IT-Branche, Softwareentwickler-Mangel

KI verändert IT-Branche: 54% rechnen mit Softwareentwickler-Mangel

14.06.2026 - 01:39:15 | boerse-global.de

Lünendonk-Studie 2026: IT-Markt wächst nur 2,9 Prozent. KI-Einsatz steigert Effizienz, reduziert aber den Bedarf an Softwareentwicklern.

Deutscher IT-Markt 2025: KI treibt Produktivität, senkt Personalbedarf
IT-Branche - A glowing neural network representing AI and IT services, overlaid with subtle financial charts, symbolizing the German IT market. 14.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Lünendonk-Rangliste 2026 zeigt: Künstliche Intelligenz verändert die Branche grundlegend.

Wachstumsschwäche trotz Milliardenumsatz

Die am 13. Juni veröffentlichte Analyse erfasst 91 Unternehmen, die rund 65 Prozent des deutschen Marktes abdecken. Ihr gemeinsamer Inlandsumsatz: 34 Milliarden Euro. Das organische Wachstum von 2,9 Prozent folgt auf mäßige 2,6 Prozent im Jahr 2024 – eine anhaltende Phase wirtschaftlicher Flaute.

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Erstmals verzeichnet die Studie einen Rückgang der Gesamtbeschäftigtenzahl um 0,6 Prozent, während die Umsätze um 3,3 Prozent stiegen. Diese Schere öffnet sich vor allem durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz.

KI als Produktivitätstreiber mit Folgen

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 83 Prozent der IT-Anwender sehen erhebliche Effizienzpotenziale durch KI in der Softwareentwicklung. 70 Prozent erkennen ähnliche Chancen im IT-Betrieb, 52 Prozent bei der Modernisierung von Anwendungen.

Die Kehrseite: 54 Prozent der Dienstleister rechnen bis 2028 mit einem geringeren Bedarf an Softwareentwicklern. 44 Prozent erwarten sinkende Personalanforderungen im IT-Betrieb und Anwendungsmanagement.

Die Gewinner und Verlierer im Consulting

Im Bereich IT-Beratung und Systemintegration wuchsen die Top 25 um durchschnittlich 1,5 Prozent. Accenture bleibt mit 3,6 Milliarden Euro Marktführer. Capgemini folgt mit 2,24 Milliarden Euro (minus 0,4 Prozent), IBM mit 2,22 Milliarden Euro (plus 0,9 Prozent).

Besonders dynamisch: adesso legte um 15,3 Prozent auf 1,23 Milliarden Euro zu. conet verzeichnete mit plus 15,8 Prozent das stärkste organische Wachstum der Spitzengruppe und erreichte 287,1 Millionen Euro.

Dagegen mussten MHP (minus 11,4 Prozent) und Sopra Steria (minus 13,2 Prozent) deutliche Einbußen hinnehmen. Neueinsteiger Cosmo Consult (plus 13,0 Prozent) und EPAM auf Platz 19 mit 195 Millionen Euro zeigen, dass der Markt in Bewegung bleibt.

Dienstleistungssegment unter Druck

Im IT-Services-Segment mit Managed Services und Outsourcing wuchsen die Top 25 um lediglich 1,4 Prozent. T-Systems bleibt mit 2,95 Milliarden Euro der größte Anbieter. NTT Data hält Rang zwei mit 2,1 Milliarden Euro, verlor aber 8,7 Prozent.

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Überraschender Neueinsteiger: Infosys eroberte mit 1,3 Milliarden Euro direkt Platz drei. HCL verzeichnete mit plus 14,9 Prozent das stärkste Wachstum der Kategorie und erreichte 795 Millionen Euro. Atos dagegen brach um 12,8 Prozent auf 1,25 Milliarden Euro ein.

SAP-Dienstleistungen: Reply erneut an der Spitze

Unabhängig von der Lünendonk-Studie bestätigte die PAC-RADAR-Analyse vom 12. Juni 2026 Reply zum zweiten Mal in Folge als führenden Anbieter für SAP-Dienstleistungen. Ein Zeichen dafür, dass Spezialisierung und technische Exzellenz im Markt zunehmend belohnt werden.

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