung von Umschulungen und Arbeitsmarktwandel
Wildberger argumentiert, dass die extrem hohen Umsätze mit KI-Technologien besteuert werden müssten, damit der Staat den Umbau der Arbeitswelt mit diesen Mitteln finanzieren könne. Nach den Vorstellungen des Digitalministers sollen Umschulungen und die Neuausrichtung des Erwerbslebens sowohl aus allgemeinem Wachstum als auch aus spezifischen Steuern auf KI-Geschäfte finanziert werden.
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Für die künftige Beschäftigungslage zeichnet Wildberger ein zweigeteiltes Bild: Langfristig erwarte er zwar insgesamt mehr Beschäftigung, diese werde sich jedoch auf andere Tätigkeitsfelder verlagern. Als wesentliche Zielbereiche für Umschulungsoffensiven hob der Minister das Handwerk sowie den Pflegebereich hervor. Bundeskanzler Friedrich Merz teile diese Sichtweise nach Angaben seines Digitalministers.
Zudem hält Wildberger ein Grundeinkommens-Konzept als Reaktion auf die durch KI ausgelösten Veränderungen weiterhin für denkbar. Auf die Formulierung eines bedingungslosen Grundeinkommens wolle er künftig allerdings verzichten.
Internationale Debatte und Skepsis in Unternehmen
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Mit dem Vorschlag, KI-Umsätze heranzuziehen, steht Wildberger konzeptionell nicht allein da. Auch der Microsoft-Mitgründer Bill Gates verlangt seit längerer Zeit eine Besteuerung von Robotern beziehungsweise Künstlicher Intelligenz, um den finanziellen Anreiz für den Ersatz menschlicher Arbeitskräfte zu verringern.
Inwiefern automatisierte Systeme bestehende Fachkräfte im Betriebsalltag tatsächlich verdrängen, wird in der Wirtschaft derzeit unterschiedlich bewertet.
Laut einer Erhebung des Münchner Ifo-Instituts halten knapp 20 Prozent der Unternehmen, die Künstliche Intelligenz bereits einsetzen, die Ersetzung von Hochschulabsolventen durch KI-geschulte, geringer qualifizierte Arbeitskräfte für leicht oder sehr leicht. Demgegenüber teilt mehr als die Hälfte der befragten Betriebe diese Auffassung nicht.
